Rezension: Elena Melodia - Nacht

11.1.12

Titel: Nacht
Autorin: Elena Melodia
Reihe: Das Land der verlorenen Seelen # 1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: PAN (04.10.2011)
ISBN: 978-3-426-28333-2
Gebunden, 448 Seiten
Preis: 16,99 €
Bezugsquelle: PAN
Leseprobe

Eigentlich lebt Alma das perfekte Teenager-Leben: Sie führt mit ihrer kleinen Clique das Leben auf dem Schulhof an, und auch ihr neuer Mitschüler Morgan, der sie mit seinen seltsamen violetten Augen verzaubert, scheint fasziniert von ihr. Doch Alma hat ein Geheimnis: Nacht für Nacht sieht sie in ihren Alpträumen bestialische Morde. Als sie herausfindet, dass diese tatsächlich geschehen, wendet sie sich als Allererstes an Morgan. Die beiden kommen einem Geheimnis auf die Spur, in dessen Zentrum Alma selbst steht und über das sie Morgan zu verlieren droht...
Zur Autorin:
Elena Melodia wurde in Verona geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann lebt. Sie arbeitete zunächst als Jugendbuchredakteurin in einem großen Verlag, bevor sie selbst unter die Schriftsteller ging. "Nacht" ist ihr erster Roman und der Auftakt zur erfolgreichsten italienischen Urban-Fantasy-Saga der letzten Jahre.

Rezension:
Die 17-jährige Alma ist die Anführerin einer kleinen Clique, die aus ihr, Seline, Naomi und Agatha besteht. Jedes Mädchen hat mit nicht zu verachtenden Problemen zu kämpfen, auf die ich aber nicht näher eingehen möchte. Alma selbst hatte vor einiger Zeit einen schweren Autounfall. Seitdem leidet sie unter starken Kopfschmerzen, Alpträumen und jede Berührung einer anderen Person tut ihr weh. Nur bei Morgan, einem mysteriös erscheinenden Mitschüler, ist das anders.

Als mehrere Morde passieren, die Alma in ihren nächtlichen Alpträumen vorhersieht und diese auch in einer Art Trance in einem violetten Tagebuch niederschreibt, versucht sie erst allein, dann mithilfe von Morgan herauszufinden, wer dahintersteckt. Aber nicht nur das: Auch mit ihrer Freundin Agatha scheint einiges nicht zu stimmen, was es herauszufinden gilt...

Alma ist ein Charakter, für den man automatisch eine sehr starke Antipathie entwickelt: Sie ist eiskalt, herzlos und sehr arrogant ihrer Umwelt gegenüber. Doch muss man Elena Melodia zugute halten, dass ihre Charaktere, besonders Alma, sprachlich und in ihrer Handlungsweise authentisch und glaubwürdig erscheinen.

Jede Menge einzelner Handlungsstränge verwirrten anfangs, denn sind im einen Moment noch Alma und ihre mysteriösen Alpträume im Zentrum des Geschehens, wird im nächsten Strang bereits von ihren Freundinnen berichtet, die eigene Probleme mit sich schleppen, die aber rein gar nichts mit dem Grundthema der Geschichte zu tun haben und somit vom eigentlichen Kern ablenken.

Und gerade das wirkt sich meiner Meinung nach negativ auf den Roman aus: Der Klappentext macht sehr neugierig auf das Buch, denn das Grundthema ist unzweifelhaft interessant, Morde durch Alpträume und Tagebuchaufzeichnungen vorherzusehen. Doch leider wird diesem Thema zu wenig Zeit gewidmet und die Autorin schweift zu sehr in nicht unbedingt interessante Nebensächlichkeiten ab. Daher wird auch nach dem Ende des Buches nicht klar, warum Alma diese Visionen hat und was dahintersteckt.

Die Krone setzt dann zusätzlich noch der sehr starke Cliffhanger am Ende des Buches auf, über den ich nicht wirklich erfreut war, da ich anfangs nicht wusste, dass es sich hierbei um den Auftakt eines Mehrteilers handelt. Ich kann nur hoffen, dass sich Elena Melodia mit dem zweiten Band, der im Mai 2012 unter dem Titel "Schatten" erscheinen wird, für eine striktere Richtung entschieden hat, denn wie gesagt, das Grundthema hat durchaus Potenzial und ich werde diese Reihe auch definitiv weiter im Auge behalten!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist schlicht, aber durchaus durchdacht gewählt: Ganz in schwarzem Hintergrund gehalten, sieht man am oberen Ende ein angedeutetes Mädchengesicht, in dem sich Wasser zu spiegeln scheint. Der in dunkelblau gehaltene Buchtitel wurde in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Nacht" hat durchaus Potenzial und ich hoffe, dass der zweite Band "Schatten" sich um einiges steigern wird und Elena Melodia sich nicht wieder zu sehr in unrelevanten Nebensächlichkeiten verliert.

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