Rezension: Markus Heitz - Oneiros. Tödlicher Fluch

25.7.12


Titel: Oneiros. Tödlicher Fluch
Autor: Markus Heitz
Genre: Fantasy, Urban Fantasy
Verlag: Knaur TB (02.05.2012)
ISBN: 978-3-426-50590-8
Klappenbroschur, 624 Seiten
Preis: 14,99 €
eBook: Kindle Edition für 12,99 €
Bezugsquelle: Kauf
Leseprobe

In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht...
Zum Autor:
Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Kein anderer Autor wurde so oft wie er mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet, weshalb er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy gilt. Mit der Bestsellerserie um Die Zwerge drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt in Homburg.

Rezension:
Nach einer Flugzeugkatastrophe biblischen Ausmaßes in Paris kreuzen sich die Wege mehrerer Personen: Zum Einen Konstantin Korff, ein Bestatter und weltbekannter Thanatologe, der mit dem Tod besser bekannt ist, als ihm lieb ist. Denn er ist ein Todesschläfer. Sobald er einschläft, sterben sämtliche Personen, Tiere und Pflanzen um ihn herum.

Die Wissenschaftlerin Kristin von Windau indes führt brutale Versuche an Todesschläfern durch, die sie spektakulär auf der ganzen Welt entführen lässt, und selbst an einer todbringenden Krankheit leidet: der Insomnie. Dann ist da noch der einzig Überlebende der Flugzeugkatastrophe, Bent Arctander, der sich ständig auf der Flucht befindet und von dem mysteriösen Thielke aufs Bitterste verfolgt wird...

Mit Oneiros. Tödlicher Fluch legt Markus Heitz sein neuestes Fantasywerk vor, das mich allerdings nicht ganz so begeistern konnte wie seine Judas-Trilogie. Diesmal geht es nicht um die allbekannten Fantasywesen wie Werwölfe oder Vampire, sondern um die Geschichte des Todes oder dem Schnitter, wie man sie aus Märchen und Sagen kennt, aber nicht in einer beschönigenden Art und Weise.

Der Tod ist in Oneiros immer gegenwärtig. Es sterben Tausende von Menschen und inmitten dieser befinden sich die Todesschläfer, die unsterblich sind und wenn sie einschlafen, sämtliches Leben um sie herum in den Tod reißen, da dieser nicht an die Todesschläfer selbst herankommt und durch seine Wut darauf alles um sie herum vernichtet.

Die Todesschläfer sind ein interessanter Aspekt und eine Innovation im Fantasybereich, die ich faszinierend fand. Wer Markus Heitz kennt, weiß, dass er nicht unbedingt an Blut und drastischen Szenen in seinen Romanen spart und das tut er auch hier nicht. Dies sollte man definitiv als "Heitz-Neuling" beachten!

Was ich an Markus Heitz' Werken besonders finde ist seine Kunst, viele Handlungsstränge zu einem Ganzen zu verweben. Mag die Geschichte anfangs noch unübersichtlich wirken ob der vielen Personen, die sich die Klinke mehr oder weniger in die Hand geben, werden alle einzelnen Fäden anstandslos zusammengeführt, auch wenn das Ende etwas offengehalten ist, sodass Raum für eigene Spekulationen bleibt, denn eine Fortsetzung ist, soweit ich richtig informiert bin, nicht angedacht.

Die Charaktere selbst bleiben etwas distanziert dem Leser gegenüber. Konstantin Korff, der Bestatter und Thanatologe, möchte seinen Fluch unbedingt loswerden, denn er will mit seiner großen Liebe Iva ein neues gemeinsames Leben starten und führen.

Die Wissenschaftlerin Kristin von Windau war für mich die facettenreichste Person: Auf den ersten Blick wirkt sie eiskalt in ihrem Denken und Tun, doch nach und nach offenbart sie auch ihre verletzliche Seite, immer in der Sorge um die Zukunft ihres Sohnes Eugen, den sie über alles liebt.

Mit Oneiros. Tödlicher Fluch ist Markus Heitz ein wiederum sehr komplexes Werk gelungen, auf das man sich definitiv einlassen muss. Wem zuviel Tod in Romanen zuwider ist, wird besser die Hände davon lassen, denn dieser ist zentrales Thema und wird in vielen Szenen drastisch, brutal und auch blutig geschildert. Mir hat Markus Heitz' neues Werk gut gefallen, doch konnte es mich nicht ganz so fesseln wie seine anderen Romane. Trotzdem bietet es Unterhaltung, Spannung, Action und auch Brutalität auf höchstem Niveau, denn Markus Heitz' Schreibstil ist wie immer sehr detailliert und bildhaft, die Handlungsstränge sehr gut ausgearbeitet und man merkt sofort, dass der Autor wiederum erstklassig recherchiert hat, was das Thema der Thanatologie betrifft.

Fazit: Mit Oneiros. Tödlicher Fluch legt Markus Heitz einen wiederum außergewöhnlichen Roman im Bereich Fantasy/Urban Fantasy vor, der vor allem durch die innovativen Charaktere der Todesschläfer und deren Fluch besticht. Hier bekommt der Tod eine ganz eigene Plattform geboten, die mittels Spannung, Action und auch brutalen Szenen bildhaft und detailliert dargestellt wird.

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