Martin Krist - Wut

24.10.16

Titel: Wut
Autor: Martin Krist
Reihe: Paul Kalkbrenner #1
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein eBooks (10.06.2013)
ISBN: 978-3-843-70456-4 (eBook, 352 Seiten)
ASIN: B00BZ0OU5K (Kindle Edition)
Preis: 6,99 €

Kurzbeschreibung:
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein schreckliches Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit... *Quelle*

Zum Autor:
Martin Krist ist das Pseudonym des erfolgreichen Autors Marcel Feige. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften und lebt seit 1998 als Schriftsteller in Berlin.

Meinung:
Von der Reihe um Paul Kalkbrenner habe ich viel Positives gehört und da vor kurzem mit Märchenwald der 5. Band erschienen ist, wurde es Zeit, damit zu beginnen. Die Geschichte spielt in Berlin Ende Juni 2012 in einem Zeitraum von schätzungsweise einer Woche. Die Idee, den Thriller vorwiegend im Berliner Untergrund spielen zu lassen, war für mich neu, reizvoll und wurde atmosphärisch ansprechend umgesetzt.

Der Kriminalhauptkommissar Paul Kalkbrenner ist Anfang 40 und arbeitet im Kriminalkommissariat Berlin-Mitte. Er bekommt es mit einigen Morden zu tun, die es aufzuklären gilt. Dadurch steht er ziemlich unter Druck und vernachlässigt wie schon so oft sein Familienleben, was ihm von seiner Tochter Jessy übelgenommen wird. Die Scheidung von Ehefrau Ellen steht kurz bevor. Paul Kalkbrenner ist ein sympathischer Protagonist, der vor allem mit seinem Privatleben überfordert ist, seine Arbeit aber ganz genau nimmt.

Der 22-jährige BWL-Student Leif Nehring wird wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz zu 60 Sozialstunden verdonnert, die er beim Verein Obdachlose e.V. in Charlottenburg ableisten soll. Bei seiner Arbeit lernt er durch Kollege Noppe den Berliner Untergrund und seine Bewohner kennen und gerät ins Visier des Mörders. Leif Nehring wirkt anfangs oberflächlich, entwickelt sich aber gerade zum Ende des Thrillers hin sehr weiter und gerät von einer gefährlichen Situation in die nächste, sodass er einem schon wieder leid tut.

Die Nebenfiguren sind zahlreich. Hervorzuheben wären hier Jessy (die 21-jährige Tochter Kalkbrenners jobbt neben ihrem Studium als Bedienung und ist nicht gut auf ihren Vater zu sprechen), Hans-Hermann Hängo (Assistent von Kalkbrenner, seit einem Jahr in der Mordkommission tätig und sehr wissbegierig) und Hardy Sackowitz (Journalist alter Schule beim Berliner Kurier, der nach einer Alkoholentziehungskur wieder Fuß zu fassen beginnt).

Wut wird vorwiegend aus den Perspektiven von Paul Kalkbrenner, den man bei seinen Ermittlungen begleitet, und Leif Nehring, der u.a. von seinen Erlebnissen im Berliner Untergrund berichtet, in der 3. Person erzählt. Zwischen den Kapiteln werden wiederholend Zeitungsartikel aus dem Berliner Kurier eingestreut, die sich mit dem bevorstehenden Umweltgipfel beschäftigen.

Durch das ungewöhnliche Setting des Berliner Untergrunds und verschiedene Erzählperspektiven bleibt der Thriller von Anfang bis Ende spannend und lädt zum Miträtseln ein, da das Motiv und der Täter bis kurz vor Schluss unklar bleiben.

Der Schreibstil von Martin Krist ist einfach und angenehm zu lesen. Bedingt durch die kurz gehaltenen Kapitel fliegt man regelrecht durch die Seiten. Gut gefallen haben mir auch die detailliert beschriebenen Schauplätze, die einem Berlin näher bringen. Am Ende des Thrillers befindet sich ein exklusives Bonusmaterial mit Anmerkungen von Martin Krist und Holger Happel vom Verein Berliner Unterwelten e.V., das die Welt unter Berlin anhand von Text und einigen Bildern näher erklärt.

Fazit:
Wut ist ein spannender Thriller, der gleichermaßen den Auftakt zur Paul Kalkbrenner-Reihe bildet. Punkten kann auch das ungewöhnliche Setting im Berliner Untergrund, das aufgrund seiner Bewohner betroffen macht. Punktabzug gibt es, da mir Kalkbrenners Privatleben, sprich seine Frau Ellen und Tochter Jessy, anfangs doch sehr auf die Nerven ging, da die beiden keinerlei Verständnis für seine berufliche Einbindung hatten und sehr weinerlich daherkamen.

Wertung: ★★★★☆

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