Rezension: Michael Hübner - Stigma

30.9.11

Titel: Stigma
Autor: Michael Hübner
Genre: Thriller
Verlag: Goldmann (18.04.2011)
ISBN: 978-3-442-47417-2
Broschiert, 448 Seiten
Preis: 8,99 €
eBook: ePub für 7,99 €
Bezugsquelle: Gekauft
Leseprobe

13 Jahre sind vergangen, seit Tom Kessler einem Kindermörder über Stunden hilflos ausgeliefert war, bevor er gerettet wurde. Noch immer leidet Tom unter Panikattacken, kann sich aber an nichts erinnern. Dann wird ein kleines Mädchen ermordet. Neben der Leiche findet man einen Zettel, der nur von dem damaligen Täter stammen kann. Er droht damit, Toms Trauma zu wiederholen. Auf Anraten seiner Ärztin beginnt Tom eine Hypnosetherapie, die ihn in die Vergangenheit versetzt. Doch die Erinnerungen an jenen Tag sind so grausam, dass die Rückführung außer Kontrolle gerät...
Zum Autor:
Michael Hübner, Jahrgang 1968, hat als Keramiker, Logistiker und freiberuflicher Webdesigner gearbeitet, bevor er das Schreiben für sich entdeckte. Seine zweite Leidenschaft gilt der Fotografie und dem digitalen Bearbeiten von Bildern. Er lebt mit seiner Frau und drei Töchtern in der Nähe von Koblenz. "Stigma" ist sein erster Roman.

Rezension:
"Stigma" erzählt die Geschichte von Tom Kessler, der als 13-jähriger für 3 Stunden in die Fänge eines Psychopathen geriet. Während eines Fußballspiels mit seiner Clique steigt Tom über den Gartenzaun eines Grundstücks, um den Ball wiederzuholen und plötzlich findet er sich in der Gewalt eines verrückten Kindermörders wieder. 13 Jahre später: Tom ist mittlerweile 26, ein erfolgreicher Schriftsteller, verheiratet und hat einen Sohn. Doch die Vergangenheit holt ihn auf schreckliche Weise wieder ein. Die Leiche eines Mädchens wird entdeckt und an dieser befindet sich eine Nachricht für Tom...

Tom ist kurz davor, den Verstand zu verlieren. Unterstützung erfährt er von seinem besten Freund Stefan und seiner Therapeutin, beide können ihn zu einer Rückführungshypnose überreden, die ihn zurück in die schlimmsten Stunden seines Lebens katapultiert und somit die verdrängte und nicht verarbeitete Wahrheit ans Licht bringen soll, die schlimmer ist als jeglicher Albtraum...

Michael Hübner konnte mich mit seinem Erstlingswerk "Stigma" vollkommen überzeugen. Kaum angefangen, konnte ich das Buch nur schwer zur Seite legen, denn von Beginn an weiß Michael Hübner, den Leser durch seinen packenden Schreibstil zu fesseln. Jede Figur ist gut durchdacht und selbst bei Tom konnte man sich nie richtig sicher sein, in welche Richtung sein Charakter sich bewegt.

Keine Person ist hier, wie sie zu scheinen vermag und genau das macht "Stigma" aus: Der Autor versteht es gekonnt, den Leser immer wieder aufs Glatteis zu führen und Irrwege einzubauen, bis die doch sehr verblüffende Lösung am Ende präsentiert wird, mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte und die mich sprachlos zurückließ.

Michael Hübner ist mit "Stigma" ein Psychothriller gelungen, der auch nicht auf blutige Elemente verzichtet. Doch stehen meiner Meinung nach mehr die einzelnen Verwirrungen und Irrwege, die verwundete Seele und Psyche eines Mannes im Vordergrund, der als Kind unvorstellbare Qualen erleiden musste. Ich kann "Stigma" an interessierte Leser des Genres Psychothriller unbedingt weiterempfehlen und freue mich bereits jetzt auf das nächste Werk von Michael Hübner!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt eine weiße Wand, an der die Farbe massiv abblättert und auf der mit Blut das Wort Stigma angebracht ist, das wie der Autorenname in Spotlackoptik hervorgehoben wurde.

Fazit: "Stigma" konnte mich vollends überzeugen. Ein Debütroman, der in seinem Genre zu überzeugen weiß: Spannung, Brutalität und diverse falsche Fährten wurden geschickt zu einem wahren Pageturner zusammengemixt.

4 Kommentare

  1. Das Cover sieht ja schon recht blutig aus . . .
    Ich bin aber wieder auf den Geschmack von Thriller & Co. gekommen und so werde ich mir "Stigma" mal genauer anschauen. Tolle Rezi :-)

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