Rezension: Patrick Ness & Siobhan Dowd - Sieben Minuten nach Mitternacht

26.8.11

Titel: Sieben Minuten nach Mitternacht
Autoren: Patrick Ness & Siobhan Dowd
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: cbj (29.08.2011)
ISBN: 978-3-570-15374-1
Gebunden, 216 Seiten
Preis: 16,99 €
eBook: ePDF für 13,99 €
Bezugsquelle: cbj
Special zum Buch

Der 13-jährige Conor hat jede Nacht einen furchtbaren Albtraum, von dem er niemandem erzählen kann und will. Da erscheint eines Nachts ein Monster vor seinem Schlafzimmerfenster. Aber es ist nicht der Schrecken aus seinen Träumen. Dieses Wesen ist uralt, wild und weise - es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um dem Jungen zu helfen.
Zu den Autoren:
Patrick Ness ist als Literaturkritiker für die Tageszeitung The Guardian tätig. Für seine Kinder- und Jugendbücher wurde er mehrfach ausgezeichnet, er gewann u.a. den renommierten Costa Children's Book Award und war auf der Auswahlliste für die Carnegie Medal.
Siobhan Dowd arbeitete als Redakteurin für PEN International und als freischaffende Autorin. Bereits ihr Debütroman wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, ihr drittes Jugendbuch mit der Carnegie Medal. Nach schwerer Krankheit erlag Siobhan Dowd 2007 ihrem Krebsleiden.

Rezension:
"Sieben Minuten nach Mitternacht" erzählt die Geschichte des 13-jährigen Conor O'Malley, der mit seiner Mutter, die schwer an Krebs erkrankt ist, zusammenwohnt. Jede Nacht um genau 00:07 Uhr erscheint ihm ein Monster, das trotz seiner unheimlichen Erscheinung nichts Böses von Conor will. Es möchte ihm vielmehr anhand von drei Geschichten, die er erzählt, Conor aufzeigen, wie das wahre Leben ist und dass man sich nicht von scheinbaren Gegebenheiten täuschen und der Wahrheit ins Auge sehen sollte, egal, wie schrecklich sie auch sein mag.

Conor ist ein sehr tragischer Charakter: In der Schule wird er, ausgenommen von Mitschülern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihn zu mobben, gnadenlos übersehen. Sein Vater hat ihn vor vielen Jahren verlassen und lebt mit seiner neuen Familie in Amerika. Mit seiner Großmutter, die sich um die kranke Mutter Conors kümmert, versteht er sich nicht sonderlich. Somit bleibt nur das Monster übrig, dem er sein Herz ausschütten kann, was ihm aber auch nicht sehr leicht fällt, denn er frisst jegliches Problem in sich hinein.

Patrick Ness, der das Buch nach einer Idee von der 2007 an Krebs verstorbenen Siobhan Dowd niedergeschrieben hat, hat mit Conor und den anderen Charakteren lebensnahe Figuren erschaffen, in die sich der Leser sehr schnell einfühlen kann. Das Wort "Krebs" wird nie ausgesprochen, doch schon beim ersten Auftritt der Mutter wird klar, an welcher tödlichen Krankheit sie leidet.

Trotz dieses Krankheits-Themas wirkt die Geschichte in keinster Weise aufgesetzt. Es beabsichtigt nicht, auf die sogenannte Tränendrüse zu drücken, sondern vielmehr, dass man geliebte Menschen auch loslassen und nach vorne schauen muss, auch wenn es in dem Augenblick schwer fällt und man sich Vorwürfe macht, nicht helfen zu können. "Sieben Minuten nach Mitternacht" ist ein Buch, das ich jedem Leser ans Herz legen möchte, denn es wühlt nicht nur auf, sondern vermag auch zu trösten.

Erwähnenswert sind die wunderbaren Schwarz-Weiß-Illustrationen von Jim Kay, die die komplette Geschichte begleiten und sie zusätzlich unterstützen. Vor allem die doppelseitigen Zeichnungen des Monsters konnte ich minutenlang staunend anschauen, so gut haben sie mir gefallen. Von mir eine definitive Leseempfehlung!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover wurde von Jim Kay, der auch die Illustrationen zum Buch gezeichnet hat, gestaltet. Es zeigt Conor im Schatten einer knorrigen Eibe auf dem Friedhof hinter seinem Haus.

Fazit: "Sieben Minuten nach Mitternacht" versteht es, zu berühren, aber auch zu trösten - eine Geschichte, die ihresgleichen sucht und die noch sehr lange nachhallt. Patrick Ness ist hiermit ein kleines Meisterwerk gelungen!

5 Kommentare

  1. Wirklich gelungene Rezension! :) Ich habe ebenso empfunden.

    WÜnsche ein schönes Wochenende!

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  2. Danke für die schöne Rezension. Allein sie hat mich schon sehr bewegt.

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  3. @Ayanea & Olga: Vielen Dank euch beiden :) Gerade bei diesem Buch ist mir die Rezension nicht leicht gefallen, denn dieser Geschichte mit Worten gerecht zu werden, ist wirklich nicht einfach.

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  4. Habe gerade "Auf der anderen Seite des Meeres" gelesen. Schätze, dieses wird mein nächstes ... danke für die Rezension!

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  5. Hallo Kerstin, kann Dir nur zustimmen!
    Auch ich bin auf den Film gespannt, der bald herauskommt. Werde ihn auf jeden Fall anschauen, wenn auch vielleicht nicht im Kino sondern erst auf DVD. Deine Rezi habe ich heute verlinkt!
    Lieben Gruß
    Kati

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