John Ajvide Lindqvist - So finster die Nacht

10.2.15

Titel: So finster die Nacht
Originaltitel: Låt den rätte komma in
Autor: John Ajvide Lindqvist
Übersetzung: Paul Berf
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe (11.09.2007)
ISBN: 978-3-404-15755-6
Taschenbuch, 639 Seiten
Preis: 8,99 €
eBook: Kindle Edition für 7,49 €
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Wenn das Unfassbare Einzug hält, nimmt es anfangs niemand wahr...
In dem Stockholmer Vorort Blackeberg wird die Leiche eines Jungen gefunden. Sein Körper enthält keinen Tropfen Blut mehr. Alles deutet auf einen Ritualmörder hin. Noch ahnt niemand, was tatsächlich geschehen ist. Auch der zwölfjährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten. Wer könnte der Mörder sein? Und warum sind in der Nachbarwohnung die Fenster stets verhangen... *Quelle*

Zum Autor:
John Ajvide Lindqvist, geboren 1968, ist aufgewachsen in Blackeberg, einem Vorort von Stockholm. Dort leben auch Oskar und Eli, die Helden seines Romandebüts So finster die Nacht. Nach einer Karriere als TV-Standup-Comedian hat er mit dem Schreiben von Thrillern mit Horrorelementen begonnen. Mit großem Erfolg. Der vorliegende Roman wurde von Lesern und Kritikern mit Begeisterung aufgenommen, und John Ajvide Lindqvist gilt in Schweden als eines der größten Talente der Literaturszen. So finster die Nacht wird in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt und verfilmt.

Meinung:
Blackeberg, ein Vorort von Stockholm, im Jahr 1981. In dieser Stadt, die vor Tristesse und Eintönigkeit nur so wimmelt, lebt der 12-jährige Oskar mit seiner alleinerziehenden Mutter. In der Schule ist er ein Außenseiter, wird gemobbt und hat keine Freunde. In die Nachbarwohnung zieht eines Tages das Mädchen Eli mit seinem Vater.

Schon bald freunden sich die beiden an. Doch dann häufen sich merkwürdige Morde, die sich niemand erklären kann. Und Oskar merkt, dass mit seiner neuen Freundin irgendetwas nicht stimmt.

Laut Cover wird der Roman als Thriller bezeichnet, was aber so gar nicht zutrifft, denn der Leser bekommt es hier mit einem Mix aus verschiedenen Genres zu tun. Auffällig ist natürlich vor allem der Horroranteil, denn das hier Vampire ihr Unwesen treiben, ist sehr schnell erkennbar. Zugleich behandelt So finster die Nacht aber auch die Themen des Erwachsenwerdens, der Freundschaft, der ersten Liebe und ebenso Gesellschaftsstudie.

Lindqvist versteht es sehr gut, die Tristesse und Hoffnungslosigkeit in dem grauen Vorort Blackeberg zu beschreiben. Alle Figuren sind irgendwie vom Leben gezeichnet und haben ihr Schicksal zu tragen. Aber auch die Brutalität kommt hier nicht zu knapp, so dass das Buch nicht für zartbesaitete Leser zu empfehlen ist. Hier ist der Vampir kein romantischer Held, sondern Lindqvist nimmt sich auch der Themen der Pädophilie, des sozialen Absturzes und der Einsamkeit an, die er anhand von verschiedenen Charakteren skizziert.

Vor allem der junge Oskar konnte mich begeistern. Anfangs als Mobbingopfer in der Schule dargestellt, mausert er sich dank der neuen Freundschaft mit Eli zu einem unerschrockenen Jungen, der sich nicht mehr alles anstandslos gefallen lässt und zurückschlägt.

Allerdings war mir der Schluss ein wenig zu dick aufgetragen, denn dieser mündet dann doch schon in einen wahren Roman mit Splatterelementen, auf die man getrost hätte verzichten können, da dies meiner Meinung nach nicht zum Rest des Romans passte. Für Leser, die einen Genremix bevorzugen und nicht vor drastischen Szenen zurückschrecken, kann ich das Buch aber nur empfehlen.

Fazit:
So finster die Nacht hebt sich überaus angenehm von der momentan gängigen Vampirliteratur ab. Eine hoffnungslose und triste Atmosphäre mit Charakteren, die teils bereits am Leben gescheitert sind, runden diesen Genremix gekonnt ab.

Wertung: ★★★★☆

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