Rezension: Marie Lu - Legend. Fallender Himmel

5.10.12

Titel: Legend. Fallender Himmel
Originaltitel: Legend
Autorin: Marie Lu
Übersetzung: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
Reihe: Legend #1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Loewe (10.09.2012)
ISBN: 978-3-7855-7394-5
Gebunden, 368 Seiten
Preis: 17,95 €
Bezugsquelle: Loewe
Bonus: Leseprobe, Website zur Reihe, Videotrailer

Kurzbeschreibung:
Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos - angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.

Zur Autorin:
Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Das kalifornische Wetter hat sie überzeugt dortzubleiben und nun wohnt Marie Lu mit ihrem Freund und drei Hunden in Pasadena, einem Vorort von Los Angeles. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert. Marie Lu mag Cupcakes, fröhliche Menschen, Kampfjets, Regen und natürlich Bücher. Legend. Fallender Himmel ist ihr Debüt.

Rezension:
Die USA in der Zukunft: Einzelne Bundesstaaten haben sich zur Republik zusammengeschlossen, die gegen die restlichen Staaten, die Kolonien, kämpft. June und Day könnten unterschiedlicher nicht sein: June, die seit ihrer Geburt an das herrschende System herangeführt wurde und felsenfest daran glaubt, das Vorzeigekind der Nation, die den Großen Test, den jedes Kind mit 10 Jahren durchlaufen muss und der die zukünftige Karriere markiert, mit voller Punktzahl bestanden hat. Day hingegen ist der meistgesuchte Junge in der Republik, er manipuliert Geräte und Maschinen, die im Kampf gegen die Kolonien eingesetzt werden, um den Krieg aufzuhalten.

Beider Wege kreuzen sich in schicksalhafter Manier, denn Day soll Junes Bruder Metias getötet haben und June macht sich auf die Suche nach ihm, um ihn der Republik auszuliefern. Doch dann kommen bei beiden Gefühle ins Spiel, die sich nicht so einfach unterdrücken lassen und June kommen immer mehr Zweifel im Hinblick auf das System, das sie doch bisher für unfehlbar gehalten hat...

Mit Legend. Fallender Himmel legt Marie Lu den ersten Teil ihrer Legend-Reihe vor, die auf den ersten Blick nur ein weiterer Roman aus dem momentan so populären Genre der Dystopie zu sein scheint. Doch da ist weit gefehlt!

Durch die abwechselnd erzählten Perspektiven aus Junes und Days Sicht gewinnt der Leser von Beginn an einen tiefen Einblick in beider Leben und Schicksal.

June, die Musterschülerin, der eine aussichtsreiche Karriere im Führungsbereich des Militärs bevorsteht, glaubt fest an die Werte der Republik und des Elektors Primo. Erschüttert wird sie vom Tod ihres Bruders Metias, dem einzigen Verwandten, der ihr nach dem Tod ihrer Eltern noch bleibt. Ihre Rachegefühle gegenüber Day, dem angeblichen Mörder ihres Bruders, sind authentisch und glaubhaft dargestellt.

Day hingegen lebt das Leben eines Outlaws, nachdem er beim Großen Test durchgefallen war und in ein Arbeitslager gesteckt wurde, in das sämtliche Kinder, die durch den Test fallen, ihr Leben fristen müssen, aus dem er aber fliehen konnte. Als meistgesuchter Verbrecher der Republik muss er im Verborgenen leben und kümmert sich aufopferungsvoll um Tess, ein junges Straßenmädchen und auch um seine Familie. Seine Mutter hält ihn für tot, so dass er nur heimlich Kontakt mit seinem älteren Bruder John pflegt und die Familie oft mit nützlichen Sachen unterstützt.

Beide Charaktere, so unterschiedlich sie und ihr bisheriger Lebensweg auch sind, kann Marie Lu durchaus sympathisch und nachvollziehbar schildern. Sei es die Traurigkeit, Wut und anfängliche Hilflosigkeit von June in Bezug auf den Tod ihres Bruders, sei es Days Angst um seine Familie, bei der eines Tages ein Seuchenzeichen an die Tür gesprüht wird. Diese Seuche spielt im Buch noch eine größere Rolle, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte, ohne zuviel zu verraten.

Marie Lu hat einen äußerst angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der dank seiner abwechselnden Perspektivwechsel beide Protagonisten sehr greifbar für den Leser werden lässt und in die man sich schnell hineinversetzen kann. Ebenso enthält Legend. Fallender Himmel auch einige unvorhersehbare Wendungen, die das Lesen spannend und abenteuerlich gestalten und wunderbar unterhalten.

Ich kann den Auftakt dieser Reihe uneingeschränkt empfehlen und bin sehr gespannt, was June und Day noch alles im weiteren Verlauf der Serie erwarten wird.

Fazit: Spannung, zu anfangs sehr unterschiedliche Charaktere, die aber mehr Gemeinsamkeiten haben, als sie für möglich halten und eine abenteuerliche, manchmal grausame dystopische Umgebung machten Legend. Fallender Himmel für mich zu einem wunderbaren Leseerlebnis, auf dessen Fortsetzung ich jetzt schon gespannt bin.

2 Kommentare

  1. Hallo Kerstin!

    Ich kann deine Rezension nur unterschreiben - jetzt warten wir gemeinsam auf Band 2. :)

    Liebe Grüße
    Sabine

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  2. @Sabine: Oh ja, das machen wir! ;)

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