Maria Ernestam - Die Liebesnachricht

20.11.13

Titel: Die Liebesnachricht
Originaltitel: Daughters of the Marionettes
Autorin: Maria Ernestam
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Zeitgenössisches
Verlag: btb (11.11.2013)
ISBN: 978-3-442-74657-6
Taschenbuch, 416 Seiten
Preis: 9,99 €
eBook: Kindle Edition für 8,99 €
Bezugsquelle: btb
Bonus: Leseprobe

Kurzbeschreibung:
Drei Schwestern, eine schwedische Kleinstadt und ein geheimnisvoller Mann...
Mariana ist die älteste von drei Schwestern, die zusammen in einer schwedischen Kleinstadt leben. Der Vater, ein Schausteller, wurde vor Jahren tot auf seinem eigenen Karussell gefunden. Doch im Ort spricht niemand darüber. Bis der schöne und mysteriöse Amnon aus San Francisco auftaucht und plötzlich wieder Bewegung in die kleine Gemeinschaft kommt. Mariana wird zu Amnons Vertrauter, was einigen Leuten ganz und gar nicht zu gefallen scheint. Sie beginnt, das Geheimnis um ihre Familie aufzudecken, doch am Ende findet sie noch etwas viel Wichtigeres heraus: nämlich wie nah Liebe und Verzeihen beieinander liegen... *Quelle*

Zur Autorin:
Maria Ernestam, geboren 1959, begann ihre Laufbahn als Journalistin. Sie hat lange Jahre als Auslandskorrespondentin für verschiedene schwedische Zeitungen in Deutschland gearbeitet, daneben eine Ausbildung als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin absolviert. Mittlerweile sind sieben hoch gelobte Romane von ihr erschienen. Für Die Röte der Jungfrau erhielt sie den Französischen Buchhändlerpreis. Der geheime Brief und Das verborgene Haus waren in Skandinavien Bestseller und standen auch in Deutschland wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Maria Ernestam lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Stockholm.

Meinung:
Mariana lebt mit ihren Schwestern Elena und Karolina in einer kleinen schwedischen Stadt. Dort betreibt sie ein Spielwarengeschäft, ihre Schwester Elena eine Bäckerei und Karolina bemalt kunstvoll Särge. Ihr Vater, ein Schausteller, der über Land reiste, kam mysteriös ums Leben: Auf seinem eigenen Karussell wurde er gefesselt und ermordet aufgefunden, der Täter wurde nie überführt. Alle drei Frauen haben dieses Trauma nicht richtig verwunden, zumal in der Familie nie offen darüber gesprochen wurde.

Eines Tages zieht Amnon Goldstein in die Ortschaft, er hat eine ehemalige Konditorei erworben, die jahrelang leerstand und die er nun umbauen lässt. Außerdem möchte er ein Buch über die Bewohner und die Stadt schreiben, da sein jüdischer Vater als Kind während des Krieges dort gelebt hat. Viele sind von dem Neuankömmling und seiner offenen Art begeistert, doch einige auch misstrauisch. Als sich dann ein paar merkwürdige Vorfälle in der Stadt zutragen, wird sofort Amnon der Jude bezichtigt. Doch Mariana hält zu ihm und findet heraus, dass sie beide sogar etwas verbindet, was mit ihrer Vergangenheit zu tun hat...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Mariana in der Ich-Form erzählt, was dem Leser die Gedankengänge und Handlungen der Protagonistin nahebringt. Am Anfang deutet alles auf eine ruhig verlaufende Familiengeschichte hin, doch nachdem Amnon Goldstein in dem kleinen Ort ankommt, baut sich eine gewisse Anspannung auf, denn dieser wird nicht von allen Bewohnern mit offenen Armen empfangen.

Es werden alte Wunden aufgerissen, nicht nur bei Mariana und ihrer Familie. Auch bei anderen Charakteren treten Züge zutage, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Dann treten einige merkwürdige Vorfälle ein, für die manche Bewohner Amnon die Schuld geben und ihn mit Vorurteilen belegen, die aber allesamt haltlos sind. Hier baut Maria Ernestam die Thematik ein, dass Fremde oftmals mit vorgefertigten Meinungen über sie zurechtkommen müssen (in Amnons speziellem Fall, weil er Jude ist).

Auf der anderen Seite ist Amnon aber auch dafür verantwortlich, dass sich die Dorfbewohner wieder mehr einander nähern und aus ihrem festgefahrenen Alltag ausbrechen. Einige Aussprachen finden statt und jahrelange Missverständnisse werden aufgeklärt. Für Maria Ernestams Bücher muss man sich auf jeden Fall Zeit nehmen, da sie immer eine Botschaft vermitteln und nicht nur zur reinen Unterhaltung dienen. Auch ihr Schreibstil ist eigen, ruhig aber eindringlich und oft gefühlsbetont. Leider sind aber auch bei dieser Geschichte einige Längen vorhanden, die etwas gestrafft hätten werden können, da sich Maria Ernestam gerne mal in Kleinigkeiten verliert. Da ich bereits zwei Bücher von ihr gelesen habe, fiel mir das Eintauchen in die Geschichte jedoch nicht ganz so schwer.

Fazit:
Ein zeitgenössischer Roman mit sympathischen Charakteren, der mehr als eine Botschaft zu vermitteln versteht, aber auch einige Längen aufweist.

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