eBook Rezension: Chris Karlden - Monströs

21.6.12


Titel: Monströs
Autor: Chris Karlden
Genre: Thriller
Verlag: Amazon eBook
ASIN: B0083QP4FE
eBook
Preis: 0,99 €
Bezugsquelle: Chris Karlden

Der ehemalige erfolgreiche Strafverteidiger Martin Waller hat sich auf die Restauration antiker Möbel spezialisiert. Ein Auftrag führt ihn während der Saisonferien in ein nobles Berghotel, wo sich neben dem Hoteldirektor und der Eigentümerin nur noch wenige Angestellte aufhalten. Noch am Abend seiner Ankunft erhält Martin eine Email, die ihn völlig aus der Bahn wirft. Denn Absender ist seine Frau Anna, aber die ist auf den Tag genau seit drei Jahren tot. Später am Abend ein weiterer Schock. Ein Mann liegt bewusstlos vor dem Hotel. Martin kennt ihn. Es ist Eddie Kaltenbach, ein psychopathischer Killer und der Grund, warum er seinen Job als Anwalt aufgeben musste. Erst im Laufe der endlos erscheinenden Nacht, in welcher sich die Zahl der Überlebenden kontinuierlich verringert, kommt Martin einem monströsen Plan auf die Spur. Nichts ist, wie es scheint. Alles hat einen Grund. Martin muss sich seiner Vergangenheit stellen, will er das Rätsel lösen und die Nacht überleben.
Rezension:
Martin Waller hat den Auftrag, im Hotel Himmelwärts in Zermatt alte Möbel zur Wiedereröffnung zu restaurieren. Während er auf dem Weg dorthin ist, wird zur selben Zeit der Killer Eddie Kaltenbach auf kaltblütige Weise telefonisch erpresst: Bringt er seinen Bruder Udo nicht sofort um, muss seine Frau Sarah dran glauben. Er fügt sich dem Erpresser, doch Sarah wird trotzdem erschossen.

Neben ihrer Leiche findet Eddie die Todesanzeige von Martin Wallers Frau, die sich vor drei Jahren das Leben genommen hat. Überzeugt davon zu wissen, wer hinter der Erpressung und Sarahs Tod steckt, macht er sich auf den Weg, Waller zu finden. Martin Waller hingegen hat mit seinen eigenen Geheimnissen der Vergangenheit zu kämpfen: Kennt er Eddie Kaltenbach doch aus seinem früheren Leben als Anwalt. Als dieser dann in Zermatt auftaucht, ist nicht nur Martin Waller seines Lebens nicht mehr sicher...

Mit "Monströs" legt der Autor Chris Karlden seinen Debütroman vor, der ausschließlich als Amazon Kindle Edition erschienen und für einen kleinen Preis von 0,99 € zu haben ist. Sieht man von den immer wieder einmal auftauchenden Interpunktions- und kleinen Rechtschreibfehlern ab, erwartet den Leser ein wirklich tiefsinniger und spannender Psychothriller.

Chris Karlden versteht es, von Beginn an den Spannungsbogen hoch anzusetzen und dieser flaut auch bis zum Ende hin in keinster Weise ab. Das Setting, ein nur per Seilbahn zu erreichendes Hotel in der Schweiz, das sich gerade in einer Umbauphase befindet und somit für Gäste nicht zugänglich ist, gibt sein Übriges zur Spannung dazu.

Auch die Charaktere können begeistern. Martin Waller, ehemaliger Anwalt und nun Möbelrestaurator, trägt einige Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich, mit denen er zu kämpfen hat. Vor allem der Selbstmord seiner Frau vor 3 Jahren macht ihm immer noch schwer zu schaffen, seine ganze Liebe gilt seinem Sohn, der an Autismus erkrankt ist. Er versucht alles, Eddie Kaltenbach in seinem Rachefeldzug zu stoppen. Unterstützung erfährt er von seinem Nachbarn Ram, einem Computerfreak, der ihm in mancher Hinsicht behilflich sein kann.

Eddie Kaltenbach selbst ist ein eher bedauernswertes Geschöpf. Er ist eine gespaltene Persönlichkeit, die immer mehr von seinem Alter ego Raphael gesteuert wird, der nichts Gutes im Schilde führt. Den ständigen Kampf zwischen Eddie und Raphael hat Chris Karlden anschaulich und auch nachvollziehbar geschildert.

Aber auch die Nebencharaktere, wie der Hausmeister Söder, die Hotelbesitzerin Seewald und Hoteldirektor Zurbriggen haben ihre schmutzigen Geheimnisse, die Chris Karlden gekonnt nach und nach aufdeckt und die dem Leser in mancher Hinsicht den Atem stocken lassen. Es kommen ab und an auch ein paar blutige Szenen vor, die aber nie übertrieben wirken, sondern sich gut in die Geschichte integrieren.

Alles in allem ist "Monströs" ein gelungener Psychothriller, der den Leser für kleines Geld sehr gut unterhalten kann und auch mit einem gelungenen Ende und einer Lösung, die nicht unbedingt vorhersehbar ist, aufwartet. Ich hoffe, zukünftig noch mehr vom vielversprechenden Jungautor Chris Karlden lesen zu dürfen.

Fazit: "Monströs" kann sich in die Riege der guten Psychothriller von deutschen Autoren problemlos einreihen. Spannung und Nervenkitzel unterhalten den Leser bis zum Schluss, und der Showdown des Romans kann ebenso mit einem recht verblüffenden Ende begeistern.

1 Kommentare

  1. Super Rezension. ;)
    Ich habs auch gelesen und fands genauso gut wie du. :)
    Grüße, Petzi

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