Arno Strobel - Das Wesen

15.1.15

Titel: Das Wesen
Autor: Arno Strobel
Genre: Thriller
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag (05.11.2010)
ISBN: 978-3-596-18632-7
Taschenbuch, 368 Seiten
Preis: 8,95 €
eBook: Kindle Edition für 8,99 €
Bezugsquelle: Kauf
Bonus: Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast – unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn – für die Ermittler und den Täter von damals.
Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar – ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache... *Quelle*

Zum Autor:
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitete bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mittlerweile konzentriert er sich ganz auf das Schreiben und gehört zu den gefragtesten deutschen Thrillerautoren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.

Meinung:
Die beiden Kommissare Bernd Menkhoff und Alexander Seifert werden mit dem Fall eines verschwundenen Mädchens konfrontiert. Es soll sich um die Tochter von Psychiater Dr. Joachim Lichner handeln, der vor 15 Jahren die kleine Juliane Körprich umgebracht haben soll und damals in einem aufsehenerregenden Indizienprozess zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, die er mittlerweile abgesessen hat. Lichner streitet ab, überhaupt Vater eines Kindes zu sein und beteuert auch seine Unschuld an dem alten Mordfall. Doch Menkhoff schenkt ihm keinen Glauben und es entwickelt sich ein regelrechtes Duell zwischen beiden, in dem auch Nicole Klement, die Ex-Freundin und Patientin von Lichner, die später auch mit Menkhoff eine Beziehung hatte, eine zentrale Rolle spielt.

Arno Strobel konnte mich mit Das Wesen sehr begeistern. Im Gegensatz zu Das Rachespiel, das mir letztes Jahr nicht ganz so gut gefallen hatte, konnte mich dieser Roman aus dem Jahr 2010 fesseln bis zum Ende. Durch sich anfangs stetig abwechselnde Zeitwechsel baut sich eine gewisse Spannung auf, die dazu verleitet, immer weiterlesen zu wollen.

Denn es wird abwechselnd aus dem Jahr 1994 berichtet, als die kleine Juliane Körprich tot aufgefunden und Dr. Joachim Lichner als Täter zu einer hohen Haftstrafe verurteilt wird, und aus der Gegenwart, in der seine angebliche Tochter ebenfalls verschwindet und die beiden Kommissare Menkhoff und Seifert erneut mit ihm konfrontiert werden.

Joachim Lichner ist ein Unsympath hoch drei, der sehr überheblich und arrogant daher kommt und sich über die Kommissare bei jeder sich bietenden Gelegenheit lustig macht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Bernd Menkhoff ihn von Beginn an nicht leiden kann und ihn durch gewisse Vorkommnisse für verdächtig hält (in der Vergangenheit und auch Gegenwart). Eine zentrale Rolle im Roman spielt auch Nicole Klement, eine ehemalige Patientin Lichners und spätere Lebensgefährtin, die aber auch mit Menkhoff eine gemeinsame Vergangenheit hat.

Schnell führt Arno Strobel den Leser auf eine gewisse Spur des vermeintlichen Täters, die auch nachvollziehbar ist. Doch wird man schlussendlich eines besseren belehrt, was durchaus zu verblüffen vermag. Denn so gut wie jede handelnde Person im Roman hat Geheimnisse, die später ans Licht kommen. Erwähnenswert wäre noch, dass Das Wesen ohne jegliche blutige Szenen auskommt, was ich sehr begrüße, weil dieses Stilmittel viel zu viel in Psychothrillern eingesetzt wird, was nicht immer unbedingt nötig ist.

Daher meine Leseempfehlung für Das Wesen für interessierte Leser von Thrillern, die auf blutige, drastische Szenen verzichten möchten.

Fazit:
Ein Thriller, der auf das typische Klischee der blutigen, gewaltvollen Szenen in diesem Genre verzichtet und somit positiv aus dem Rahmen fällt, denn auch ohne dieses Stilmittel kann Das Wesen vollends überzeugen.

Wertung: ★★★★★

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