John Katzenbach - Der Professor

15.1.15

Titel: Der Professor
Originaltitel: What Comes Next
Autor: John Katzenbach
Übersetzung: Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer
Genre: Thriller
Verlag: Droemer HC (28.10.2010)
ISBN: 978-3-426-19824-7
Gebundene Ausgabe, 560 Seiten
Preis: 19,99 €
eBook: Kindle Edition für 9,99 €
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: -

Kurzbeschreibung:
Der pensionierte Psychologieprofessor Adrian Thomas bekommt von seinem Arzt eine niederschmetternde Diagnose: Demenz. Noch immer unter dem Eindruck der bestürzenden Nachricht blickt der alte Mann auf die Straße und sieht ein etwa sechzehnjähriges Mädchen vorübereilen. Gleichzeitig rollt ein Lieferwagen heran, bremst ab und beschleunigt wieder: Das Mädchen ist verschwunden. Der Professor ist verwirrt. Täuscht er sich, oder hat er gerade eine Entführung beobachtet? (Quelle: Rückseite des Hardcover-Schutzumschlags)

Zum Autor:
John Katzenbach, geboren 1950, war ursprünglich Gerichtsreporter für den Miami Herald und die Miami News. Bei Droemer Knaur sind inzwischen sieben Kriminalromane von ihm erschienen, darunter die Bestseller Die Anstalt, Der Patient, Das Rätsel und Das Opfer. Zweimal war Katzenbach für den Edgar Award, den renommiertesten Krimipreis der USA, nominiert. Er lebt mit seiner Familie in Amherst/Massachusetts.

Meinung:
Adrian Thomas, ein vor kurzer Zeit pensionierter Psychologieprofessor, wird bei einem Arztbesuch mit einer niederschmetternden Diagnose konfrontiert: Er leidet an Demenz, die rasch fortschreitet. Nach diesem Besuch wägt er einen Selbstmord ab, da er keine Angehörigen hinterlässt. Seine Frau kam bei einem Autounfall ums Leben, der Sohn fiel im Irak in seiner Ausübung als Kriegsfotograf und sein Bruder beging Selbstmord. Auf dem Nachhauseweg fällt ihm ein junges Mädchen auf, das an ihm vorbeiläuft und kurz danach ein Lieferwagen mit einem Pärchen an Bord, der neben dem Mädchen hält.

Als dieser wieder anfährt, ist auch das Mädchen verschwunden, nur ihre rosa Baseballkappe bleibt zurück. Adrian Thomas ist verwirrt und fragt sich, ob er nun wirklich eine Entführung beobachtet hat oder ob ihm seine Krankheit einen Streich spielt. Doch schon bald wird klar, dass die junge Jennifer entführt wurde und von dem Pärchen Linda und Michael gefangen gehalten wird. Detective Terri Collins wird auf den Fall angesetzt, da Jennifer bereits mehrere Male von zu Hause abgehauen ist und Terri sie gut kennt. Aber auch Adrian Thomas will Jennifer finden und so ermittelt er parallel zu Terri Collins auf seine eigene Art und Weise.

Der Professor von John Katzenbach wird zwar als Thriller gekennzeichnet, doch ich empfand den Roman eher als Kriminalgeschichte, da das „Thrillige“ meiner Meinung nach zu kurz kam und auch keine überraschenden Wendungen stattfanden.

Professor Adrian Thomas ist eine Hauptfigur, die vor allem durch seine Krankheit und die daraus resultierende Unsicherheit Sympathien weckt. Seine ungewöhnliche Partnerschaft mit Mark Wolfe, der ihn bei seiner Suche nach der entführten Jennifer unterstützt, konnte durchaus überraschen, zumal er auch Hilfe und Ratschläge von seinen Angehörigen bekommt, die nicht mehr am Leben sind. Das empfand ich als tolle und in Adrian Thomas' Situation passende Idee.

Jennifer selbst muss einige Torturen über sich ergehen lassen, die ihr von dem Pärchen Linda und Michael zugefügt werden. Die beiden haben in meinen Augen ein einfach krankes Weltbild, dass ich nicht nachvollziehen konnte. Detective Terri Collins, die im Entführungsfall ermittelt, blieb mir überraschend zu blass, sie tritt kaum in Erscheinung, wie man es eigentlich von einem Ermittler erwarten sollte.

Es finden sich einige Längen im Roman ein, die man gut und gerne hätte straffen können und somit der Handlung etwas mehr Pep verliehen hätte. Das Ende mündet in einem Showdown, der mir etwas überzogen anmutete, dafür konnte mich aber der Epilog wiederum sehr positiv stimmen.

Fazit:
Der Professor ist kein wirklicher Thriller, der Gänsehaut verbreitet – vielmehr eher ein Kriminalroman, bei dem das Ende schon recht vorhersehbar ist. Dafür kann die Hauptfigur mit ihren Eigenheiten und Ermittlungsart punkten. Nette Unterhaltung für zwischendurch, die mit einem rührenden Epilog endet.

Wertung: ★★★☆☆

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