Rezension: Sam Osman - Das Siegel der Wölfe. Sternensilber

6.9.11

Titel: Das Siegel der Wölfe. Sternensilber
Autorin: Sam Osman
Reihe: Das Siegel der Wölfe # 1
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: arsEdition (05.07.2011)
ISBN: 978-3-7607-6397-2
Gebunden, 480 Seiten
Preis: 19,95 €
Bezugsquelle: arsEdition
Leseprobe

Drei Kinder, geboren auf drei verschiedenen Kontinenten, treffen zufällig in einem kleinen Dorf in England aufeinander. Doch schon bald erkennen Wolfie, Tala und Zi'ib, dass eine geheimnisvolle Kraft sie miteinander verbindet, die ihren Ursprung weit in der Vergangenheit zu haben scheint. Welche Bedeutung haben die unsichtbaren Energielinien, die die Erde durchziehen, für ihr Schicksal - und das der gesamten Menschheit? Und welche Macht versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass Wolfie, Tala und Zi'ib herausfinden, wer sie wirklich sind?
Zur Autorin:
Sam Osman wurde in London als Tochter einer englischen Mutter und eines sudanesischen Vaters geboren. Bevor sie zur BBC kam, arbeitete sie als Dozentin für moderne Sprachen am Clare College in Cambridge. Zusammen mit ihrem Ehemann, drei Kindern, einem Hund, vier Hamstern und einem Goldfisch lebt sie heute in London. "Das Siegel der Wölfe. Sternensilber" ist ihr erstes Buch für jugendliche Leser.

Rezension:
Drei Kinder im Alter von 12 Jahren, die auf verschiedenen Kontinenten aufgewachsen sind, werden mehr oder minder zufälligerweise an den gleichen Ort "verschlagen" und freunden sich miteinander an: Wolfie aus dem kleinen Dorf Thornham in England, der seit dem plötzlichen Verschwinden seines Vaters allein mit seiner Mutter lebt, Tala aus Amerika und Zi'ib aus dem Sudan. Tala und Zi'ib werden nach Thornham gebracht, da Talas Vater auf mysteriöse Weise verschwunden ist und ihr Onkel sie zu sich holt, Zi'ibs Mutter wurde entführt und er schwer am Bein verletzt, das in England operiert wird. Er wird unter die Fittiche des örtlichen Reverends Godfrey Peasemarsh genommen um in aller Ruhe zu genesen.

Als ein gewisser Mr Forester im Süßwarenladen von Wolfies Mutter auftaucht und sich dort in einem Zimmer einquartieren möchte, beginnt die fantastische Geschichte um Wolfie, Tala und Zi'ib ihren Anfang zu nehmen. Mr Forester beschäftigt sich mit den sogenannten Ley-Linien, energetischen Kraftfeldern, die sich wie ein Netz über die gesamte Erde spannen. Als er darüber einen Vortrag hält, geschieht das Unglaubliche: Wolfie, Tala und Zi'ib können auf einmal alle Sprachen der Welt, ob neu oder bereits vergessen, verstehen und sprechen und sind so tief miteinander verbunden, dass sie die Gefühle des jeweils anderen spüren können.

Doch ist da noch ein mysteriöser Geheimbund namens Manus Sacra, der jeden Schritt der Kinder insgeheim beobachtet und ihnen bei ihren Nachforschungen Steine in den Weg legt. Haben die Ley-Linien und dieser Geheimbund auch etwas mit dem Verschwinden von den Elternteilen Wolfies, Talas und Zi'ibs zu tun und warum? Diesen Fragen versuchen die drei Kinder auf den Grund zu gehen...

Sam Osman hat mit ihrem Jugendbuch-Debüt "Sternensilber" eine schöne ausgewogene Mischung aus verschiedenen Welten erschaffen. Gegenwart, Vergangenheit und eine fantastische Welt treffen hier aufeinander und vereinen sich zu einer spannungsgeladenen Geschichte, die nicht nur jungen Lesern gute Unterhaltung beschert.

Die drei Hauptfiguren Wolfie, Tala und Zi'ib sind vom Charakter her sehr unterschiedlich: Wolfie ist eher zurückhaltend und besonnen, Tala ein sehr temperamentvolles Mädchen, das immer sagt was sie denkt und Zi'ib wandelt sich vom anfangs ängstlichen und traumatisierten Jungen zu jemandem, der alles dafür gibt, seine Eltern wiederzufinden, koste es was es wolle. Somit dürfte für jeden Leser ein Lieblingscharakter vorhanden sein, bei mir war es eindeutig die selbstbewusste Tala.

Aber auch die Nebencharaktere wissen zu bezaubern: Besonders hervorheben möchte ich Remus Forester, den etwas skurrilen Forscher, der sich zusammen mit dem Hund Elvis bei Wolfie einquartiert. Bei den Erläuterungen der Ley-Linien (ihrer Entstehung und Geschichte) durch Forester wird dem Leser viel Aufmerksamkeit abverlangt, denn diese werden sehr detailliert ausgeführt, was die Geschichte zwar nicht weniger interessant macht, aber bei jüngeren Lesern eventuell als etwas unverständlich oder langatmig verstanden werden könnte.

Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, den Leser erwartet (zum Glück) kein grober Cliffhanger, trotzdem bin ich sehr gespannt, wie es mit den dreien weitergehen wird. Im Juli 2011 erschien im Original bereits der 2. Band rund um Wolfie, Tala und Zi'ib mit dem Titel "Serpent's Gold", der hoffentlich im nächsten Jahr auch bei uns erscheinen wird.

"Das Siegel der Wölfe. Sternensilber" ist insgesamt in 4 Teile gegliedert und die einzelnen Kapitel mit durchschnittlich um die 20 Seiten nicht allzu lang. Der Schreibstil ist gut verständlich und für die Altersgruppe entsprechend flüssig zu lesen. Ich kann dieses Jugendbuch jedem interessierten Leser empfehlen, der auf der Suche nach einer spannenden Abenteuergeschichte gemischt mit antikem Wissen der Menschheit und einer guten Portion Fantastik ist und bin gespannt auf die Fortsetzung.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist im Grundton sehr dunkel gehalten. Verschiedene Kraftlinien, die im Licht schimmern, durchziehen den Einband, in dessen Mitte man die Silhouetten von Wolfie, Tala und Zi'ib ausmachen kann. Am oberen Abschnitt ist ein durcdhbrochenes Siegel/Amulett in Form eines Sterns zu sehen, das eine wesentliche Rolle in der Geschichte spielt. Dieses und der Buchtitel wurden in Spotlackoptik in Gold bzw. Silber hervorgehoben. Im Innern des Buches findet man eine anschaulich gemalte Karte vom Dorf Thornham, an der man sich während des Lesens sehr gut orientieren kann.

Fazit: "Sternensilber" ist ein unterhaltsamer Auftakt zu einer Trilogie, die Spannung, Abenteuer, altes geheimes Wissen und Fantastik vereint und nicht nur für junge Leser geeignet ist.

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