Rezension: Zoran Drvenkar - Der letzte Engel

6.11.12

Titel: Der letzte Engel
Autor: Zoran Drvenkar
Reihe: Der letzte Engel #1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: cbj (01.10.2012)
ISBN: 978-3-570-15459-5
Gebunden, 432 Seiten
Preis: 16,99 €
eBook: Kindle Edition für 7,99 €
Bezugsquelle: cbj
Bonus: Leseprobe, Buchspecial, Video zum Buch

Kurzbeschreibung:
Motte ist sechzehn Jahre alt, als der Tod an seinem Fenster kratzt. An einem harmlosen Wochenende kurz nach Mitternacht bekommt er eine anonyme E-Mail:
sorry für die schlechte nachricht
aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein
wir wollten nur, dass du das weißt
Mieser Scherz, denkt Motte, wird aber dennoch ein wenig nervös und beschließt, die Nacht durchzumachen. Natürlich schläft er ein und natürlich wacht er auf - und fühlt sich wie immer.
Bis darauf, dass sein Herz nicht mehr schlägt. Und dann sind da noch diese zwei Flügel auf seinem Rücken...

Zum Autor:
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zoran wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt heute in der Nähe von Berlin in einer ehemaligen Kornmühle.

Rezension:
Der 16-jährige Markus, genannt Motte, bekommt eines Tages eine E-Mail, die ihm seinen Tod für den nächsten Morgen voraussagt. Erst denkt er an einen makabren Scherz, doch dann versucht Motte verzweifelt, wachzubleiben. Leider misslingt dies und am nächsten Morgen findet sich Motte mit zwei Flügeln auf dem Rücken wieder, er ist zum Engel geworden.

Doch nicht nur das: Schon bald muss er feststellen, dass er ein wichtiger Teil einer großen Verschwörung ist, die sich bereits durch Jahrhunderte hindurch zieht. Und sein Großvater scheint einer der Drahtzieher zu sein...

Mit Der letzte Engel legt Zoran Drvenkar den Auftakt seiner neuen Jugendbuch-Trilogie vor, die zwar eine Zielgruppe ab 14 Jahren ansprechen soll, für mich aber etwas höher angesetzt werden dürfte, da die Handlung sehr komplex und verschachtelt ist.

Mich konnte Zoran Drvenkar bereits mit seinem Thriller Sorry sehr begeistern und deshalb freute ich mich sehr, seinen ungewöhnlichen Schreibstil auch in Der letzte Engel vorzufinden. Was mich daran so begeistert, ist, dass der Autor seine Personen in verschiedenen Erzählformen zu Wort kommen lässt, sei es aus der zweiten oder dritten Person, was unglaublich faszinierend wirkt.

Besonders der Charakter des Lazar, von dem aus der zweiten Person heraus erzählt wird, kommt sehr gut zur Geltung und man fühlt sich dadurch als Leser direkt angesprochen. Sehr viele Personen halten in diesem Auftaktband Einzug, sei es als Protagonisten oder auch nur als Randfiguren, die kurz erwähnt werden. Man muss sich auf jeden Fall konzentrieren, damit man bestimmte Details, die später wichtig werden, nicht verpasst. Doch kann man diese vielen verschiedenen Personen gut auseinanderhalten, da Zoran Drvenkar die Ausarbeitung jedes einzelnen perfekt versteht.

Die Geschichte an sich ist spannend und auch in einigen Abschnitten recht brutal, denn es wird auch vor Mord nicht zurückgeschreckt. Gut gefallen hat mir ebenso, dass auch historische Ereignisse zu Wort kommen und sehr stimmig in die Geschichte miteinfließen. Selbst die Brüder Grimm haben einen kurzen Auftritt! Erwähnt sei noch, dass Zoran Drvenkar einen sehr bildhaften und detaillierten Erzählstil hat, der bei manchem Leser eventuell in manchen Passagen etwas Langeweile auslösen könnte. Bei mir war das allerdings nicht so!

Ich kann Der letzte Engel sehr empfehlen und würde den Roman eher ab 16 Jahren empfehlen. Da dies der Auftakt zu einer Trilogie ist, bleiben einige Fragen offen, wobei man das Ende allerdings auch so stehen lassen könnte. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es mit Motte und den anderen Figuren weitergeht und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Fazit: Der letzte Engel besticht eindeutig durch die außergewöhnliche und faszinierende Erzählweise von Zoran Drvenkar. Auch Spannung und etwas Brutalität kommen nicht zu kurz und ein wenig Mitdenken ist ebenso gefragt. Ein wirklich empfehlenswerter Trilogie-Auftakt!

2 Kommentare

  1. Es ist schön, eine positive Kritik dazu zu vernehmen. Das Buch wandert definitiv bald in meine Regale!

    LG Nazurka

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  2. @Nazurka: Sind denn die positiven Berichte dazu so rar gesät? Habe mich dazu noch nicht näher informiert, muss ich gestehen. Ich hoffe, es wird dir genauso gut gefallen :)

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