Rezension: Wiebke Lorenz - Alles muss versteckt sein

8.10.12

Titel: Alles muss versteckt sein
Autorin: Wiebke Lorenz
Genre: Thriller
Verlag: Blessing (03.09.2012)
ISBN: 978-3-89667-469-2
Klappenbroschur, 352 Seiten
Preis: 15,95 €
eBook: Kindle Edition für 8,99 €
Bezugsquelle: Blessing
Bonus: Leseprobe, Videotrailer

Kurzbeschreibung:
Steckt in jedem Menschen ein Mörder? In Gedanken hat Marie schon erschlagen, erwürgt, zerstückelt. Die furchtbar realen Gewaltfantasien kommen ohne Vorwarnung und machen ihr unaussprechliche Angst. Doch denken heißt nicht tun. Glaubt Marie. Bis ein grausamer Mord geschieht, der genau dem Horror-Drehbuch ihres Kopfes entsprungen zu sein scheint. Alle halten Marie für eine Mörderin. Auch sie selbst. Sie wird verurteilt, eingewiesen, weggesperrt. Ein junger Arzt hilft ihr dabei, die Wochen vor der Mordnacht zu rekonstruieren, und in Marie wachsen die Zweifel. Ist die Wahrheit noch viel furchtbarer als ihre Fantasie?

Zur Autorin:
Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Sie arbeitet journalistisch für Zeitschriften wie Cosmopolitan, schreibt Drehbücher für TV-Filme. Ihre Romane Liebe, Lügen, Leitartikel (2000), Was? Wäre? Wenn? (2003) und Allerliebste Schwester (Blessing 2010) waren bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich.

Rezension:
Seit die Kindergärtnerin Marie mitansehen musste, wie ihre Tochter bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, leidet sie unter Zwangsgedanken. In ihren Gedanken, die anfallartig kommen und gehen, stellt sie sich vor, wie es wäre, bestimmte Kinder und Erwachsene auf grausame Art und Weise zu töten. Nun soll sie auch noch ihren Freund, den Schriftsteller Patrick Gerlach, ermordet haben und ist seit drei Monaten in einer Psychiatrie in Behandlung.

Doch Marie hat keinerlei Erinnerung an die Mordnacht. Sie macht sich auf, diese mithilfe ihres Arztes Dr. Falkenhagen und ihres Exmannes Christopher aufzuarbeiten. Und was dann nach und nach zu Tage tritt, damit hätte Marie nie im Leben gerechnet...

Wiebke Lorenz widmet sich in ihrem neuen Roman Alles muss versteckt sein dem Krankheitsbild der Zwangsgedanken. Fundiert recherchiert lässt sie Marie in diese Krankheit eintauchen, die nach dem Unfalltod ihrer Tochter Celia am Boden zerstört ist und deren Ehe mit Christopher daran zerbricht.

Als diese Gedanken vor allem in ihrer Arbeit als Kindergärtnerin immer mehr zutage treten, indem sie sich vorstellt wie es wäre, manche Kinder in brutaler Art und Weise zu töten, weiß sie nicht mehr ein und aus. Erst ihre Liebe zu Patrick Gerlach, einem erfolgreichen Schriftsteller, scheint sie wieder in richtige Bahnen zu lenken.

Doch selbst vor ihm machen ihre Zwangsgedanken nicht Halt. Als er dann eines Morgens brutal ermordet in seinem Blut neben ihr liegt, wird Marie des Mordes an ihm beschuldigt, was ja auch naheliegt. Doch sie kann sich an die Tat nicht erinnern. Mit Dr. Falkenhagen arbeitet sie in der Psychiatrie ihre Erlebnisse und Gedanken seit Celias Tod auf und der Leser erfährt ihre bisherige tragische Geschichte in Rückblenden, aber auch ihr Glück, was ihr mit Patrick widerfährt.

Ihre Angst vor der Krankheit und das diese sich in reale Taten wandelt, konnte Wiebke Lorenz mir als Leser anschaulich und authentisch vermitteln. Man leidet mit Marie mit, ob man will oder nicht und ist bis zum Schluss gespannt, ob sie Patrick nun wirklich umgebracht hat oder ob jemand anders seine Finger im perfiden Spiel hat.

Die Krankheit Zwangsgedanken war mir bis dato neu und man kann für die Erkrankten wirklich nur Mitleid empfinden, da sich das komplette Leben für die Betroffenen ändert. Alles muss versteckt sein wartet am Ende mit einer erstaunlichen Lösung auf, mit der ich nicht gerechnet hätte und die Handlung bleibt von Anfang bis Ende gut durchdacht und fesselnd. Es sei aber gesagt, dass der Roman nichts für zartbesaitete Seelen ist, da sich viele der Zwangsgedanken um Kinder drehen, was für einige Leser eher abschreckend sein dürfte.

Mich konnte Wiebke Lorenz mit ihrem neuen Roman durchweg überzeugen und ich hoffe, dass die Autorin zukünftig noch weitere Bücher dieser Art für die Leserschaft bereithält.

Fazit: Alles muss versteckt sein wartet mit einer tragischen Geschichte über eine grausame Krankheit auf, die Wiebke Lorenz gekonnt recherchiert vermittelt und sehr spannend zu erzählen weiß.

1 Kommentare

  1. Das hört sich spannend an und wandert doch gleich mal bei meinem SUB ein Stückchen weiter nach oben.

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