Rezension: Edith Kneifl - Blutiger Sand

19.10.12

Titel: Blutiger Sand
Autorin: Edith Kneifl
Reihe: Katharina Kafka #3
Genre: Krimi
Verlag: Haymon (14.09.2012)
ISBN: 978-3-7099-7004-1
Gebunden, 264 Seiten
Preis: 19,90 €
eBook: Kindle Edition für 3,99 €
Bezugsquelle: Haymon
andere Titel dieser Reihe: Schön tot, Stadt der Schmerzen

Kurzbeschreibung:
Cold Case – kein Opfer ist je vergessen: Schon gar nicht, wenn es sich um die eigenen Eltern handelt. Knapp zwanzig Jahre ist es her, dass Katharina Kafkas Eltern in Texas ermordet wurden. Nun erhält sie plötzlich Meldung, dass einer der beiden Täter durch DNA-Vergleich identifiziert werden konnte. Gemeinsam mit ihrem Freund Orlando macht sich die Wiener Kellnerin auf nach Las Vegas. In der Wüste des Death Valley heften sie sich an die Fersen des Täters – ein gnadenlos brutaler Serienmörder, der entlang der Route 66 eine blutige Spur hinterlassen hat. Bei ihren Ermittlungen steht ihnen der charmante Detective Simon Hunter zur Seite, der nicht nur Katharina gehörig durcheinander bringt...

Zur Autorin:
Edith Kneifl, geboren 1954 in Wels, lebt und arbeitet als Psychoanalytikerin und freie Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Literaturpreise und -stipendien, erhält u.a. 1992 als erste Frau den Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres. Übersetzungen in mehrere Sprachen. ROMY 2003 für die Verfilmung des Romans Ende der Vorstellung, Regie Wolfgang Murnberger. 12 Kriminalromane und ca. 50 Kurzgeschichten. Bei Haymon: Glücklich, wer vergisst. Krimi (2009), Schön tot. Ein Wien-Krimi (2010), Stadt der Schmerzen. Ein Florenz-Krimi (2011), Blutiger Sand. Kriminalroman (2012) sowie bei HAYMONtb Zwischen zwei Nächten. Kriminalroman (2011) und Der Tod fährt Riesenrad. Ein historischer Wien-Krimi (2012).

Rezension:
Katharina Kafka, Historikerin und gebürtige Romni, und ihr schwuler bester Freund, der Transvestit Orlando, reisen nach Las Vegas in die USA. Dort wurden vor 20 Jahren Katharinas Eltern auf brutale Weise während ihres Urlaubs auf einem Campingplatz ermordet und nun einer der beiden Täter festgenommen.

Auf ihrer Reise lernt das ungleiche Duo nicht nur den Ermittler Simon Hunter kennen, sondern auch etwas skurrile und merkwürdige Personen, darunter Mike Logan, einen Hopi-Indianer, und das Trio Tom, Jamie und Claire. Und irgendwie scheinen einige davon verdächtig, der zweite, noch sich auf der Flucht befindliche Mörder ihrer Eltern zu sein...

Mit Blutiger Sand legt Edith Kneifl den nunmehr 3. Band ihrer Reihe um Katharina Kafka und Orlando vor. Leider konnte mich dieser Teil nicht ganz so sehr ansprechen wie sein Vorgänger.

Sehr gut gefallen hat mir Edith Kneifls detaillierte Schilderung des Schauplatzes, ob Las Vegas, Death Valley oder die Route 66, alle wurden sie anschaulich und auch fundiert beschrieben, sodass man einen wirklich hautnahen Einblick in diese Gegend bekommt.

Vor allem die Beschreibung von Las Vegas hatte es mir angetan: Nicht übertrieben und dennoch bekommt es ein bisschen sein Fett weg. Denn ich selbst konnte auch nicht verstehen, dass in Hotellounges bereits meterweit vor der Rezeption die berühmten einarmigen Banditen stehen und sogar Leute, die im Rollstuhl sitzen und ein Beatmungsgerät dabeihaben, fasziniert vor diesen Automaten ihre Zeit verbringen. Aber so ist es wirklich!

Ebenso gelungen sind erneut Katharina und Orlando. Die sehr unterschiedlichen Charaktere liefern sich wieder einmal gekonnte Streitdialoge, die auch ein wenig Humor in die Geschichte einbringen und die diese Reihe ausmachen. Der Mordfall, der sich zu einer Serie ausweitet, bleibt allerdings etwas im Hintergrund. Vielmehr liest sich die Tour von Katharina und Orlando mehr wie ein Reisebericht, in dem man viel Wissenswertes über die Hopi und Navajo erfährt und die nicht sonderlich guten Lebensverhältnisse der Indianer in den Reservaten.

Das Ende des Romans kam mir viel zu abrupt daher, es gibt eine Entführung, die dann Knall auf Fall beendet wird und somit auch den Schluss des Buches darstellt. Das ging mir dann doch etwas zu schnell. Ansonsten konnte mich Blutiger Sand aber vor allem durch seine Hauptfiguren gut unterhalten und Katharina ist diesmal sogar eine kleine Liaison vergönnt, von der ich sehr gerne wissen möchte, ob sie weitergeführt werden wird.

Fazit: Bei Blutiger Sand liegt das Hauptaugenmerk diesmal nicht so sehr auf den Mordfällen, der Roman brilliert eher durch wissenswerte Schilderungen der verschiedenen Schauplätze in den USA und durch die recht spritzigen Dialoge zwischen Katharina und Orlando. Leser dieser Reihe werden gerade deswegen wieder ihren Spaß haben.

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