Stefan Steinmetz - Aufziehmädchen Emma

21.12.15

Titel: Aufziehmädchen Emma
Autor: Stefan Steinmetz
Genre: Fantasy
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (22.10.2015)
ISBN: 978-1-5187-1707-9 (Taschenbuch, 574 Seiten)
ASIN: B0170JSQ40 (Kindle Edition)
Preis: 17,66 €
eBook: Kindle Edition für 3,99 €
Bezugsquelle: Stefan Steinmetz

Kurzbeschreibung:
Im Jahr 1910 mietet der berühmte Professor Heisenberg das Dampfluftschiff Abendstern, um damit über den Atlantik zum legendären Land America zu fahren, einem Land von dem die alten Ägypter berichteten, das jedoch von keiner Schiffsexpedition je entdeckt wurde. Schiffe, die über den Atlantik nach Westen fuhren, kehrten nie wieder.
Mit von der Partie ist Heisenbergs neunzehnjährige Tochter Emma, die nach einem Unfall etliche mechanische Teile trägt, wie eine mechanische Lunge und ein Aufziehwerk anstelle eines Herzens. Auch eins ihrer Augen ist künstlich. Auf dem Weg zu dem unbekannten Kontinent kommen sich Emma und Christian von Reichshofen, der Kapitän des Luftschiffs näher.
In America entdecken sie riesige Laufvögel, Schildkröten größer als Elefanten und Dinosaurier. Sie finden auch eine alte Indiokultur und suchen nach dem fernen Pyramidenland der Ägypter, wo es Silber in Massen geben soll. Da Silber im Königreich Bayern wesentlich wertvoller ist als Gold, könnte sich die alte Legende als riesiger Schatz entpuppen.
Doch Professor Heisenbergs Benehmen wird immer verdächtiger. Ist er am Ende gar nicht der freundliche Forscher, für den er sich ausgibt? Und wieso scheint Emma furchtbare Angst vor ihrem Vater und dessen undurchsichtigem Diener Albert zu haben? *Quelle*

Zum Autor:
Stefan Steinmetz wurde am 16.06.1962 geboren. Schon mit sieben Jahren schrieb er erste kleine Geschichten. 1989 fing er dann das Schreiben ernsthaft an und hat seitdem etliche Romane und unzählige Kurzgeschichten geschrieben. Meist spielen seine Geschichten in seiner saarländischen Heimat, auch die Alternativweltromane und die Steampunkgeschichten.

Meinung:
Aufziehmädchen Emma spielt im Jahre 1910 im Königreich Bayern. Der Wissenschaftler Theodor Heisenberg mietet das Luftschiff Abendstern und seine Crew an, um das sagenumwobene Land America zu entdecken, was Amerigo Vespucci und den nachfolgenden Forschungsreisenden nicht vergönnt war, denn sämtliche Schiffe zu Wasser kamen nie von der Reise zurück. Doch nicht nur das Entdecken und Erforschen fremder Arten, Kulturen und Lebewesen hat der Gelehrte im Sinn, ihn trachtet es vor allem nach einem wertvollen Silberaufkommen in dieser Region, da er so gut wie pleite ist.

Mit von der Partie sind sein undurchsichtiger Diener Albert Hansen und seine 19-jährige Tochter Emma, die vor einiger Zeit einem Mordanschlag zum Opfer fiel und seitdem mit einem künstlichen Auge, Bein und einem Uhrwerk statt eines menschlichen Herzens ausgestattet ist. Schnell freundet sich Emma mit der freundlichen Crew der Abendstern an, vor allem mit Pilot Christian von Reichshofen, in den sie sich verliebt. Bald wird klar, dass Heisenberg und Diener Albert mehr zu verbergen haben und Emma in sehr großer Gefahr schwebt.

Stefan Steinmetz hat mit seinem Roman Aufziehmädchen Emma eine gelungene Mischung aus Steampunkwelt, Abenteuergeschichte und Familientragödie erdacht, die für interessierte Leser sehr unterhaltsam sein dürfte.

Die 19-jährige Protagonistin Emma ist eine tragische Figur, die bislang kein leichtes Leben führen durfte. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und seitdem gibt Vater Theodor Heisenberg ihr die Schuld am Ableben seiner Frau. Emma durfte nie das wahre Leben kennenlernen, sondern wurde vom Vater abgeschottet aufgezogen. Der Diener Albert spioniert ihr tagtäglich hinterher und hält Theodor über sämtliche Schritte Emmas auf dem Laufenden. Nach ihrem Unfall ist sie abhängiger denn je von ihrem Vater, der sie dies immer wieder spüren lässt und sie damit auch erpresst. Erst auf der Abendstern blüht Emma richtig auf, findet Freunde unter der Crew und verliebt sich sogar.

Theodor Heisenberg wirkt anfangs noch sympathisch in seiner aufopferungsvollen Sorge um seine Tochter. Doch immer mehr kristallisiert sich sein wahres Gesicht heraus, denn seine Sorge gilt nicht wirklich ihr, sondern nur seinem Wohlstand und Ruhm, ferner ist er sehr kontrollsüchtig und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Mit Albert Hansen, seinem Diener, verfügt er über einen willigen Helfer, der auch vor Brutalität nicht zurückschreckt, wenn die Situation es erfordert.

Die Crew der Abendstern freundet sich schnell mit Emma an, vor allem Kapitän Christian von Reichshofen ist vom ersten Blick an fasziniert von der jungen Frau. Aber auch die anderen Crewmitglieder haben keine Scheu vor ihr und werden für Emma eine Ersatzfamilie, die zu ihr steht und sie nach Kräften unterstützt.

Die Handlung selbst gliedert sich in mehrere Teile. Zu Anfang lernt man alle Beteiligten kennen und erlebt die Fahrt der Abendstern nach America, um dort mit auf Forschungsreise zu gehen. Den eigentlichen Höhepunkt macht dann die Rückreise aus, die sich recht spannend gestaltet, da hier am meisten passiert.

Die Steampunk-Elemente aber auch die Erforschung von Land, Lebewesen und Pflanzen spielen eine große Rolle. Diese werden von Stefan Steinmetz sehr detailliert beschrieben. Allerdings muss ich zugeben, dass mir diese Detailverliebtheit ein wenig zum Verhängnis wurde, denn dadurch ergaben sich für mich einige Längen im Buch, durch die ich mich kämpfen musste.

Das Leid, das Emma durch ihren Vater erfahren muss, konnte mich allerdings mitreißen und berühren. Man kann mit der jungen Frau nur mitfiebern und hofft, dass sie den Fängen ihres Vaters entkommt. Auch die Auflösung, was es genau mit dem Mordanschlag auf sie auf sich hat, überrascht und verstört zugleich. Zwar enthält der Roman auch eine Liebesgeschichte, die aber nicht im Vordergrund steht und sich somit gut in die Handlung eingliedert. Für Leser von Steampunk-Romanen und Abenteuergeschichten à la Jules Verne, die auch vor sehr detaillierten Schilderungen nicht zurückschrecken, kann ich Aufziehmädchen Emma weiterempfehlen.

Fazit:
Aufziehmädchen Emma ist eine gelungene Mischung aus Steampunk, Abenteuer- und Familiengeschichte, die mir allerdings an einigen Stellen zu detailliert erzählt wurde und somit einige Längen in der Handlung beinhaltete. Trotzdem konnte mich die Geschichte um Emma, ihren Vater und die Luftschiffer-Crew der Abendstern gut unterhalten.

Wertung: ★★★★☆

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