Rezension: Amy Efaw - Eine Tat wie diese

13.4.12

Titel: Eine Tat wie diese
Autorin: Amy Efaw
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Carlsen (19.03.2012)
ISBN: 978-3-551-31081-1
Klappenbroschur, 416 Seiten
Preis: 12,90 €
eBook: ePub für 11,99 € und PDF für 11,99 €
Bezugsquelle: Carlsen via brandsatz GmbH
Leseprobe

Welcher Mensch wäre imstande, sein eigenes Baby in einem Müllcontainer zu entsorgen? Mit Sicherheit nicht jemand wie die fünfzehnjährige Devon Davenport, die ein verantwortungsbewusstes Mädchen und eine Musterschülerin ist. Aber das Verdrängen der Schwangerschaft und ihre Panik lassen sie genau dieses Unvorstellbare tun. Nun sitzt Devon in Untersuchungshaft, des Mordversuchs an ihrem eigenen Kind angeklagt. Und mit der Aussicht auf eine lebenslange Haftstrafe. Eine nervenaufreibende Suche nach der Wahrheit beginnt.
Zur Autorin:
Amy Efaw, geboren 1967 in Chicago, ist Absolventin der West Point Militärakademie. Nach ihrer Zeit in der Armee arbeitete sie als freie Journalistin. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern in Denver, Colorado. Amy Efaw hat bisher zwei Romane für junge Erwachsene geschrieben.

Rezension:
Als in einer Mülltonne ein neugeborenes Baby gefunden wird, klopft die Polizei auch an die Tür der Davenports. Jennifer und ihre 15-jährige Tochter Devon werden befragt. Devon ist in einem erbärmlichen Zustand und als die Polizisten ihren mit Blut überströmten Körper, den sie unter einer Decke versteckt hat, sehen, wird sie zur eingehenderen Befragung mitgenommen.

Nach einem Ohnmachtsanfall wacht Devon in einem Krankenhaus wieder auf und hier wird klar, dass sie vor Kurzem entbunden hat. Das Baby in der Mülltonne ist ihr eigenes Kind und somit wird sie in eine Jugendstrafanstalt verbracht und wartet dort auf ihren Anklagetermin. Devon begreift nicht, in welcher Lage sie sich befindet, ist sie doch eine Musterschülerin, sehr verlässlich und strebsam. Sie meint, bald wieder zu Hause zu sein, da sie sich in keinster Weise bewusst ist, welche Tat sie begangen hat. Erst ihre Anwältin öffnet ihr die Augen...

Amy Efaws Roman "Eine Tat wie diese" befasst sich mit einem sehr ernsthaften Thema: Eine 15-Jährige, die ungewollt schwanger wird, ihr Kind unbemerkt austrägt, es dann aber nach der Geburt heimlich in einer Mülltonne entsorgt.

Gleich zu Beginn ist man mitten in der Geschichte und lernt Devon kennen, die gerade diese unfassbare Tat begangen hat, kurz bevor ihre Mutter von der Arbeit kommt. Schon hier wird klar, dass das Mutter-Tochter-Verhältnis nicht das Beste ist, was auch im weiteren Verlauf der Handlung immer prägnanter wird.

Devon selbst konnte ich als Charakter erst zum Schluss hin lieb gewinnen, denn sie verleugnet lange Zeit hartnäckig ihr eigenes Tun und Handeln und fühlt sich in keinster Weise schuldig. Erst ihre zuständige Anwältin Dom führt ihr ihre Tat radikal vor Augen und daraufhin öffnet sich Devon ihr. So erfährt der Leser die Vorgeschichte Devons, wie es zu ihrer Schwangerschaft kam, wie sie diese über 9 Monate geheim hielt und auch vor sich selbst nicht eingestand. Auch auf die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter wird näher eingegangen, was ich sehr interessant fand.

Mit "Eine Tat wie diese" hat sich Amy Efaw einem ernsten Thema angenommen, dass sie glaubhaft und authentisch zu vermitteln weiß. Als Leser hatte ich zwar in einigen Punkten Verständnis für Devon, konnte aber ihre Tat nicht wirklich nachvollziehen oder sogar gutheißen, da es selbstverständlich andere Lösungen für sie gegeben hätte. "Eine Tat wie diese" möchte ich Leserinnen ab 14 Jahren empfehlen, die gerne über ernste Themen lesen, denn Amy Efaw hat mit ihrem Roman die Gefühls- und Gedankenwelt von der 15-jährigen Devon sehr eindringlich und auch berührend geschildert.

Fazit: "Eine Tat wie diese" setzt sich eindringlich und auch gefühlvoll mit dem Thema der Kindesaussetzung auseinander. Die 15-jährige Täterin wird ebenso glaubhaft wie authentisch geschildert. Empfehlenswert!

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