Lesemonat Mai 2017

2.6.17

Tschüss Mai! Da mir einfach die Zeit und auch Lust für ausführliche Rezensionen fehlen, wird es zukünftig nur noch die monatliche Statistik mit einigen Sätzen zu den einzelnen gelesenen Büchern geben. So ganz ohne Bloggen geht es halt auch nicht ;)

Folgende Bücher wurden von mir im Mai 2017 gelesen:

Gelesene Bücher: 9
Gelesene Seiten: 4.016
Gelesene Seiten/Tag: 129,5
Durchschnittliche Seiten/Buch: 446,2
Durchschnittliche Wertung: 4,0
Seitenstärkstes Buch: Heidi Rehn - Das Haus der schönen Dinge (656 Seiten)
Seitenärmstes Buch: Kanae Minato - Geständnisse (272 Seiten)

  1. Robert Harris - Konklave (★★★★★)
  2. Kanae Minato - Geständnisse (★★★★★)
  3. Jay Asher - Tote Mädchen lügen nicht (★★★☆☆)
  4. Heidi Rehn - Das Haus der schönen Dinge (★★★★☆)
  5. Terry Pratchett - Einfach göttlich (★★★☆☆)
  6. Chris Carter - Der Vollstrecker (★★★★★)
  7. Sebastian Fitzek - AchtNacht (★★★★☆)
  8. Harald Gilbers - Endzeit (★★★☆☆)
  9. Veit Etzold - Dark Web (★★★★☆)

Kurz zu den Büchern:
Robert Harris - Konklave:
Robert Harris brilliert in "Konklave" mit einer unheimlich guten Recherche und gibt detaillierten Einblick in den Vorgang der päpstlichen Wahl. Aus der Sicht des Kardinal Lomeli berichtet er detailliert, welche Regeln usw. bei einem Konklave eingehalten werden müssen, fördert aber auch Intrigen und Geheimnisse zutage. Wer der nächste Papst werden wird, ist zwar recht früh klar, aber der Weg dorthin konnte mich definitiv fesseln.

Kanae Minato - Geständnisse:
Der Tod der 4-jährigen Manami, deren Mutter Lehrerin an einer japanischen Mittelschule ist, steht hier im Vordergrund. Alle, die in irgendeiner Form daran beteiligt sind, kommen in jeweiligen Kapiteln zu Wort und schildern ihre Sicht der Dinge. Dabei kommen etliche Geheimnisse und Dinge zutage, die man nicht vorhersieht und das Ende konnte nochmals sehr überraschen.
Ein etwas anderer Roman in einer schonungslosen Sprache, der durch seine Charaktere und deren Aktionen durchaus schockieren kann. Hat mir sehr gut gefallen!

Jay Asher - Tote Mädchen lügen nicht:
Nachdem ich die Netflix-Serie dazu im April gesehen habe, wollte ich nun die Buchvorlage dazu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass mir diese lange nicht so gut gefallen hat wie die Serie. Einiges ist im Buch anders (was ja nichts neues ist), und mir war Hannah im Roman auch nicht so sympathisch. Das sich langsam aufbauende Mobbing wird hier Knall auf Fall abgehandelt, was vielleicht an den nur knapp 300 Seiten Länge liegen mag, und die ganze Story las sich für mich merkwürdig abgehackt.
Darum kann ich als Ergänzung nur die Serie dazu empfehlen, die mir sehr gut gefallen hat. Die Grundidee ist zwar wichtig, aber diese konnte mir das Buch nicht wirklich so nahebringen, wie es eigentlich der Fall sein müsste.

Heidi Rehn - Das Haus der schönen Dinge:
In Heidi Rehns neuem Roman geht es um den glanzvollen Aufstieg und tiefen Fall des jüdischen Kaufhauses Hirschvogl in München. Die Geschichte beginnt mit der Eröffnung im Jahr 1897 und endet 1952. Man lernt mehrere Generationen der Familie Hirschvogl kennen, jeder für sich lenkt die Geschicke immer am Puls der jeweiligen Zeit. Allerdings stand mir das Kaufhaus an sich oftmals mehr im Vordergrund als die Familie selbst. Außerdem passieren mitunter große Zeitsprünge, was vor allem die Zeiten um den 1. und 2. Weltkrieg betrifft. Man erfährt dann erst im Nachhinein, wie es den einzelnen Charakteren ergangen und wer verstorben ist. Natürlich werden aber die nach und nach aufkommenden Repressalien zu Beginn der NS-Zeit deutlich spürbar und man liest von altbekannten Markennamen wie Hertie oder Wertheim.
Im anhängenden Glossar werden nochmals einige Begriffe erklärt und historisch belegte Personen, die Erwähnung finden, aufgeführt. Ein lesenswerter Roman, der vom Aufstieg und Fall einer jüdischen Kaufmannsfamilie berichtet.

Terry Pratchett - Einfach göttlich:
(Discworld #13)
Leider hat mir dieser Band der Discworld-Reihe nicht ganz so gut gefallen. Der Novize Brutha und der in einem Schildkrötenkörper gefangene Gott Om waren zwar recht unterhaltsam, aber die Story selbst empfand ich als langatmig und zäh. Hier wird viel über Religion philosophiert, und ich habe manche Passagen nur quergelesen. Da freue ich mich doch schon sehr auf den nächsten Teil "Lords und Ladies" mit den Hexen!

Chris Carter - Der Vollstrecker:
(Robert Hunter #2)
Auch der 2. Teil um Robert Hunter und Carlos Garcia konnte mich wieder begeistern. Chris Carter hat wirklich ein Händchen für ungewöhnliche, sadistische Morde, die nichts für schwache Nerven sind. Fesselnd und geradezu nüchtern beschreibt er die Taten, die einem doch eine Gänsehaut bereiten und das Buch trotzdem nur schwer zur Seite legen lässt. Hier freue ich mich schon sehr auf den nächsten Teil!

Sebastian Fitzek - AchtNacht:
"AchtNacht" wurde bekanntlich inspiriert vom Kinofilm "The Purge", den ich nicht kenne und somit auch nicht damit vergleichen kann. Wir bekommen es hier mit einer atemlos rasanten Verfolgungsjagd und einem Katz-und-Maus-Spiel zu tun, das den Leser defitiniv über das ganze Buch bei der Stange hält. Allerdings fand ich die Auflösung, wer denn nun hinter dem Event der AchtNacht steckt, ein wenig mau, da fehlte mir doch der herbeigesehnte Aha-Moment. Trotzdem versteht es Sebastian Fitzek erneut, den Leser in den Bann zu schlagen und bescherte mir wieder sehr unterhaltsame Lesestunden.

Harald Gilbers - Endzeit:
(Richard Oppenheimer #3)
Von "Germania" war ich begeistert, von "Odins Söhne" ein wenig enttäuscht und nun von "Endzeit" ernüchtert. Zwar schildert Harald Gilbers wiederum gekonnt anschaulich und detailreich das Berlin, das sich am Ende des 2. Weltkriegs befindet, doch die eigentliche Story um Richard Oppenheimer, der hier zwischen die Fronten der Russen und US-Amerikaner gerät, trat für mich einfach zu sehr auf der Stelle.
Spannung sucht man fast vergebens, die Geschichte plätschert in vielen Teilen einfach nur so dahin. Da kann man nur auf einen besseren nächsten Band hoffen, wenn es diesen überhaupt geben sollte, da diesmal keine offenen Fragen bleiben.

Veit Etzold - Dark Web:
In seinem neuesten Thriller beleuchtet Veit Etzold das sog. "Dark Web" mit all seinen Grausamkeiten und Perversitäten. Dies stellt er so authentisch dar, dass einem wirklich in manchen Szenen ganz anders wird und man an Grenzen stößt, vor allem was das Stichwort "Dolls" angeht. Man mag sich nicht vorstellen, dass es so etwas wirklich geben könnte! Am Ende wurde es allerdings für meinen Geschmack etwas zu actionreich. Zahlreiche Charaktere kommen hier vor, die aber anhand einer zu Beginn gelisteten Dramatis Personae gut auseinanderzuhalten sind. Ein teuflischer Thriller, der von seiner Aktualität lebt und bei dem man sich wirklich Sorgen macht, ob dies evtl. so mal eintreffen könnte oder bereits grausame Wirklichkeit in den dunklen Tiefen des Internets ist.

Absolutes Monatshighlight:

2 Kommentare

  1. Hey :)

    Ich habe schon bemerkt, dass es bei dir stiller geworden ist - auch auf Twitter. Ist aber für mich völlig in Ordnung, ich bin in meinem Leben - vor allem bloggend - schon mehrmals gekommen und gegangen :D.

    Zu deinen Büchern: "Geständnisse" reizt mich auch, mal sehen, ob ich es irgendwann einmal aus der Bücherei ausleihen kann (Aktuell mag ich nicht so viel Geld fürs Lesen ausgeben). "Tote Mädchen" fand ich als Buch auch nicht so gut, erinnere mich. Mich nervte vor allem diese auseinandergerissene Erzählart zwischen Hannahs Erzähltem und Clays Gedanken dazwischen. Das fand ich beim Lesen eher anstrengend ... Die Serie geht außerdem viel mehr ins Detail, gibt den beteiligten Figuren mehr Tiefe. "AchtNacht" dagegen erschien mir irgendwie blutleer - zu viel Routine kann manchmal auch schaden. Und vor allem konnte mich keiner der Charaktere soweit von sich überzeugen, dass ich wirklich mit ihm mitfiebern wollte ...

    Liebe Grüße
    Ascari

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    1. Hallo meine Liebe,
      ja, mir tut die Auszeit richtig gut und es fehlt eigentlich an nichts. Darum versuche ich mich jetzt auch an Instagram, was ich toll zum Folgen finde. Twitter reizt mich irgendwie so gar nicht mehr. "Geständnisse" kann ich von meiner Seite aus nur empfehlen, ist vom Schreibstil und der Geschichte mal etwas ganz anderes, aber du hast mit dem teuren Preis für recht wenige Seiten schon recht. Auch mit "Tote Mädchen lügen nicht" bin ich ganz auf deiner Seite. "AchtNacht" hat mir in dem Moment, als ich es gelesen habe, gut gefallen, das kam zur richtigen Zeit, denn ich wollte was schnelles, rasantes lesen, ohne viel nachdenken zu müssen ;)
      Dir ganz viele Grüße zurück!!!

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