Rezension: Rainbow Rowell - Liebe auf den zweiten Klick

2.2.12

Titel: Liebe auf den zweiten Klick
Autorin: Rainbow Rowell
Genre: Belletristik
Verlag: Goldmann (17.10.2011)
ISBN: 978-3-442-47420-2
Broschiert, 416 Seiten
Preis: 8,99 €
eBook: ePub für 7,99 €
Bezugsquelle: Goldmann
Leseprobe

Als er sich bei einem Zeitungsverlag auf die Stelle des Internet-Sicherheitsbeauftragten beworben hat, war Lincoln nicht klar, dass er hinfort die E-Mails der Angestellten auf arbeitsferne Inhalte durchforsten würde. Noch weniger war er allerdings darauf gefasst, in dem steten, äußerst offenherzigen und absolut arbeitsfernen Mailwechsel zweier Kolleginnen seine Traumfrau kennenzulernen. Nur, wie sagt man einer Frau, dass man sie liebt, wenn man sie a) noch nie gesehen hat, und b) ihre intimsten Geheimnisse kennt?
Zur Autorin:
Rainbow Rowell arbeitet als Journalistin und Lifestyle-Kolumnistin für den Omaha World-Herald. Wenn sie nicht gerade Bücher oder Artikel schreibt, liest sie gerne Comics, plant Trips nach Disney World oder diskutiert über Dinge, die den Lauf der Welt nicht verändern werden. Sie ist verheiratet und hat zwei Söhne - von denen sie hofft, dass sie einen ebenso unangepassten, offenherzigen Charakter entwickeln wie die Hauptfigur in ihrem Roman.

Rezension:
"Liebe auf den zweiten Klick" spielt am Ende des Jahres 1999, kurz vor dem Millennium-Wechsel. Lincoln, 29 Jahre alt, arbeitet als Sicherheitsbeauftragter bei der Tageszeitung "Courier". Dort ist er für die E-Mail-Überwachung zuständig, sprich er soll darauf achten, dass keine privaten Unterhaltungen und ähnliches stattfinden, diese herausfiltern und die entsprechenden Personen abmahnen.

Bei seiner Arbeit stößt er bald auf einen regen E-Mail-Austausch der beiden Freundinnen Beth und Jennifer. Doch meldet er diese nicht, sondern beginnt, der Unterhaltung zu folgen. Schon bald wird Lincoln klar, dass er sich in eine der beiden Frauen verliebt hat, und sein schlechtes Gewissen meldet sich, denn mittlerweile kennt er die intimsten Geheimnisse von Beth und Jennifer. Wird er sich seiner Traumfrau öffnen und ihr alles erklären können?

Rainbow Rowell ist mit "Liebe auf den zweiten Klick" ein wunderbarer Unterhaltungsroman gelungen. Erzählt wird die Geschichte von Lincoln, der seit kurzem wieder bei seiner Mutter wohnt und zusehends unzufrieden mit seiner Lebenssituation ist. Man erfährt einiges aus seiner Vergangenheit, vor allem die Trennung von seiner ersten großen Liebe Sam macht ihm immer noch schwer zu schaffen.

Unterbrochen wird seine Geschichte immer wieder von E-Mails der beiden Freundinnen Jennifer und Beth, die beide für die Tageszeitung "Courier" arbeiten, bei der Lincoln als Sicherheitsbeauftragter engagiert ist. Die beiden Frauen klagen sich gegenseitig ihr Leid, teilen aber auch viele humorige Szenen miteinander. Jennifer z.B. ist verheiratet, ihr Mann möchte gern ein Kind, doch kann sie sich mit dem Gedanken nicht so richtig anfreunden. Beth hingegen ist seit längerer Zeit mit dem Musiker Chris zusammen und würde gerne mit ihm eine Familie gründen. Dieser sträubt sich aber eher dagegen.

Der Charakter Lincoln hat mir richtig gut gefallen, da er im Lauf der Geschichte eine sehr große Wandlung durchmacht. Anfangs noch ein rechtes Muttersöhnchen, der eher phlegmatisch durchs Leben schreitet, wandelt er sich zusehends zu einem selbstbewussten und selbstbestimmenden Mann. Beth und Jennifer sind beide sehr humorvoll, sympathisch und Freundinnen, die durch Dick und Dünn miteinander gehen.

Der Schreibstil von Rainbow Rowell ist recht einfach gehalten und man darf bei diesem Roman nicht unbedingt jede Menge Tiefgang erwarten. Das Ende ist vorhersehbar und nicht sonderlich überraschend, doch gehört das meiner Meinung nach bei einem Unterhaltungsroman dieser Art auch dazu. Wer also einen Wohlfühlroman fürs Herz, gepaart mit Humor und Witz sucht, wird mit "Liebe auf den zweiten Klick" absolut gut bedient.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover, das in einem hellen Blauton gehalten ist, zeigt einen kleinen Vogel mit einer Liebesbotschaft im Schnabel, der auf einem Ast verweilt. Buchtitel und Illustration sind in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Liebe auf den zweiten Klick" weiß dank seiner sympathischen Charaktere und seiner spritzigen Geschichte zu unterhalten.

1 Kommentare

  1. Ich fand das Ende ganz und gar nicht vorhersehbar. VorherHOFFbar - aber für einen Moment war ich verwirrt am Ende ^^

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