Rezension: Ransom Riggs - Die Insel der besonderen Kinder

1.2.12

Titel: Die Insel der besonderen Kinder
Autor: Ransom Riggs
Genre: Kinder-/Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: PAN (02.11.2011)
ISBN: 978-3-426-28368-4
Gebunden, 416 Seiten
Preis: 16,99 €
Bezugsquelle: PAN
Leseprobe

Der Schock trifft Jacob vollkommen unvorbereitet: In einem kleinen Wald findet er seinen tödlich verwundeten Großvater - und meint für einen kurzen, schrecklichen Moment, ein Monster im Unterholz zu sehen. Seine Eltern und ein Psychiater versichern ihm, dass er sich dies nur eingebildet hat, und schließlich ist Jacob bereit, ihnen zu glauben. Doch dann beginnen sich die Hinweise darauf zu mehren, dass Abrahams Schauergeschichten möglicherweise alles andere als erfunden waren. Gibt es auf einer Insel vor der Küste Englands vielleicht immer noch ein Heim für "besondere" Kinder? Jacob macht sich auf die Suche danach - und entdeckt mehr, als er jemals für möglich gehalten hätte...
Zum Autor:
Ransom Riggs wuchs in einem Fischerdorf in Florida auf, in einer Gegend, in der sich viele Amerikaner zur Ruhe setzen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, begann er, in Bands zu spielen und mit Freunden Filme zu drehen. Später studierte er in Ohio und Los Angeles Literatur und Filmproduktion. Ransom Riggs arbeitet heute als Drehbuchautor, Journalist und Fotograf.

Rezension:
Abraham Portman erzählt seinem Enkel Jacob seit dessen Kindheit immer wieder Geschichten über die "besonderen" Kinder, die in einem Heim auf einer Insel an der Küste Englands leben und bei denen Abraham während des 2. Weltkriegs aufgenommen wurde. Als kleines Kind liebt Jacob diese Geschichten, doch mit zunehmendem Alter mag er seinem Großvater nicht mehr so recht glauben, was dieser über die Kinder zu berichten weiß. Die Fotos, die Abraham aus dieser Zeit aufgehoben hat, kommen Jacob immer mehr als plumpe Fotomontagen vor.

Als Jacob jedoch seinen Großvater eines Nachts im nahegelegenen kleinen Wald blutüberströmt findet, wird ihm langsam klar, dass an den Geschichten doch etwas dran sein muss, denn Abraham wurde von einem Monster regelrecht hingerichtet, dass nur Jacob sehen kann und er hinterlässt seinem Enkel ein paar merkwürdige Botschaften, die Jacob veranlassen, auf die Insel zu reisen. Bei seinen dortigen Nachforschungen stößt er bald auf das Geheimnis der Kinder und ihrer Heimleiterin Miss Peregrine...

Ransom Riggs ist mit "Die Insel der besonderen Kinder" ein kleines Schmuckstück gelungen, was vor allem an den zahlreichen Fotos liegt, die über das Buch verteilt sind. Sie zeigen größtenteils die "besonderen" Kinder und fügen sich nahtlos in Jacobs Geschichte ein. Manche wirken durchaus gruselig und schaffen somit, unterstützt durch Jacobs Erlebnisse, eine soghafte Atmosphäre, der man sich während des Lesens nur schwer entziehen kann.

Jacob, der sechzehnjährige Protagonist, schwächelt allerdings hin und wieder. Er wirkt oft recht naiv in seinem Handeln und etwas begriffsstutzig in manchen Situationen. Erst zum Ende hin empfand ich ihn als gereifter und erwachsener. Emma hingegen, in die er sich verliebt und die bereits seinen Großvater kannte, wurde in der Geschichte zwar als etwa gleichaltrig geschildert, auf den begleitenden Fotos hingegen wirkt sie deutlich älter, was mich etwas irritierte.

Der Schreibstil ist verständlich und recht einfach gehalten, doch versteht es Ransom Riggs sehr gut, dem Leser auch einige Gänsehautmomente zu bereiten. Als Jacob auf der Insel ankommt, nimmt die etwas gruselige und bedrückende Stimmung sehr an Fahrt auf und man kann sich dank Ransom Riggs' bildhaften Schilderungen richtiggehend in Jacob hineinversetzen.

Das Ende ließ meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig, denn es wird vieles abrupt aufgelöst und geklärt, aber andererseits auch mit einem offenen Ausgang. Auf der Website des Autors ist jedoch nachzulesen, dass er eine Fortsetzung plant, womit dies zu erklären wäre. "Die Insel der besonderen Kinder" war für mich ein sehr schönes Leseerlebnis, vor allem die Fotos haben es mir angetan und ich würde mir mehr solcher illustrierten Bücher wünschen!

Zur Gestaltung des Buchs: Das in schwarz und grün gehaltene Cover zeigt eines der "besonderen" Kinder: Olive, das schwebende Mädchen. Die grünen Verschnörkelungen in den Ecken, Autorenname und Buchtitel wurden in Spotlackoptik hervorgehoben. Highlights sind definitiv die zahlreichen Fotos im Buchinneren!

Fazit: "Die Insel der besonderen Kinder" wird vor allem Leser des Fantastischen begeistern. Jacobs Geschichte und vor allem die Fotos konnten mich fesseln und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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