Lesemonat Juli 2014

2.7.14


Gelesene Bücher: 11
Gelesene Seiten: 4.346


Buchhighlight des Monats:
Mechtild Borrmann - Der Geiger


Mein Fazit:
Ein Roman über die Suche nach einem wertvollen Familienerbstück, der beeindruckt und zu fesseln weiß.



5 Sterne:


Kurzfazit zu Mirjam Mous - Boy 7:
Grundidee: Ein Junge wacht ohne Gedächtnis mitten in der Einöde auf und weiß nicht, wie er dorthin gekommen ist, geschweige denn, wer er selbst ist. Nach und nach findet er die Wahrheit über seine Vergangenheit heraus.
Charaktere: Hauptfigur ist der junge Sam Waters, genannt Boy Seven. Sam ist ein äußerst sympathischer Charakter, mit dem man mitfiebert und auch Mitleid hat. Mutig begibt er sich auf den langen Weg, sein Gedächtnis wiederzufinden, egal, wie viele Steine ihm in den Weg gelegt werden. Nebencharaktere sind z.B. Lara Rogers, die ihn im Bed & Breakfast ihrer Tante Bobbie einquartiert und ihm bei seiner Suche nach sich selbst hilft.
Handlungsschauplatz: Die Orte Branding und Flatstaff im US-Bundesstaat Colorado.
Handlung: Sam Waters kann sich an nichts aus seiner Vergangenheit erinnern, als er auf einer weitläufigen Grasebene zu sich kommt. Er weiß nicht, wer er ist, woher er kommt und wie er dort gelandet ist. In dem Rucksack, den er bei sich führt, findet er einige lose Hinweise und auch ein Handy. Auf diesem ist eine Nachricht, die er selbst daraufgesprochen hat, die besagt, dass er keine Polizei einschalten soll. Bald darauf kann er ein Auto anhalten, die Fahrerin ist Lara Rogers, die ihn im Bed & Breakfast ihrer Tante unterbringt. Von dort aus macht sich Sam an die mühevolle Arbeit, seine Vergangenheit aufzudecken, die sich langsam wie ein Puzzle Stück für Stück offenbart und nicht ohne Gefahren ist.
Ende & Auflösung: Spannung von Anfang bis Ende! Mirjam Mous hat mit Boy 7 einen fesselnden Jugendthriller erdacht, der sich rasant lesen lässt. Auch das Ende konnte mich durchweg überzeugen und somit kann ich für diesen Roman eine absolute Leseempfehlung vergeben.

Kurzfazit zu Thomas Nommensen - Ein dunkler Sommer:
Reihe: Arne Larsen #1
Grundidee: Ein Mordfall an einem Mädchen, der 10 Jahre zurückliegt und dessen Täter nun aus der Haft entlassen wird – doch ist er wirklich der Mörder oder ein Bauernopfer, das herhalten musste, um die wirklichen Motive der Tat und die wahren Täter zu verschleiern?
Charaktere: Arne Larsen ermittelt im Mordfall Sartorius und wird mit dem lange zurückliegenden Fall um Ulrike Wegner konfrontiert. Ein bodenständiger Ermittler, der sehr authentisch wirkt. Unterstützt wird er von seinem Kollegen Frank Kuhlmann, der sich öfter zurückgesetzt fühlt. Weitere Rollen spielen Gregor Harms, der damalige Kommissar, der im Fall Ulrike ermittelte und seitdem nicht gern im Ort gesehen ist und der damalige mutmaßliche Täter Jens Brückner, der nach 10 Jahren Haft entlassen wird.
Handlungsschauplatz: Nordermühlen in Schleswig-Holstein im Hochsommer.
Handlung: Vor 10 Jahren wurde die kleine Ulrike Wegner entführt und später ertrunken in der Kanalisation aufgefunden. Jens Brückner wird für die Tat verantwortlich gemacht und landet hinter Gittern, obwohl er bis zuletzt seine Unschuld beteuert. Nun wird er entlassen und kurz darauf wird der wichtigste Zeuge, der ihn damals belastet hat, ermordet und es kursieren anonyme Briefe mit Drohungen. Will sich Jens Brückner rächen oder steckt hinter der damaligen Entführung vielleicht mehr als bisher angenommen?
Ende & Auflösung: Thomas Nommensens Debütroman konnte mich durch seine authentischen und sympathischen Charaktere durchweg überzeugen. Das Ende hätte ich mir so nicht ausgemalt und hinterlässt auch Betroffenheit, vor allem was die Figur des Gregor Harms angeht. Ein wirklich gelungener Kriminalroman, der von Beginn an Spannung verspricht und diese auch halten kann. Lesetipp für alle Krimi-Liebhaber!

Kurzfazit zu Linda Castillo - Die Zahlen der Toten:
Reihe: Kate Burkholder #1
Grundidee: Junge Frauen werden bestialisch ermordet aufgefunden. Die örtliche Polizeichefin verbindet die Morde mit ihrer dunklen Vergangenheit, von der niemand außer ihrer Familie weiß.
Charaktere: Die 30-jährige Kate Burkholder ist die Polizeichefin von Painters Mill und eine geborene Amish, die sich aber vor Jahren von deren Glauben und Leben losgesagt hat. Ihr Team besteht aus dem Ex-Marine Glock, dem noch jungen und unerfahrenen T.J. Banks, „Skid“ Skidmore und „Pickles“, einem schon pensionierten Polizisten. Unterstützung findet das Team in Agent John Tomasetti, einem alkohol- und tablettenabhängigen Mann, den seine Vorgesetzten aufs Abstellgleis befördert haben und der nun in diesem Fall seine letzte Chance für sich sieht.
Handlungsschauplatz: Die kleine Stadt Painters Mill/Ohio im Winter.
Handlung: Mehrere bestialische Morde geschehen in Painters Mill, immer sind junge Frauen die Opfer. Kate Burkholder erinnern die Morde stark an Serienmorde in den 1990er Jahren, doch der Täter von damals ist eigentlich tot. Zusammen mit John Tomasetti, der ihr von der Stadtverwaltung als Unterstützung vor die Nase gesetzt wird, ermitteln Kate und ihr Team Tag und Nacht, bis Kate selbst ins Visier gerät.
Ende & Auflösung: Der Auftakt der Reihe um Kate Burkholder konnte mich durchweg überzeugen. Zwar sind die Charaktere überschaubar, sodass der Leser schon bald einen Verdacht in Bezug auf den Serienmörder hat, doch baut Linda Castillo auch mehrere Irrungen und Wirrungen mit in die Geschichte ein, die zum Rätselraten animieren. Reizvoll ist vor allem der Schauplatz und die Rolle der Amish People, von deren Lebensweise immer wieder berichtet wird. Eine Reihe, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde.

Kurzfazit zu Silvia Kaffke - Das rote Licht des Mondes:
Reihe: Lina Kaufmeister #1
Grundidee: Im Ruhrgebiet der 1850er Jahre lebt die Anfang Dreißigjährige Lina Kaufmeister. Der Roman erzählt, wie sie sich von ihrer Familie abnabelt und selbstbestimmt leben möchte. Desweiteren handelt die Geschichte von mysteriösen Morden an jungen Frauen, die den Commissar Robert Borghoff auf den Plan rufen, der zusammen mit Lina ermittelt.
Charaktere: Lina Kaufmeister ist Anfang Dreißig und Spross einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Sie lebt im Haushalt ihres schwerkranken Vaters. Durch ein Hüftleiden seit ihrer frühen Kindheit hinkt sie und hat daher keine Aussicht auf eine Heirat. Daher führt sie den Haushalt, pflegt den Vater und widmet sich ihrer Leidenschaft, der Schneiderei. Ihr Bruder Georg hat die Vormundschaft für Lina, dieser nutzt sie allerdings nur aus und gängelt sie, wo er nur kann. Commissar Robert Borghoff ist noch recht neu in seinem Amt in Ruhrort und bekommt es mit mysteriösen Morden an jungen Frauen zu tun.
Handlungsschauplatz: Ruhrort, ein Stadtteil Duisburgs, im Jahr 1854.
Handlung: Lina Kaufmeister möchte nicht länger unter der Fuchtel ihres Bruders Georg leben. Sie ist eine modern eingestellte junge Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und ihr Leben selbst bestimmen möchte. Daher zieht sie in eine kleine Wohnung bei der Witwe Clara Dahlmann, die ein Geschäft für Stoffe und Nähereien betreibt. Doch Georg macht ihr das Leben weiterhin schwer, wo er nur kann und streicht ihr sämtliche Gelder. Lina beginnt, ihre Leidenschaft, das Schneidern, als Beruf auszuüben und sich selbstständig zu machen. Als sie auf einem Spaziergang zwei Mädchenleichen entdeckt, macht sie die Bekanntschaft von Commissar Robert Borghoff, der ebenfalls bei der Witwe Dahlmann logiert. Die beiden bekommen es mit weiteren Morden zu tun und ermitteln fortan zusammen.
Ende & Auflösung: Zwar weiß man bereits recht früh, was es mit den Morden in Ruhrort auf sich hat, doch konnte mich Silvia Kaffke mit ihrem Mix aus Krimi und Historie durchweg überzeugen. Man erfährt als Leser viel über die Entwicklung der Stadt, die sich mitten in den Zeiten der Industrialisierung befindet, die damals noch schwere Stellung der Frauen in der Gesellschaft und auch über das Elend, das in den ärmeren Vierteln herrschte. Anschaulich sind auch sämtliche Charaktere geschildert, vor allem Lina Kaufmeister war mir von Beginn an sehr sympathisch. Ihre offene Art und moderne Einstellung, mit der sie es zu diesen Zeiten wirklich nicht leicht hatte, machen sie zu einer Protagonistin, mit der man mitfiebert und der man ein besseres Leben als das, was sie im Haushalt ihres Bruders fristet, wünscht. Für Fans des historischen Genres gepaart mit einem spannenden Kriminalfall kann ich diesen Roman nur weiterempfehlen. Linas Geschichte geht übrigens in dem Folgeband Das dunkle Netz der Lügen weiter, den ich sicherlich bald lesen werde.

Kurzfazit zu Mechtild Borrmann - Der Geiger:
Grundidee: Vordergründiger Familienroman gepaart mit ein wenig Kriminalgeschichte im Russland der Gegenwart und Vergangenheit angesiedelt.
Charaktere: Sascha Grenko, Enkel Iljas, ist auf der Suche nach der Stradivari-Geige seines Großvaters, wobei ihm sehr viele Steine in den Weg gelegt werden und seine Schwester Vika auf mysteriöse Weise ums Leben kommt; Ilja Grenko, begnadeter Violinist, wird in Russland 1948 verhaftet und glaubt an einen fatalen Irrtum; seine Frau Galina und die beiden Söhne Pawel und Ossip werden verbannt und werden Ilja nie wiedersehen.
Handlungsschauplatz: Russland in der Gegenwart und in den 1940er bis 1960er Jahren.
Handlung: Der bekannte Violinist Ilja Grenko wird 1948 in Moskau verhaftet und in das Arbeitslager von Workuta verbracht. Durch seine vielen Auslandstourneen kam der Verdacht auf, dass er aus Russland fliehen will. Geschickt wird verbreitet, dass er tatsächlich das Land verlassen habe, selbst seine Frau Galina glaubt daran. Seine geliebte Stradivari verschwindet spurlos und Galina wird mit den beiden Söhnen Ossip und Pawel in die Verbannung nach Karaganda geschickt, wie es mit Angehörigen von Verrätern zu dieser Zeit üblich war. In der heutigen Gegenwart wird Sascha Grenko, der Enkel Galinas und Iljas, dessen Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen, von seiner Schwester Vika kontaktiert. Da sie adoptiert wurde, hatten die beiden über Jahre keinen Kontakt zueinander. Sie bittet Sascha um Hilfe in einer Familienangelegenheit, in die aber auch viel mächtigere Gegner involviert sind, wie Sascha bald bitter am eigenen Leib erfahren wird.
Ende & Meinung: Mit Der Geiger ist Mechtild Borrmann ein sehr eindringlicher und auch spannender Familienroman gelungen. Das Schicksal der Familie Grenko konnte mich berühren und man fiebert vor allem bei dem Handlungsstrang mit, der in der Vergangenheit spielt und sich mit den Großeltern Saschas befasst. Iljas Schicksal erschüttert den Leser, seine Schilderungen vom Leben im Arbeitslager von Workuta gehen unter die Haut und auch Galinas Lebensweg ist kein bisschen einfacher, da sie in der Verbannung auch noch ihre beiden Kinder durchbringen muss. Den Großteil der Geschichte nimmt das Familienschicksal der Grenkos ein, dass hochspannend erzählt wird, aber auch ein bisschen Krimi-Anteil kommt nicht zu kurz. Ein Roman über die Suche nach einem wertvollen Familienerbstück, der beeindruckt und zu fesseln weiß.

4 Sterne:


Kurzfazit zu Danielle Paige - Dorothy Must Die:
Reihe: Dorothy Must Die #1
Grundidee: Alternatives Retelling der The Wizard of Oz-Geschichte, in der Dorothy Gale böse Züge annimmt und durch eine Gleichaltrige aus Kansas getötet werden soll.
Charaktere: Hauptfigur ist die 16-jährige Amy Gumm, die durch einen Tornado im Land Oz landet, in dem die nunmehr bösartige Dorothy als Prinzessin regiert. Nur Amy kann Dorothy Einhalt gebieten und das Land vor dem Untergang retten. Amy ist anfangs ein recht glückloser Charakter: In der Schule wird sie gemobbt und ihre Mutter kümmert sich seit Jahren nicht mehr richtig um sie. Erst in Oz blüht sie zu einem selbstbewussten jungen Mädchen auf, das ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt.
Handlungsschauplatz: Anfangs Flat Hill in Kansas, danach das Zauberland Oz.
Handlung: Die 16-jährige Amy Gumm lebt mit ihrer Mutter in einem Trailerpark, seit ihr Vater sie verlassen hat. In der Schule wird sie von der arroganten Madison Pendleton gemobbt und durch einen Vorfall suspendiert. Ihre Mutter kümmert sich seit der Trennung vom Vater kaum noch um sie. Eines Abends trifft ein Tornado Flat Hill und Amy wird mitsamt ihrem Trailer nach Oz katapultiert, dem Zauberland, das sie bisher nur aus Büchern kannte. Doch Oz ist längst nicht mehr das, was es einmal war. Dorothy Gale, die nach Oz zurückkehrte, hat das Land seiner ganzen Magie beraubt und herrscht dort als Prinzessin in gnadenloser Form. Amys Aufgabe wird schnell klar: Sie wird vom „Revolutionary Order of the Wicked“ angeheuert, Dorothy zu beseitigen. Doch bevor dies geschehen kann, muss sich Amy einem Training unterziehen und sich das Vertrauen von Dorothy erschleichen.
Ende & Auflösung: Da es sich hierbei um den Auftakt einer Trilogie handelt, bleibt das Ende natürlich recht offen. In der Mitte hat das Buch einen kleinen Durchhänger, da es ein wenig auf der Stelle tritt. Erst im letzten Drittel nimmt es noch einmal an Fahrt auf, doch ohne weitreichende Lösung. Mir hat dieser Auftaktband gut gefallen, auch wenn ein Quentchen mehr Spannung nicht geschadet hätte. Doch die Neuinterpretation von einer bösen Dorothy und ihrem genauso fiesen Gefolge, sprich Vogelscheuche, Zinnmann und Löwe, hat auf jeden Fall etwas für sich, daher werde ich diese Trilogie auf jeden Fall weiterverfolgen.

Kurzfazit zu Carina Bergfeldt - Die Vatermörderin:
Grundidee: Drei Frauen ermitteln in einem Mordfall, doch darunter ist eine, die ebenfalls einen Mord plant – den an ihrem verhassten Vater.
Charaktere: Hauptfiguren sind die beiden Journalistinnen Julia Almliden und Ing-Marie Andersson und die Kommissarin Anna Eiler. Beide Reporterinnen sind versessen darauf, den Mordfall an Elisabeth Hjordt zu lösen. Anna Eiler ermittelt zusammen mit ihrem Kollegen Patrick Morrelli an dem Fall, in dem aber auch ihr Vorgesetzter Ulf Karlkvist mehr als nur beruflich involviert ist. Alle drei Frauen haben ihre eigenen Geheimnisse, wobei eines davon besonders schwer wiegt.
Handlungsschauplatz: Skövde, eine schwedische Stadt 170 km nordöstlich von Göteborg, im Frühjahr 2010.
Handlung: Elisabeth Hjordt wird seit einiger Zeit vermisst und im Januar 2010 erfroren in einem See gefunden. Schnell wird klar, dass sie ermordet wurde. Die Kommissarin Anna Eiler und ihr Kollege Patrick Morrelli übernehmen den Fall, aber auch die beiden Journalistinnen Julia Almliden und Ing-Marie Andersson recherchieren für ihre Zeitung. Zudem möchte eine der drei Frauen ihren verhassten Vater umbringen, der sie, ihre Geschwister und die Mutter jahrzehntelang psychisch und physisch aufs Äußerste misshandelt hat.
Ende & Auflösung: Die Vatermörderin besteht aus zwei getrennten Fällen, wobei der eine Mord bereits geschehen ist, der andere sich noch in der Vorbereitung findet. Leider wurde mir schnell klar, welche der drei Frauen ihren Vater umbringen möchte. Doch die akribischen Vorbereitungen dieses Charakters waren interessant zu lesen und auch die Rückblenden in die Vergangenheit dieser Person, wie sie, ihre Geschwister und die Mutter über Jahrzehnte von diesem Mann drangsaliert wurden, werden von der Autorin eindringlich geschildert, so dass man dieser Person auch viel Anteilnahme entgegenbringt. Der Fall um die ermordete Elisabeth Hjordt konnte überzeugen, auch der Täter war nicht ganz so schnell entlarvt. Das Motiv war mir aber etwas zu ungreifbar und schwammig.

Kurzfazit zu Patricia Schröder - Blind Walk:
Grundidee: Jugendliche, die am Abenteuer-Event „Blind Walk“ teilnehmen, werden in einem abgelegenen Waldstück ausgesetzt und müssen mithilfe von Karte und Kompass zurückfinden. Doch bald stoßen sie auf eine Leiche.
Charaktere: Die 17-jährige Lida Donelly überredet ihren Freund Jesper, dass er sie mit auf den „Blind Walk“ nimmt. Der 20-jährige Jesper studiert im 3. Semester Medizin und möchte Lida eigentlich nicht bei dem Event dabei haben. Weitere Teilnehmer sind Natascha, ein unsympathisches sarkastisches Mädchen; Isabel, die an Epilepsie leidet; Thore, der sich für den geborenen Anführer hält; Birk, ein auf den ersten Blick ruhig wirkender Nerd und Joy, die mit am vernünftigsten wirkt. Desweiteren gibt es noch Sten Milders, der nach einem Unfall im Koma liegt.
Handlungsschauplatz: Ein abgelegenes Waldstück in der Nähe des Milberger Moors.
Handlung: Die 17-jährige Lida kann ihren Freund Jesper dazu überreden, sie mit auf den Event „Blind Walk“ zu nehmen, den er im Internet gebucht hat. Bei diesem Event werden eine Anzahl Jugendliche in einem abgelegenen Waldstück ausgesetzt und müssen anhand von Kompass und Karte den Weg zurückfinden. Doch die zusammengewürfelte Gruppe kommt anfangs überhaupt nicht miteinander zurecht und es kommt zu ersten Reibereien. Bald schon stoßen die Jugendlichen auf eine Leiche, die des Fahrers, der sie in den Wald gebracht hat. Und auch auf sie selbst wird Jagd gemacht – doch wer steckt dahinter? In einem parallelen Handlungsstrang lernt der Leser noch Sten Milders kennen, einen Jungen, der nach einem schweren Unfall im Koma liegt und selbst eine Geschichte zu erzählen hat.
Ende & Auflösung: Patricia Schröder hat mit Blind Walk nicht nur einen Jugendthriller erschaffen, sondern sie lässt auch einige mysthische Elemente miteinfließen, die für Überraschung sorgen. Aber auch das Thema der ersten Liebe kommt nicht zu kurz und so erwartet den Leser ein bunter Mix aus verschiedenen Genres, der zu unterhalten vermag. Trotz der mysthischen Anteile bleibt die Geschichte durchweg nachvollziehbar und realitätsnah und kommt ohne blutige Szenen aus. Somit ist Blind Walk ein Jugendthriller der etwas anderen Art für Fans von Genre-Mixen, der für viel Kurzweil beim Lesen sorgt.

Kurzfazit zu Erik Axl Sund - Krähenmädchen:
Reihe: Victoria Bergman #1
Grundidee: Mehrere Morde an kleinen misshandelten Jungen finden in Stockholm statt. Jeanette Kihlberg ermittelt und kommt damit mit der Psychologin Sofia Zetterlund in Berührung. Nichts für schwache Nerven!
Charaktere: Kommissarin Jeanette Kihlberg, die es privat wie beruflich nicht leicht hat, da sie von beiden Seiten kaum Unterstützung findet; Psychologin Sofia Zetterlund, die fast nur für ihre Arbeit lebt und eine unglückliche Beziehung zu Mikael führt; Victoria Bergman, eine Patientin Sofias, die bereits als Kleinkind vom Vater missbraucht wurde.
Handlungsschauplatz: Die schwedische winterliche Hauptstadt Stockholm in der Gegenwart.
Handlung: Jeanette Kihlberg, Kommissarin in Stockholm, bekommt es mit Fällen von getöteten und schwer misshandelten kleinen Jungen zu tun. Der Täter scheint immer einen Schritt voraus zu sein und auch der Staatsanwalt legt Jeanette bei ihren Ermittlungen Steine in den Weg. Sie macht die Bekanntschaft von Sofia Zetterlund, deren einer Patient ebenso zu den Opfern gehört und die selbst einiges an Ballast mit sich herumträgt. Sofias Schwerpunktgebiet liegt auf Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, zu ihren Patienten gehört auch Victoria Bergman, die vom Vater bereits als Kleinkind missbraucht wurde und mit deren Schicksal sie sich fast Tag und Nacht beschäftigt.
Ende & Auflösung: Da Krähenmädchen der Auftakt einer Trilogie ist, endet dieser 1. Band mit einem Cliffhanger, der den 2. Band förmlich herbeisehnen lässt. Zum Anfang liest sich die Geschichte noch sehr verworren, und ich brauchte einige Zeit, um in die Handlung zu kommen, da der Schreibstil recht nüchtern, sogar manchmal abgehackt wirkt. Doch hat man sich erst einmal eingelesen, was einem die kurz gehaltenen Kapitel sehr erleichtern, wird man mit einer komplexen Geschichte belohnt, die einiges an falschen Fährten bereithält. Vor allem die Figur der Victoria Bergman konnte mich überzeugen, da sie fast die komplette Story über nicht selbst in Erscheinung tritt und den Leser ihr bisheriges Schicksal betroffen macht. Es bleiben am Ende einige Fragen offen, die hoffentlich in den Folgebänden beantwortet werden. Das Autorenduo Erik Axl Sund hat sich schwer verdauliche Themen für diese Trilogie zugrunde gelegt, die nicht für zartbesaitete Leser zu empfehlen sind. Hier kann man nur auf den nächsten Band gespannt sein!

Kurzfazit zu Britt Reißmann - Blutopfer:
Grundidee: Die Leiche einer Ärztin wird gefunden, die Ermittlungen bewegen sich in mehrere Richtungen: Bei Jugendlichen, die gefährliche Mutproben bestehen, aber auch in den Reihen der Zeugen Jehovas und der SM-Szene.
Charaktere: Hauptkommissarin Verena Sander, die im Fall der toten Ärztin ermittelt, aber auch einiges an privaten Problemen mit ihrem Ex-Mann Fabio hat, der ihr das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Mona nehmen will. Auch mit Mona gibt es Schwierigkeiten, da sie sich mit einer Clique angefreundet hat, die ihr nicht gut tut.
Handlungsschauplatz: Stuttgart in der Gegenwart.
Handlung: Bei einer gefährlichen Mutprobe entdeckt Monas Clique die Leiche der Chirurgin Ewa Salgam, die auf grausame Weise zugerichtet wurde. Mit den Ermittlungen wird Hauptkommissarin Verena Sander, Monas Mutter, betraut. Mona ist seit dem Vorfall psychisch angeschlagen und bräuchte jetzt gerade den Zuspruch durch die Mutter. Doch diese ist natürlich nun mit den Ermittlungen beschäftigt und ihr Ex-Mann Fabio weiß dies auszunutzen, indem er Verena das Sorgerecht für die Tochter entziehen will. Auch der Fall ist alles andere als einfach: Es gibt viele Verdächtige, die Ewa Salgam hätten umbringen können, natürlich aus den verschiedensten Motiven heraus. Besonders einer sticht heraus, doch ob dieser, der ein Angehöriger der Zeugen Jehovas ist, wirklich der Täter ist, dieser Spur kann Verena Sander anfangs nicht weiter nachgehen, da ihr der zuständige Staatsanwalt Jens Triberg hierbei Steine in den Weg legt.
Ende & Meinung: Ein schlüssiges Ende konnte mich vollends von diesem Krimi überzeugen. Man merkt Britt Reißmanns Schreibstil an, dass sie selbst für die Stuttgarter Mordkommission arbeitet, denn die Ermittlungen werden authentisch und anschaulich beschrieben, ohne zu langweilen. Auch das Privatleben von Verena Sander kommt nicht zu kurz und somit halten sich der Kriminalfall und die privaten Probleme von ihr die Waage. Durch eine gewisse Anzahl von Verdächtigen ist der Täter auch nicht zu schnell ausgemacht und lässt den Leser miträtseln, wer denn nun für den Tod von Ewa Salgam verantwortlich ist und welches Motiv dahinter steckt. Ein spannender Krimi, der hoffentlich nicht der letzte von Britt Reißmann bleibt, denn Blutopfer kann durch die gut durchdachte Handlung und eine authentisch reagierende Ermittlerin überzeugen.

Kein Kurzfazit zu Agnes Sassoon - Überlebt

3 Sterne:


Kurzfazit zu Jack Ketchum - Lebendig:
Grundidee: Eine Frau, die auf dem Weg in eine Abtreibungsklinik ist, wird entführt und aufs heftigste gequält. Klingt vielversprechend, konnte aber leider nicht das halten, was es verspricht.
Charaktere: Sara Foster ist Anfang 40 und ungewollt schwanger von ihrem verheirateten Liebhaber Greg. Da Greg seine Familie nicht verlassen und Sara keine Kinder mehr möchte (ihr erster Sohn Daniel ist im Alter von 6 Jahren vor Saras Augen ertrunken), begibt sie sich in eine Abtreibungsklinik zum Schwangerschaftsabbruch. Auf dem Weg dorthin allerdings wird sie von dem Paar Stephen und Kath entführt, radikalen Abtreibungsgegnern, die für eine ominöse Organisation arbeiten. Leider bleiben alle Charaktere sehr blass und ich konnte noch nicht mal mit dem Opfer eine großartige Verbindung aufbauen, was schade ist.
Handlungsschauplatz: New York im Jahr 1998.
Handlung: Wer Jack Ketchum kennt, weiß, dass in seinen Büchern Gewalt eine große Rolle spielt – meist sinnlos und äußerst brutal bis pervers. Dies sollte dem Leser vor dieser Lektüre bewusst sein, denn auch in Lebendig geht es nicht gerade zimperlich zu. Doch leider wird die Geschichte in einer Art Zeitraffer erzählt, wobei es mir so vorkam, als ob sie nicht schnell genug enden könnte. Das kann Jack Ketchum defnitiv besser, wie er z.B. in Evil eindrucksvoll bewiesen hat. Viel Potenzial wurde hier leider verschenkt und Lebendig gleicht eher einer Kurzgeschichte für Zwischendurch (wie auch die beiden anderen folgenden sehr kurzen Geschichten Tapferes Mädchen und Rückkehr, die auch nur guter Durchschnitt waren).
Ende & Auflösung: Ein 08/15-Ende, wie man es schon oft gelesen hat und das nicht zu überraschen vermag. Für Ketchum-Neulinge eventuell ein guter Einstieg, aber auch hier würde ich definitiv Evil als Erstlektüre empfehlen.

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