Rezension: John Henry Eagle - Der Eiserne König

8.12.11

Titel: Der Eiserne König
Autor: John Henry Eagle
Genre: Kinder-/Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Fischer FJB (05.09.2011)
ISBN: 978-3-8414-2117-3
Gebunden, 656 Seiten
Preis: 19,95 €
eBook: ePub für 16,99 €
Bezugsquelle: Fischer FJB
Leseprobe

Dunkle Seelen regieren das Land Pinafor. Noch ruht der Eiserne König in seinem Grab. Wenn er aufersteht, droht der endgültige Untergang des Reiches. Doch es gibt Hoffnung: ein Mädchen mit grünen Augen, honigfarbenem Haar und Sommersprossen, auf ihren Rücken ist ein Labyrinth tätowiert, eine rätselhafte Karte. Dieses geheimnisvolle Mädchen zu finden, ist der Auftrag, der an Hans ergeht. Unter dem Schutz der dreizehn weisen Weiber zieht Hans mit Sneewitt und ihren Gefährten los. Aber der grausame Krieger Grimm und die sieben Raben sind ihnen voraus. Um seine Welt zu retten, dringt Hans immer tiefer ein in das unheimliche und verzauberte Land. Seine große Suche wird zu einem märchenhaften und phantastischen Romanabenteuer.
Zum Autor:
John Henry Eagle wurde 1971 als Sohn eines in der Lüneburger Heide stationierten britischen Offiziers und einer deutschen Mutter geboren. Nach einem wechselhaften schulischen Werdegang, der ihn an mehrere Internate führte, arbeitete er sich in London zum Börsenmakler hoch, stieg dann aber aus und kehrte nach Deutschland zurück, um sich dem Schreiben zu widmen. Er verfasste unter Pseudonym Drehbücher, Schauerromane und Szenarios für Graphic Novels. "Der Eiserne König" ist das erste Buch, das unter seinem wahren Namen erscheint. Er lebt mit vielen Katzen in der Nähe von Berlin.

Rezension:
Der junge Hans ist Mitglied in der Räuberbande von Grimm, einem skrupellosen Ganoven. Eines Tages werden sie von einem Mädchen mit grünen Augen beobachtet. Grimm nimmt sie gefangen, um herauszufinden, warum die junge Frau die Bande im Auge behält, doch sie spricht nicht. Und als Grimm ihr mit Folter droht, lässt sie alle Männer, außer Hans, bei lebendigem Leib verbrennen.

Hans ist so sehr geschockt, dass er in eine Art Ohnmacht verfällt und findet sich in der Hütte einer alten Muhme wieder, die ihn gesundpflegt. Hans soll dieses geheimnisvolle Mädchen zusammen mit einer Gruppe von Gefährten ausfindig machen, denn sie ist die einzige, die das Land Pinafor vor dem Untergang retten kann. Doch Hans und seine neuen Freunde sind nicht allein auf der Suche nach dem Mädchen, denn finstere Gesellen haben es genauso auf sie abgesehen und schrecken vor nichts zurück...

In John Henry Eagles "Der Eiserne König" trifft man auf viele bekannte Gesichter aus den Grimm'schen Märchen: Hans, dessen Schwester Grete ihn vor Jahren aus den Fängen der Hexe aus dem Lebkuchenhäuschen rettete, Sneewitt, besser bekannt als Schneewittchen und Kunz, dessen wahrer Name nicht genannt werden darf, da er sich sonst selbst entzweireißt, sind einige Beispiele dafür.

Man könnte den Roman daher als eine Mischung aus Märchengeschichte und Fantasy ansehen, da der Autor sehr viele detaillierte Schilderungen über die Landschaft und das Leben in Pinafor miteinfließen lässt, sodass es mich an manchen Stellen ein wenig an "Herr der Ringe" erinnert hat, in dem ja auch bekanntermaßen eine Gruppe von Gefährten unterwegs war.

Spannung wird von Beginn an aufgebaut und diese lässt auch in keinster Weise während der gut 650 Seiten nach. Viele Kämpfe müssen bestritten werden, die an der ein oder anderen Stelle nach meinem Geschmack etwas zuviel wurden und auch vor Brutalität und Gewalt wird hier nicht zurückgeschreckt. Der Schreibstil ist durch die bereits erwähnten Details sehr bildhaft ausgefallen, wird aber nie langweilig, da der Autor wiederholt die ein oder andere humorige Szene miteinfließen lässt.

Ich kann "Der Eiserne König" auf jeden Fall weiterempfehlen. John Henry Eagle ist hiermit eine wunderbare Mischung aus Märchen und Fantasy gelungen, die die einzelnen Märchenfiguren in einem neuen Licht erscheinen lässt und auch ihre Vergangenheit näher beleuchtet.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in verschiedenen Türkis-Abstufungen gehalten. Der schwarze Buchtitel wird von sieben Raben-Silhouetten umkreist, beides in Spotlackoptik hervorgehoben. Auf den Vor- und Nachsatzblättern ist jeweils eine doppelseitige, farbige Karte des Landes Pinafor abgedruckt, an der man sich während des Lesens gut orientieren kann.

Fazit: Ein bezaubernder Mix aus Märchen und Fantasy - "Der Eiserne König" von John Henry Eagle bietet epische Unterhaltung auf hohem Niveau.

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