Rezension: Ben Berkeley - Judaswiege

6.3.12

Titel: Judaswiege
Autor: Ben Berkeley
Reihe: Sam Burke & Klara Swell #1
Genre: Thriller
Verlag: Piper (Dezember 2011)
ISBN: 978-3-492-27291-9
Broschiert, 448 Seiten
Preis: 9,99 €
eBook: ePub für 8,49 €
Bezugsquelle: Piper
Leseprobe

"Schau unter den Fahrersitz, Jessica." Mit Autobomben zwingt ein Psychopath junge Frauen in abgelegene Waldgebiete und ermordet sie mit einem mittelalterlichen Folterwerkzeug, der Judaswiege. Doch schon bald ist ihm das nicht mehr genug: Er stellt Videos von seinen grausamen Taten ins Netz, getarnt als harte Pornografie. Ein schwieriger Fall für Sam Burke, Psychologe und leitender Ermittler beim FBI. Hilfe von unerwarteter Seite erhält er durch seine Ex-Partnerin Klara "Sissi" Swell, die sich bei ihren Untersuchungen jedoch am Rande der Legalität bewegt. Können sie den brutalen Killer stoppen?
Zum Autor:
Ben Berkeley, Jahrgang 1975, wurde als Sohn deutscher Einwanderer in Palo Alto geboren und wuchs in der Bay Area auf. Nach einem Psychologiestudium wurde er Berater des FBI und ist einer der führenden Experten für Medien- und Täterpsychologie. Ben lebt in Santa Barbara, Kalifornien und Tel Aviv, Israel. "Judaswiege" ist sein erstes Buch.

Rezension:
Im Juni 2004 gerät die frisch verheiratete Jessica von Bingen in die Hände eines mysteriösen Mannes und verschwindet spurlos von der Bildfläche. Auch eine großangelegte Suchaktion bringt kein Ergebnis. Im Jahr 2011 hält ein Psychopath das FBI in Atem: Er entführt scheinbar wahllos junge Frauen mittels einer Autobombe, die er in deren Autos platziert und foltert sie mit der Judaswiege, einem mittelalterlichen Gerät, das die Frauen langsam und qualvoll umbringt.

Sam Burke vom FBI ermittelt in diesem schwierigen Fall zusammen mit seiner Ex-Partnerin Klara Swell, die ihm als Beraterin zur Seite steht. Auch der gerissene Anwalt Thibault Godfrey Stein wird in den Fall miteinbezogen, denn Adrian von Bingen hat das Verschwinden seiner Frau nie richtig verwunden und Stein soll den Fall nochmals neu aufrollen. Dann tauchen auf einmal verschiedene Videofetzen im Internet auf, die auch Jessica in der Gewalt des Psychopathen zeigen...

Geht man vom Klappentext von "Judaswiege" aus, denkt man, einen hartgesottenen Psychothriller vor sich zu haben. Doch zu meiner (positiven) Überraschung behält sich Ben Berkeley vor, nicht in blutrünstige Details der Folterungen zu gehen, sondern das Augenmerk vielmehr auf die Ermittlungen von FBI und Anwalt Stein zu legen.

Erzählt wird die Geschichte zwar aus der neutralen Sicht des Beobachters, jedoch aus verschiedenen Perspektiven, sodass der Leser hierbei auch die Denk- und Handlungsweise des Täters kennenlernt, ebenso wie die von Sam Burke und anderen Charakteren wie Anwalt Stein und seiner Assistentin Pia Lindt. Auch vom Privatleben der Akteure erfährt man einiges, was aber nicht zu sehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Durch die wechselnden Perspektiven bleibt der Spannungsbogen von Anfang bis Ende in einem hohen Maß erhalten.

Die Charaktere, allen voran Klara Swell und Thibault Stein, sind allesamt interessant geschildert. Klara arbeitet mit recht unkonventionellen Methoden, um mehr über den Täter herauszufinden und Thibault Stein ist ein Mann alter Schule, der aber im Gerichtssaal und außerhalb sehr gewitzt daherkommt und für jede Überraschung gut ist.

Insgesamt konnte mich Ben Berkeleys Debüt "Judaswiege" durchweg überzeugen und ich würde mich sehr freuen, mehr über die Ermittler und eventuell auch Anwalt Stein zu lesen.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover des Taschenbuchs zeigt mehrere blutdurchtränkte hölzerne Pfähle, deren Konturen erhaben herausgearbeitet wurden, sodass sie beim Darüberstreichen fühlbar sind. Der Buchtitel wurde in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Judaswiege" ist ein durchweg spannender Thriller, der auf blutrünstige Szenen verzichtet und vielmehr das Augenmerk auf die Ermittlungsarbeit und die Psyche der Charaktere legt. Empfehlenswert!

Reihenfolge:
1. Judaswiege
2. Ich bin dein Mörder

1 Kommentare

  1. Hallo liebe Kerstin,

    das hört sich sehr gut an. Kommt gleich mal auf meine Wunschliste.

    LG
    Sabine

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