Lesemonat Januar 2017

3.2.17

Tschüss Januar! Trotz Blogpause habe ich mich entschlossen, wenigstens kontinuierlich den Lesemonat und ein paar Worte zu den gelesenen Büchern zu posten. Ein bisschen Statistik muss nun mal sein :)

Folgende Bücher wurden von mir im Januar 2017 gelesen:

Gelesene Bücher: 11
Gelesene Seiten: 4.441
Gelesene Seiten/Tag: 143,3
Durchschnittliche Seiten/Buch: 403,7
Durchschnittliche Wertung: 4,3
Seitenstärkstes Buch: Stephen King - Mr. Mercedes (592 Seiten)
Seitenärmstes Buch: Terry Pratchett - Eric (153 Seiten)

  1. Terry Pratchett - Wachen! Wachen! (★★★★★, REZENSION)
  2. Jilliane Hoffman - Insomnia (★★★★★)
  3. Stephen King - Mr. Mercedes (★★★★★)
  4. Jessica Koch - Dem Horizont so nah (★★★★★)
  5. Terry Pratchett - Eric (★★★★☆)
  6. Eve Chase - Black Rabbit Hall (★★☆☆☆)
  7. Robert Harris - Vaterland (★★★★★)
  8. Sarah Pinborough - Sie weiß von dir (★★★☆☆)
  9. B.A. Paris - Saving Grace. Bis dein Tod uns scheidet (★★★★★)
  10. Arno Strobel - Im Kopf des Mörders. Tiefe Narbe (★★★☆☆)
  11. Sharon Bolton - Er liebt sie nicht (★★★★★)

Kurz zu den Büchern ohne Rezension:
Jilliane Hoffman - Insomnia:
Bereits der Prolog von "Insomnia" hat es in sich, da man hier schon einen guten Einblick in die Seele des Täters erhält und er somit sehr neugierig auf das gesamte Buch macht. Mir ist beim Lesen immer wieder das berühmte Sprichwort "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht" dazu eingefallen, da dieses schon viel über Mallory in den ersten Kapiteln aussagt.
Jilliane Hoffman hat einen atmosphärischen, mitreißenden Schreibstil, der zwar auch vor detaillierten Folterszenen nicht halt macht, aber auch gewissen Wert auf die Ermittlungsarbeit von Bobby Dees und vor allem dem Seelenleben von Mallory Knight legt, was mir sehr gut gefallen hat, da dies einen vorzüglichen Mix darstellt. Meist wird ja sonst in Thrillern einer dieser Aspekte eher vernachlässigt oder zu großes Augenmerk auf einen bestimmten Aspekt gelegt.
Besonders eine Szene, die sich in Mallorys Schlafzimmer abspielt, ist mir hier im Gedächtnis geblieben, die mir auch jetzt noch eine Gänsehaut bringt. Hier hat Jilliane Hoffman wieder sehr gute Arbeit geleistet, denn sie hat auch einige unvorhergesehene Wendungen eingebaut, die einen in trügerischer Sicherheit wiegen lassen wollen.
Ich kann diesen Thriller jedenfalls mit sehr gutem Gewissen weiterempfehlen: natürlich Lesern, die Jilliane Hoffman schon kennen sowieso und für alle anderen würde ich empfehlen, mit dem 1. Fall von Agent Bobby Dees, "Der Mädchenfänger", zu starten, da in "Insomnia" am Rande öfter mal Bezug dazu genommen wird (ist aber kein Muss!).

Stephen King - Mr. Mercedes:
"Mr. Mercedes", der erste Teil der Bill Hodges-Trilogie, ist kein typischer King, der auf die Zutaten Horror oder Ekel setzt, sondern eher ein Kriminalroman, der mich aber bestens unterhalten konnte.
Bill Hodges, Detective im Ruhestand, hatte ich schnell ins Herz geschlossen und auch Jerome, den 17-jährigen Nachbarsjungen, der Bill beim Rasenmähen zur Hand geht und die etwas abgedrehte Mittvierzigerin Holly Gibney sind Charaktere, die sich im Lauf der Handlung zu den wahren Helden heraufschwingen.
Mr. Mercedes selbst ist der Bösewicht in Perfektion, ein Mann, der auch unser Nachbar sein könnte. Unscheinbar, nach außen hin höflich und nett, aber im Inneren voller Hass, der ihn leitet.
Ein absolut fesselnder Roman, der mich wieder daran erinnerte, warum King wie Pratchett zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört und ich sehr gespannt bin, wie es mit Bill Hodges in "Finderlohn", dem 2. Teil der Trilogie, weitergehen wird.

Jessica Koch - Dem Horizont so nah:
Anhand des Covers und des Buchtitels könnte man hier denken, dass es sich um einen typischen Frauen- bzw. Liebesroman handelt, was aber beileibe nicht der Fall ist. Jessica Koch erinnert sich an ihre Zeit mit ihrem Freund Danny, die in keinster Weise einer normalen Beziehung gleicht.
Danny hat Angst vor Berührungen, warum das so ist, findet man selbst schnell heraus. Doch verbirgt sich dahinter noch ein viel größeres Schicksal, was beide untrennbar zusammenschweißt. Sie sehen sich Anfeindungen von anderen Leuten ausgesetzt, die sich aufgrund von Gerüchten, die sich um Danny ranken, aufbauen.
Es geht in dieser real geschehenen Geschichte sehr emotional zu und es wird auch nichts beschönigt! Ich bewundere Jessica Koch für ihren Mut, ihre Geschichte, die sie in jungen Jahren durchgemacht hat, so offen zu erzählen und habe mit beiden mitgelitten, mitgelacht und auch viele traurige Momente durchlebt.
Ich kann "Dem Horizont so nah" unbedingt weiterempfehlen und werde mich demnächst dem 2. Teil der Trilogie widmen, aber muss ein wenig das Gelesene noch verdauen.

Terry Pratchett - Eric:
Normalerweise bekommen Bücher von Terry Pratchett generell 5 Sterne von mir, da ich die Scheibenwelt ungeheuer liebe.
Doch leider ist das diesmal anders: Die Kurzgeschichte "Eric" war mir auf den gut 150 Seiten leider etwas zu schnell und ruckartig abgehandelt, daher gibt es einen Stern Abzug.
Trotzdem hat mir die Story gut gefallen, denn Rincewind und die Truhe haben hier wieder einen gelungenen Auftritt und es gibt wieder jede Menge Anlehnungen an Bekanntes, wie z.B. Goethes "Faust", die Azteken, Helena von Troja und den Trojanischen Krieg. Dies verpackt Terry Pratchett wieder gekonnt in unterhaltsame, witzige Erlebnisse, allerdings wie schon gesagt, sind diese Episoden sehr schnell abgehandelt.
Aber es hat mich wieder sehr gefreut, von Rincewind und der Truhe zu lesen, die beiden sind einfach ein ganz tolles Gespann!

Eve Chase - Black Rabbit Hall:
Leider mein Flop des Monats Januar! Ich hatte mich auf eine unterhaltsame Geschichte auf zwei Zeitebenen à la Lucinda Riley oder Teresa Simon gefreut, doch "Black Rabbit Hall" blieb da völlig hinter meinen Erwartungen zurück.
Die Geschichte war mir durchgängig einfach nur langweilig, sei es in der Gegenwart als auch im Jahr 1968. Es passiert einfach so gut wie nichts und das eigentliche Familiengeheimnis konnte mich in keinster Weise überraschen.
Um zu wissen, wie es letztendlich ausgeht (man ist ja nunmal neugierig!), las ich die letzten 30% nur noch quer. Sorry, aber der Roman konnte bei mir leider keinerlei großartige Begeisterung auslösen.

Robert Harris - Vaterland:
"Vaterland" ist bereits 1992 erschienen und das Debüt von Robert Harris. Darin erzählt er folgende Fiktion: Es ist das Jahr 1964 und Adolf Hitler hat den Krieg gewonnen. Deutschland ist die führende Macht in der Europäischen Union und an einer Annäherung mit Amerika bemüht. Berlin ist die Hauptstadt und Albert Speer hat seine Visionen von monumentalen Gebäuden in die Tat umgesetzt.
In dieser alternativen Vergangenheit ist Obersturmbannführer Xaver März der Protagonist, der einen Mord aufzuklären hat. Doch März findet bei seinen Ermittlungen Wahrheiten um das Großdeutsche Reich heraus, die ihn selbst in große Gefahr bringen, sollten diese jemals an die Öffentlichkeit geraten.
Robert Harris hat mit "Vaterland" einen historischen Kriminalroman erdacht, der sich nicht nur mit einem Mordfall beschäftigt, sondern auch das Thema Holocaust gehörig miteinfließen lässt. Zwar ist Xaver März als Hauptcharakter nur erdacht, aber Harris lässt auch historisch belegte Personen in seinem Roman mitspielen, einige weniger bekannt (z.B. Josef Bühler, Wilhelm Stuckart und Martin Luther), andere eher ein Begriff (wie Artur Nebe und Odilo Globocnik).
Sehr gelungen sind auch die Beschreibungen des Alternativ-Berlins im Jahr 1964. Die Monumentalbauten, der Polizeiapparat, die furchteinflößende Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße erwachen vor dem Auge des Lesers regelrecht zum Leben.
Für Fans von Alternativ-Geschichten gepaart mit einem historischen Krimi kann ich "Vaterland" definitiv weiterempfehlen!

Sarah Pinborough - Sie weiß von dir:
In "Sie weiß von dir" bekommt man es auf den ersten Blick mit einer typischen Dreieckskonstellation (Mann, Frau, Geliebte) zu tun. Man ist schnell davon überzeugt, wer hier der/die Manipulierte ist und wer im Hintergrund die eigentlichen Strippen zieht.
Durch dauernde Perspektiv- und auch Zeitwechsel bleibt eine gewisse Spannung durchaus vorhanden. Allerdings wird mehr und mehr ein für mich eher phantastisches und schwer nachvollziehbares Element in die Handlung eingebracht, welches auch die versprochene verblüffende Lösung darstellt. Das war nun so gar nicht meins, deshalb von mir "nur" 3 Sterne.

B.A. Paris - Saving Grace. Bis dein Tod uns scheidet:
Dass sich der frisch geheiratete Ehepartner als Psychopath entpuppt und nach der Hochzeit sein wahres Gesicht zeigt, ist nicht wirklich neu. Doch B.A. Paris hat in ihrem Debüt mit Jack Angel einen wirklich sadistischen Charakter erschaffen, der seinesgleichen sucht.
Er manipuliert seine Frau Grace, wobei vor allem ihre am Down-Syndrom erkrankte Schwester Millie sein Ass im Ärmel darstellt. Lehnt Grace sich gegen ihn auf, streicht er die Besuche bei Millie, lässt Grace hungern und andere perfide Spielchen. Vor seinen Freunden wird sie somit gezwungen, die allzeit liebende Ehefrau zu geben.
Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen aus der Sicht von Grace erzählt, in der Gegenwart und in der Vergangenheit, in der man erfährt, wie sich Grace und Jack kennenlernten und somit das Unglück seinen Lauf nahm.
B.A. Paris konnte mich von Anfang bis Ende mit ihrem Debüt begeistern, denn Jack Angel lässt einem wahrlich die Schauer über den Rücken laufen und man wünscht Grace, dass sie sich hoffentlich unversehrt aus seinen Fängen befreien kann. Uneingeschränkt empfehlenswertes Debüt!

Arno Strobel - Im Kopf des Mörders. Tiefe Narbe:
Von Arno Strobel habe ich bereits mehrere Thriller gelesen, daher war ich gespannt auf den Trilogie-Auftakt um Kommissar Max Bischoff. Leider war dieser eher enttäuschend und recht langweilig.
"Tiefe Narbe" gleicht eher einem Krimi als einem Thriller: Nacheinander werden immer wieder tote Frauen aufgefunden, dazwischen wird heftig durch Bischoff und seinen Kollegen Böhmer ermittelt.
Unsinnig und überflüssig empfand ich die Beziehung zwischen Bischoff und Jennifer Sommer, die einfach nur ein billiges Klischee bedient. Auch der Täter kam nicht wirklich überraschend, über sein Motiv kann man nur spekulieren.
Da ich das Buch ohne querzulesen beendet habe, gibt es immerhin noch gerade so 3 Sterne. Von Arno Strobel kann ich aber guten Gewissens die Thriller "Der Trakt", "Das Wesen" und "Der Sarg" weiterempfehlen.

Sharon Bolton - Er liebt sie nicht:
Sharon Bolton hat ja schon so einiges geschrieben, aber "Er liebt sie nicht" war mein 1. Buch von ihr. Damit konnte sie mich allerdings vollends überzeugen, denn hier ist niemand, wie er scheint. Man findet einige unzuverlässige Charaktere vor, die man zwar schnell zu durchschauen meint, aber am Ende wird dann doch wieder jedwede Theorie über den Haufen geworfen.
Hamish Wolfe, der vermeintliche Serienmörder, bittet Maggie Rose, eine Anwältin und erfolgreiche True Crime-Schriftstellerin, seinen Fall nochmals aufzurollen, da er unschuldig sei. Beide Charaktere zeigen erst spät ihr wahres Gesicht, was vor allem bei Maggie sehr zu überraschen weiß.
Zwischen der eigentlichen Handlung werden diverse E-Mails, Briefe und Gutachten eingestreut, was die Geschichte noch ein wenig plastischer gestaltet. Das Ende konnte mich mit seiner Wendung nochmals überraschen. Daher volle 5 Sterne von mir und eine Leseempfehlung.

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