Rezension: Alice Gabathuler - dead.end.com

24.10.11

Titel: dead.end.com
Autorin: Alice Gabathuler
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: Thienemann (15.07.2011)
ISBN: 978-3-522-20064-6
Klappenbroschur, 288 Seiten
Preis: 12,95 €
eBook: ePub für 10,99 €
Bezugsquelle: Thienemann
Leseprobe

Es ist eine Gelegenheit, nach der jeder Gamer sich die Finger leckt: exklusiv dabei zu sein, wenn DIE Spielesensation der Zukunft vorab auf ihre Tauglichkeit getestet wird. Für Mo und Greti wird dieser Traum wahr. Sie sind die Ersten, die dead.end.com spielen. In einer groß angelegten und vermarkteten Aktion werden sie und ihre Gamer-Clans in eine hermetisch abgeriegelte ehemalige Militäranlage gebracht. Doch kaum läuft dead.end.com an, wird klar, dass es mehr ist als nur ein Spiel. Die Grenzen zwischen Realität und virtueller Realität verschwimmen...Und bald schon stellt sich den Spielern nur noch eine Frage: Wer spielt hier falsch?
Zur Autorin:
Alice Gabathuler wurde 1961 in der Schweiz geboren. Sie arbeitete als Radiomoderatorin, Werbetexterin und Englischlehrerin. Heute ist sie Lehrerin in einer privaten Englischschule und freiberufliche Autorin. Sie lebt mit ihrer Familie in Werdenberg, einem kleinen Ort in der Ostschweiz.

Rezension:
dead.end.com ist die neue Computerspielsensation, die von mehreren Jugendlichen, darunter Greti, Tessa, Mo und Carlos, auf Herz und Nieren getestet werden soll. Insgesamt stellen sich sechs Teams dieser Herausforderung. Getestet wird auf einem hermetisch abgeriegelten ehemaligen Militärgelände. Doch bevor es zum eigentlichen Zocken geht, müssen die Spieler erst einmal die Gegend erkunden, was einige von ihnen stutzig macht.

Dabei geschehen bereits einige Ungereimtheiten: Greti wird in einer Höhle von einem Unbekannten angegriffen. Ihr Verdacht fällt auf Mo, der sich ebenfalls dort aufhält, ihr zwar zu Hilfe eilt, aber daraufhin einige Zeit später verletzt zurückkehrt. Was genau ist in dieser Höhle vorgefallen? Am nächsten Tag beginnt das eigentliche Spiel, zu dem die Teams in unterirdische Bunker verfrachtet werden. In einem vorgegebenen Zeitraum sind diverse Missionen zu erfüllen, die bei Versagen den Ausschluss des jeweiligen Teams zur Folge hat. Stirbt ein Teammitglied im Spiel, scheidet auch der jeweilige Spieler aus. Doch die so ausgeschiedenen Spieler verschwinden auch in Wirklichkeit und schon bald misstraut jeder jedem. Was genau geht hier vor sich?

"dead.end.com" ist geschickt und spannend aufgebaut: Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, z.B. aus der Sicht von Mo und Greti während des Spiels, unterbrochen von einem Interview, das Carlos nach dem Test im Fernsehen gibt und das bereits von Anfang an durchscheinen lässt, dass dieser nicht ungefährlich vonstatten ging. Auch eingestreute Eindrücke aus der Zentrale der Spielemacher fehlen nicht. Diese Perspektivwechsel machten mir den Einstieg zwar etwas schwer, doch ist man erst einmal im Lesefluss, legt sich das merklich.

Da ich bereits vor einiger Zeit sehr von "Erebos" von Ursula Poznanski begeistert war, das eine ähnliche Thematik (Computerspiele) behandelt, war ich an der Geschichte von "dead.end.com" sehr interessiert, zumal es nicht so sehr viele Bücher zu diesem Thema auf dem Markt gibt. Die Geschichte an sich ist gut durchdacht und auch durchaus spannend formuliert, doch leider fehlte mir etwas der Tiefgang in den einzelnen Charakteren. Mo fand ich als durchaus anschaulich beschrieben, doch gerade bei Greti, Tessa und Carlos hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die etwas zu oberflächlich ausfielen.

Man kann "dead.end.com" durchaus als Jugendthriller ansehen, aber nicht als reinen Thriller, so wie es auf dem Buchcover angepriesen wird. Trotzdem bereitet Alice Gabathulers Buch einige spannende Lesestunden mit einer schlüssigen und nachvollziehbaren Auflösung, auch wenn es meiner Meinung nach nicht an "Erebos" herankommt.

Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Cover der Klappenbroschur, das größtenteils in Schwarz-Weiß gehalten ist, sieht man einen Tunnelgang und in der Mitte davon eine Zielscheibe. Der Buchtitel ist in einem dunklen Rot aufgedruckt und geprägt.

Fazit: "dead.end.com" ist zwar spannend, doch fehlten mir bei einigen Charakteren nähere Hintergrundinformationen, die sie plastischer und greifbarer gemacht hätten. Trotzdem ist das Buch ob seiner Thematik fesselnd und wird interessierte jugendliche Leser mit Sicherheit ansprechen können.

0 Kommentare

Beliebte Beiträge

Instagram