Lesemonat Februar 2017

1.3.17

Tschüss Februar! Trotz Blogpause habe ich mich entschlossen, wenigstens kontinuierlich den Lesemonat und ein paar Worte zu den gelesenen Büchern zu posten. Ein bisschen Statistik muss nun mal sein :)

Folgende Bücher wurden von mir im Februar 2017 gelesen:

Gelesene Bücher: 9
Gelesene Seiten: 3.776
Gelesene Seiten/Tag: 134,8
Durchschnittliche Seiten/Buch: 419,5
Durchschnittliche Wertung: 4,2
Seitenstärkstes Buch: Stephen King - Finderlohn (544 Seiten)
Seitenärmstes Buch: Marek Krajewski - Tod in Breslau (304 Seiten)

  1. Stephen King - Finderlohn (★★★★★)
  2. Terry Pratchett - Voll im Bilde (★★★★★)
  3. Marek Krajewski - Tod in Breslau (★★★★☆)
  4. Jessica Koch - Dem Abgrund so nah (★★★★★)
  5. Peter Swanson - Die Gerechte (★★☆☆☆)
  6. Amelie Sander - Als hätte der Himmel mich vergessen (★★★★★)
  7. Robert Harris - Vaterland (★★★★★)
  8. Wiebke Lorenz - Bald ruhest du auch (★★★★☆)
  9. Melanie Raabe - Die Wahrheit (★★★☆☆)
  10. Stephen King - Mind Control (★★★★★)

Kurz zu den Büchern:
Stephen King - Finderlohn:
(Bill Hodges Trilogy #2)
"Finderlohn", der 2. Band der Bill Hodges-Trilogie, konnte mich genauso begeistern wie "Mr. Mercedes". Zwar beschäftigt sich die Geschichte nicht mit dem "Mercedes-Killer", der allerdings am Rande auftaucht und bereits viel für den Abschlussband verspricht, aber auch diese Story um die gestohlenen Notizbücher des John Rothstein kann durchweg überzeugen.
Bill Hodges taucht zwar relativ spät in der Handlung auf, das tut der Geschichte aber keinen Abbruch. Auch die etwas eigene aber liebenswerte Holly Gibney ist wieder mit von der Partie, die Story spannend, das Ende durchaus etwas gruselig. Stephen King hat es einfach drauf und so kann man auf "Mind Control" durchaus gespannt sein.

Terry Pratchett - Voll im Bilde:
(Discworld #10)
Nachdem der letzte Torwächter Holy Woods verstorben ist, wird "die Idee" freigelegt und Holy Wood soll wieder in seiner alten Blüte erstrahlen. Dies gelingt durch die Erfindung der Alchimisten, dem Filmstreifen. Einer von ihnen, Thomas Silberfisch, engagiert den jungen Victor Tugelbend, einen Zauberer in Ausbildung, sein neuer Filmstar in Holy Wood zu werden. Zusammen mit Ginger wird er zum Traumpaar des Films, findet im sprechenden Wunderhund Gaspode einen Freund und muss schon bald das Böse, das sich in Holy Wood zusammenbraut, bekämpfen.
Terry Pratchett zeigt im 10. Band der Discworld-Reihe wiederum sein ganzes Können. Unzählige Anspielungen auf Schauspieler und bekannte Filme sind hier wiederzuerkennen, gepaart mit kreativen und humorvollen Charakteren, wie z.B. dem schauspielernden Troll Galenit, der sich selbst den Künstlernamen Rock Flint gibt.
Ob "Vom Winde verweht", "Singing in the Rain" oder "Lassie", hier ist für jeden Cineasten, der auf gut durchdachten Humor steht, etwas dabei. Daher eine ganz dicke Leseempfehlung für diesen Band, in dem die Unsichtbare Universität und ihre Zauberer ebenfalls eine große Rolle spielen, den man aber auch ohne Vorwissen als eigenständigen Teil lesen kann.

Marek Krajewski - Tod in Breslau:
(Eberhard Mock #1)
"Tod in Breslau" lebt nicht nur von seinem markanten Mordfall, sondern auch von der sehr stimmigen Atmosphäre. Marek Krajewski lässt hier das Breslau der 1930er Jahre vor dem Auge des Lesers entstehen und schildert dies detailreich und -getreu.
Mit Eberhard Mock bekommt man es mit einem nicht alltäglichen Kommissar zu tun, denn er betrügt seine Frau, geht ins Bordell und schreckt auch nicht vor Schlimmerem zurück. Durch den Roman zieht sich ebenso eine Spur aus Korruption, Machtgeschachere, Folter und auch die ein oder andere kurze Sexszene. Ein verruchtes Breslau eben! Ebenso wird schon der Einfluss Hitlers erkennbar.
Mir hat der Auftakt der Reihe gut gefallen, da es mal etwas anderes als die typische Krimi-Kost war und daher werde ich auch die anderen drei in Deutschland erschienenen Bände noch lesen.

Jessica Koch - Dem Abgrund so nah:
(Die Danny-Trilogie #2)
Im 2. Teil der Danny-Trilogie lernen wir Dannys Vorgeschichte kennen, die mit seinem 10. Lebensjahr beginnt. Könnte man nach dem 1. Band vermuten, es könnte nicht mehr tragischer kommen, wird man hier eines besseren belehrt.
Dieses Buch geht einem unfreiwillig unter die Haut und beginnt mit einer Warnung, die äußerst berechtigt ist.
Es erzählt das physische, psychische Leiden und die Misshandlung jedweder Art von Danny durch seinen eigenen Vater Aiden. Wer mit dieser Thematik nicht zurechtkommt, bitte unbedingt Finger weg von diesem Buch!
Jessica Koch nimmt hier kein Blatt vor den Mund und erzählt die Misshandlungen sehr detailreich, sodass es richtig wehtut. Schockiert war ich auch über die Mutter Marina, die sich nur noch ihren Wahnvorstellungen hingibt und ihrem Sohn kein bisschen Hilfe bietet. Inwiefern Jessica Koch hier wirkliche Erlebnisse von Danny wiedergibt und wie viel eventuell dazugedichtet wurde, bleibt zwar dahingestellt, aber man kann diese schreckliche Kindheit von Danny durchaus als wahr nachvollziehen.
Zwar ist es anmaßend, solch ein Buch mit Sternen zu bewerten, aber allein durch die Tatsache, wie sehr einen diese 336 Seiten gefühlsmäßig aufgewühlt zurücklassen, sind 5 Sterne außer Frage.

Peter Swanson - Die Gerechte:
Der Anfang dieses sogenannten Thrillers las sich für mich recht langweilig und zäh. Erst bei 45 % des eBooks kam dann mal eine kleine Wendung. Aber danach driftete es in eine Art "Jeder will jeden umbringen" ab.
Vor allem der zum Ende hin ermittelnde Kommissar, der auch selbst zu Wort kommt, setzte dem Ganzen mit seiner Naivität und komischen Obsession noch die Krone auf. Die anderen Charaktere, auch die sogenannte "Gerechte", waren oberflächlich und in ihren Taten keineswegs nachzuvollziehen. 2 Sterne gibt es, da ich nicht abgebrochen habe und sich das Buch schnell lesen ließ.

Amelie Sander - Als hätte der Himmel mich vergessen:
Die kleine Amelie muss nach dem Tod ihrer Mutter und der Heirat ihres Vaters mit der Stiefmutter durch ein jahrelanges Martyrium von körperlicher und physischer Gewalt gehen. Auch wird sie stundenlang weggesperrt, darf nur wenig essen und trinken, sich nur alle 4 Wochen waschen und niemals die Zähne putzen.
Kaum vorstellbar, wie es in dieser Familie zuging, ohne dass es jemand mitbekommen oder hinterfragt hätte. Man kann vor Amelie Sander nur den Hut ziehen, wie sie nach diesen vielen Jahren ihr Leben in die Hand genommen hat und ein ganz neuer Mensch wurde.
Ein wichtiges Buch, das aufzeigt, dass man beharrlich hinterfragen sollte, wenn ein Kind sich auffällig benimmt. Es könnte ein Hilfeschrei sein!

Wiebke Lorenz - Bald ruhest du auch:
Bereits "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz hatte mir sehr gut gefallen, daher freute ich mich auf ihren aktuellen Thriller, der ebenso wieder gute Unterhaltung bietet. Vor allem die 2. Hälfte ist an Rasanz in den Geschehnissen kaum zu überbieten. Sie enthält die ein oder andere nicht gerade vorsehbare Wendung, was aber auch ein klein wenig zuviel des Guten ist, da man regelrecht von einem Drama ins nächste katapultiert wird.
Einen Stern Abzug muss ich vornehmen, da ich eine gewalttätige Szene unnötig und unpassend fand, die sich über ein, zwei Seiten hinzieht und die ich querlesen musste. (Stichwort: Gewalt gegenüber einem Tier!)
Ansonsten ein empfehlenswerter Thriller, der ein schnelles, fast schon zu schnelles Tempo vorlegt und mit einigen Toten gespickt ist.

Melanie Raabe - Die Wahrheit:
Nach dem grandiosen Debüt "Die Falle" war ich sehr gespannt auf Melanie Raabes neues Werk. Leider folgte nach einem wirklich vielversprechenden Anfang, der Spannung im weiteren Verlauf verspricht, dann die Ernüchterung.
Zwar glänzt Melanie Raabe wieder durch ihren Schreibstil, der einen das Buch gerne lesen lässt und man ist durchaus auf die Auflösung gespannt. Doch genau diese hat mir das Buch wirklich versaut. Das Ende ist völlig unspektakulär, geradezu platt. Hier scheint der Autorin wohl die zündende Idee abhanden gekommen zu sein. Wirklich schade, denn Potenzial für ein anderes Ende war durchaus vorhanden!

Stephen King - Mind Control:
(Bill Hodges Trilogy #3)
Im letzten Band der Bill Hodges-Trilogie erwartet den Leser ein grandioser Abschluss der Reihe. Lasen sich "Mr. Mercedes" und "Finderlohn" noch wie Krimis, packt Stephen King in "Mind Control" (wie der Name schon sagt) eine gehörige Portion Ünernatürliches, wie Gedankenkontrolle und Telekinese, hinein, was stimmig und auch schlüssig erklärt wird.
Die altbekannten Charaktere wie Bill Hodges, Holly Gibney, Jerome Robinson und auch Brady Hartsfield bekommen wieder ihren großen Auftritt und das Ende mündet in einen großartigen Showdown. Ich kann die komplette Trilogie ohne Weiteres weiterempfehlen. Ganz großes Kino, Mr. King!

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