Rezension: Sophie Jordan - Firelight. Brennender Kuss

29.9.11

Titel: Firelight. Brennender Kuss
Autorin: Sophie Jordan
Reihe: Firelight # 1
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: Loewe (01.08.2011)
ISBN: 978-3-7855-7045-6
Gebunden, 376 Seiten
Preis: 17,95 €
Bezugsquelle: Loewe
Leseprobe, Buchspecial

Als sie Will zum ersten Mal sieht, flieht Jacinda vor dem Jungen mit den haselnussbraunen Augen. Denn sie hat ein Geheimnis: Sie ist eine Draki, ein Mädchen, das sich in einen Drachen verwandeln kann. Nur in ihrem Rudel, hoch oben in den Bergen, glaubt sich Jacinda sicher. Sicher vor den Drachenjägern, die es auf ihre schillernde Haut und ihr purpurfarbenes Blut abgesehen haben. Doch im Rudel braut sich Unheil zusammen. Hat es damit zu tun, dass Jacinda den gut aussehenden Cassian, den zukünftigen Leitdrachen, heiraten soll? Ihre Mutter verschweigt ihr etwas, als sie bei Nacht und Nebel das Dorf verlassen. Todunglücklich beginnt Jacinda ein neues Leben. Da trifft sie Will wieder und Hals über Kopf verliebt sie sich in ihn. Aber ihre Liebe darf nicht sein - denn Will ist ein Drachenjäger...
Zur Autorin:
Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf. Die geheimnisvollen Höhlen in den Bergen inspirierten sie schon früh zu Geschichten über Drachen und Jäger. Bevor sie das Schreiben zum Beruf machte, arbeitete sie viele Jahre als Englischlehrerin. Heute lebt die New-York-Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston. "Firelight" ist ihr Jugendbuch-Debüt.

Rezension:
Die 16-jährige Jacinda lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Tamra in einem abgeschiedenen Dorf in den Bergen. Sie halten sich von den Menschen fern, denn sie gehören zum Volk der Draki: Die Draki sind Nachfahren von Drachen, die sowohl in Drachen- wie auch in Menschengestalt leben. Da auch gewissenlose Jäger hinter ihrem Volk her sind, die es auf das Blut und die Schuppen der Drakis abgesehen haben, darf Jacinda ihr wohlbehütetes Dorf nicht verlassen. Doch bei einem Ausflug mit ihrer Freundin Azure treffen sie auf Jäger und Jacinda sucht Zuflucht in einer Höhle.

Dort wird sie von Will, einem der Jäger, aufgespürt, doch dieser verrät sie nicht. Da das Rudel Jacindas Vergehen von Jägern aufgespürt worden zu sein, nicht tolerieren kann und mit einer massiven Strafe droht, flieht ihre Mutter mit ihr und Tamra bei Nacht und Nebel aus dem Dorf und lässt sich mit ihnen in einer kleinen Wüstenstadt nieder. Jacinda fühlt sich hier gar nicht wohl im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester, die sich nie in einen Draki verwandeln konnte und ihrer Mutter, die ihren Draki vor Jahren abgetötet hatte. Und zu allem Überfluss trifft sie in ihrer neuen Highschool auf Will, den Jäger, der sie aller Gefahr zum Trotz anzieht wie ein Magnet...

"Firelight. Brennender Kuss" konnte mich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen. Zwar ist die grobe Geschichte nicht neu - eine Teenagerromanze, die eigentlich von vornhinein zum Scheitern verurteilt ist gemischt mit Fantasyelementen -, doch hat Sophie Jordan sich zum Glück für dieses Buch nicht an den allgemein bekannten Blutsaugern orientiert, sondern wählt mit den Drakis ein vollkommen neues Element, das neugierig macht und mich sehr begeistern konnte.

Jacinda als Protagonistin erscheint glaubhaft und authentisch. Zwar zaudert sie immer wieder mit ihren Gefühlen für Will und wägt ab, ob ihre Liebe eine Chance hat oder nicht (was aus anderen Büchern auch schon bekannt ist), doch ist sie ein sehr starker Charakter, der sich nicht kopflos in diese Beziehung stürzt sondern sich viele Gedanken macht, schließlich geht es hierbei um ihr reines Überleben, denn sie will die Fähigkeit, sich in einen Draki zu verwandeln, nicht verlieren.

Auch die familiären Probleme kommen nicht zu kurz: Denn Jacinda kommt mit ihrem neuen Leben überhaupt nicht klar, während ihre Schwester, die im Drakidorf eher geächtet wurde, da sie sich nie verwandelt hat, regelrecht aufblüht, Freundschaften schließt und sich durch Jacindas Ablehnung nicht ihr neues aufregendes Leben kaputtmachen lassen will. Die Zwillingsschwestern scheinen sich dadurch regelrecht fremd zu werden und auch die Mutter kann dem nicht richtig entgegenwirken.

Die Szenen zwischen Jacinda und Will, die sich immer näher kommen und bei denen sich Jacinda sehr zusammenreißen muss, um ihre Verwandlung zum Draki zu unterdrücken, der durch Wills Nähe angeheizt wird, sind Sophie Jordan wunderbar gelungen. Gerade in diesen Szenen merkt man den Zwiespalt, in dem Jacinda steckt und aus dem sie scheinbar kein Entrinnen zu finden scheint.

Der Schluss endet mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger, denn "Firelight. Brennender Kuss" ist der erste Band einer Trilogie. Im Englischen ist bereits der Nachfolgeband "Vanish" erschienen, den wir hoffentlich im nächsten Jahr auch im Deutschen lesen dürfen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es mit Jacinda, Will und den anderen Drakis und Jägern weitergehen wird und kann diesen Auftaktband nur jedem Leser ans Herz legen, der eine ausgewogene Mischung aus Romanze und Spannung versetzt mit Fantasyelementen sucht.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in Rottönen gehalten, man sieht Jacinda mit ihren flammenden Haaren, über ihrem linken Auge, das gelb leuchtet, ist ein Teil ihrer Drakihaut zu sehen und das gesamte Cover leuchtet schillernd im Licht. Wunderschöne passende Gestaltung!

Fazit: Absolute Empfehlung trotz des radikalen Cliffhangers am Ende: Sophie Jordan kann mit der neuen Spezies der Draki punkten. Auch die Spannung und Jacindas Konflikte innerhalb ihrer Familie kommen nicht zu kurz, was den ersten Teil dieser Trilogie sehr vielschichtig macht.

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