Rezension: Kelly Creagh - Nevermore

3.7.12


Titel: Nevermore
Autorin: Kelly Creagh
Reihe: Nevermore #1
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Loewe (Januar 2012)
ISBN: 978-3-7855-7389-1
Klappenbroschur, 560 Seiten
Preis: 14,95 €
Bezugsquelle: Loewe
Leseprobe

Als Isobel bei einem Schulprojekt dem Außenseiter Varen zugewiesen wird, weiß sie noch nicht, dass das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Überraschenderweise versteht sie sich nicht nur gut mit ihm, sie scheint sich sogar in ihn zu verlieben. Doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr wird sie in den Bann der geheimnisvollen Traumwelt gezogen, die Varen sich geschaffen hat. Und diese Welt birgt viele Gefahren: Bedrohliche Kreaturen dringen in die Wirklichkeit und sind nun auch hinter Isobel her. Allmählich begreift sie, dass Varen immer tiefer in das Reich seiner (Alb-)Träume zu gleiten droht. Und nur sie kann ihn retten...
Zur Autorin:
Kelly Creagh machte 2008 ihren Abschluss in Kreativem Schreiben. Wenn sie sich nicht gerade schaurige Charaktere ausdenkt, Buchläden heimsucht oder sich wie besessen mit Edgar Allan Poe beschäftigt, tanzt sie leidenschaftlich gerne Bauchtanz. Sie lebt mit ihrer exzentrischen Terrierdame Annabel in einem alten Stadtteil von Louisville in Kentucky, der perfekten Kulisse für Geschichten voller gruseliger Geheimnisse und verwunschener viktorianischer Villen. Nevermore ist ihr erster Roman.

Rezension:
Isobel Lanley ist ein Mädchen aus gutem Hause: Eine blonde Cheerleaderin, die mit dem Star der Highschool-Footballmannschaft liiert und in der angesagtesten Clique zuhause ist. Als sie jedoch im Englischunterricht mit dem Goth Varen ein Arbeitsprojekt über Edgar Allan Poe erstellen soll, ist keiner von beiden darüber begeistert. Vor allem nicht ihr Freund Brad, der Varen daraufhin das Leben zur Hölle macht. Als Isobel Partei für ihn ergreift, ist sie bei ihrer Clique unten durch.

Varen selbst scheint ein großes Geheimnis zu verbergen, Isobel erliegt immer mehr seiner mysteriösen Seite und bringt sich dadurch selbst in Gefahr. Sie wird von merkwürdigen Kreaturen verfolgt, die alle etwas mit Edgar Allan Poe zu verbinden scheint. Doch Isobel lässt sich nicht beirren, sie versucht hinter Varens Geheimnis zu kommen und Realität und Traum scheinen immer mehr ineinander zu verschwimmen, bis Varen plötzlich verschwunden ist...

Kelly Creagh bedient sich bei ihrem Trilogie-Auftakt "Nevermore" der Geschichte um Edgar Allan Poe, der auf mysteriöse Weise im Jahre 1849 ums Leben kam. Die Autorin hat hier wunderbar recherchiert und lässt Poes Geschichte und auch seine Werke immer wieder in die eigentliche Handlung miteinfließen, indem sie Isobel und Varen zusammen an einem Projekt über ihn arbeiten lässt.

Zwar liest sich der Roman anfangs als eine vermeintliche 08/15-Highschool-Geschichte, dies ändert sich aber, sobald Isobel und Varen zu ihrem Projekt eingeteilt werden. Schon bald findet der Leser sich in einer Mischung aus Wirklichkeit und Fiktion wieder, die manchmal gar nicht so leicht auseinanderzuhalten ist und die Spannung nimmt rasant an Fahrt auf.

Isobel, die Protagonistin, wirkt zu Beginn recht oberflächlich und affektiert. Doch entpuppt sie sich recht bald als sehr sympathisches Mädchen von nebenan, als sie Varen vor ihrem Freund Brad in Schutz nimmt und ihn, sobald es die Situation erfordert, verteidigt. Varen ist das krasse Gegenteil von ihr: Ein Goth, der sich allzeit abseits hält und nur mit "seinesgleichen" zusammen ist. Und gerade das scheint Isobel magisch anzuziehen, denn schon bald entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte um die beiden, die sich wunderbar in die Gesamtgeschichte einfügt, ohne aufgesetzt zu wirken.

Die Figur des Reynolds, einem vermeintlichen Helfer Isobel und Varens, bleibt mysteriös bis zum Ende hin. Nur eines wird klar: Er scheint die Fäden der gesamten Handlung in Händen zu halten. Als Antagonisten wirken Pinfeathers und seine Mitstreiter, eine Art zombiehafter Wesen, die sich in Raben verwandeln können, und die für den ein oder anderen Schauer über dem Rücken des Lesers sorgen.

Der Epilog des Buches wartet mit einem Cliffhanger auf, der großen Appetit auf den 2. Band der Reihe macht. Dieser erscheint im Original Ende August 2012 mit dem Titel "Enshadowed". Ein deutscher Termin steht noch nicht fest. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte um Isobel und Varen weitergehen wird, denn Kelly Creagh konnte mich mit "Nevermore" definitiv überzeugen.

Fazit: "Nevermore" ist der spannende und auch magische Auftakt zu einer Trilogie, bei der sich die Autorin Kelly Creagh sehr an dem Leben und Wirken Edgar Allan Poes orientiert und die durch Vermischung von Realität und Fiktion und ihren Protagonisten Isobel und Varen glänzt.

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