Jussi Adler-Olsen - Erbarmen

27.1.15

Titel: Erbarmen
Originaltitel: Kvinden i buret
Autor: Jussi Adler-Olsen
Übersetzung: Hannes Thiess
Reihe: Carl Mørck #1
Genre: Thriller
Verlag: dtv premium (01.10.2009)
ISBN: 978-3-423-24751-1
Klappenbroschur, 420 Seiten
Preis: 14,90 €
eBook: Kindle Edition für 8,99 €
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«
Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten.
Wer sind die Täter?
Was wollen sie von dieser Frau?
Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben? *Quelle*

Zum Autor:
Jussi Adler-Olsen wurde am 02.08.1950 in Kopenhagen geboren. 1997 erschien sein erster Roman Alfabethuset, der in zahlreiche Länder verkauft wurde. Dann folgten die Kriminalromane Firmaknuseren (2003) und Washington Dekretet (2006), bevor Adler-Olsen 2007 mit Erbarmen, dem ersten Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q, einen Riesenerfolg hatte. 2008 stürmte er auch mit Fasandræberne, dem zweiten Fall für Carl Mørck, die Bestsellerlisten und gilt seither als bestverkaufter dänischer Krimiautor.

Meinung:
Im Jahr 2002 wird die aufstrebende junge Politikerin Merete Lynggaard auf einer Fähre entführt. Die Polizei ging damals davon aus, dass ihr geistig behinderter Bruder Uffe sie ins Meer gestoßen hat und der Fall wurde zu den Akten gelegt. 2007 wird Vizekommissar Carl Mørck Chef des neu eingerichteten Sonderdezernats Q, das sich mit alten ungelösten Mordfällen befassen und diese aufklären soll. Er stößt auf den alten Fall um Merete Lynggaard und beginnt mit seinen Ermittlungen.

Indes wird klar, dass Merete seit 5 Jahren in einer speziellen Druckkammer gefangen gehalten wird. Für Carl und seinen neuen Mitarbeiter Assad, der eigentlich nur als Mädchen für alles fungieren soll, sich aber selbst in die Ermittlungen miteinbringt, startet ein Spiel gegen die Zeit, um Merete vielleicht doch noch lebend zu finden.

Leider konnte mich der Auftaktband zur Carl Mørck-Reihe überhaupt nicht begeistern, geschweige denn fesseln. Daher werde ich die Reihe auch nicht weiterverfolgen.

Carl Mørck als Hauptermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q blieb von vorne bis hinten hölzern, ich konnte keinerlei Beziehung zu ihm aufbauen. Sein neuer Mitarbeiter Assad war da schon weitaus sympathischer, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, woher er seine Fähigkeiten hat, die er in den Ermittlungen an den Tag legt. Natürlich könnte man sich da anhand von Andeutungen schon etwas denken, doch wird dies im ersten Band der Reihe noch nicht aufgeklärt.

Was den Entführungsfall Merete Lynggaard angeht, kann man sich kaum Haarsträubenderes vorstellen. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie eine Person 5 Jahre lang unter den hier gegebenen Umständen überleben soll und auch das Motiv des Täters empfand ich als zu unrealistisch, wobei die Kapitel, die von Merete handeln, noch die spannenderen waren.

Die Ermittlungsarbeit gestaltet sich als äußerst zäh und langweilig, der Täter kristallisiert sich schon frühzeitig heraus, ohne das viel Wert auf falsche Fährten, die man locker hätte legen können, gelegt wird. Für einen Thriller, wie es auf dem Cover steht, definitiv zu wenig!

Auch das Ende ist nach einem 08/15-Muster gestrickt, das nicht zu überraschen vermag. Der einzige Aspekt, der mich etwas mehr begeistern konnte, war die Beziehung zwischen Merete und ihrem geistig behinderten Bruder Uffe, die vor allem am Schluss sehr emotional ist und die Geschichte positiv enden lässt.

Fazit:
Erbarmen konnte mich leider nicht wie gehofft begeistern, dazu fehlte diesem Thriller eigentlich so gut wie alles, was dieses Genre ausmacht. Daher werde ich die Reihe auch nicht weiterverfolgen und es bleibt bei diesem einen Leseausflug in die Welt Carl Mørcks. Sehr enttäuschend!

Wertung: ★★☆☆☆

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