Rezension: Kim Winter - Sternenschimmer

17.8.11

Titel: Sternenschimmer
Autorin: Kim Winter
Reihe: Sternenschimmer # 1
Genre: Jugendbuch (ab 13 Jahren)
Verlag: Planet Girl (15.07.2011)
ISBN: 978-3-522-50278-8
Gebunden, 576 Seiten
Preis: 16,95 €
eBook: ePub für 14,99 €
Bezugsquelle: Planet Girl
Leseprobe, Sternenschimmer auf Facebook

Die Erde in der Zukunft. Gespannt warten alle in der Stadt unter den Glaskuppeln auf die Ankunft der Flüchtlinge vom Planeten Loduun. Mia will helfen und engagiert sich in einem der Flüchtlingshäuser, wo sie den geheimnisvollen Iason kennenlernt. Wie zwei Planeten kreisen sie umeinander, ziehen sich an und doch liegen Lichtjahre zwischen ihnen. Sie sind wie Feuer und Wasser, wie Gefühl und Verstand. Und es ist eine Liebe auf Zeit. Denn die Loduuner haben von Geburt an einen Sinn. Wenn sie ihn erfüllt haben, sterben sie. Mia will trotzdem nicht aufgeben. Es muss noch einen anderen Weg für sie und Iason geben.
Zur Autorin:
Kim Winter, geboren 1973 in Wiesbaden, lebt mit ihrer Familie im Taunus. Nach einer Ausbildung zur Sozialarbeiterin arbeitete sie im Pflegekinderdienst und in einem Waldkindergarten. Dann widmete sie sich voll und ganz ihrer Leidenschaft, die sie selbst als "Schreibsucht" bezeichnet. Dem Wald ist Kim Winter übrigens noch immer sehr verbunden, weil sie dort neben einem Café in Wiesbaden am liebsten schreibt, und das immer mit Musik im Ohr. Außerdem spielt sie Theater, engagiert sich umweltpolitisch und kann es nicht lassen, Dinge zu hinterfragen. "Bei Ungerechtigkeiten weggucken, geht gar nicht."

Rezension:
Die zukünftige Erde: Die 17-jährige Mia lebt in einer Stadt, die von einer riesigen Glaskuppel geschützt wird, seit diverse Umweltkatastrophen geschahen. Seit diesen Geschehnissen sind die Menschen enger aneinander gerückt und auch eine neue Art von Zusammenhalt ist entstanden, durch die das Überleben erst machbar war. Auf Loduun, einem fernen Planeten, passiert aber das Gegenteil: Durch einen furchtbaren Krieg bedingt müssen seine Bewohner auf die Erde flüchten und werden dort in Wohnheimen untergebracht.

Mia engagiert sich neben der Schule in einem solchen Heim, in dem sie Iason kennenlernt, der sie von Anfang an fasziniert und in den sie sich verliebt. Doch alle Loduuner haben einen Sinn für ihr Dasein. Sobald dieser erfüllt ist, sterben sie. Werden Mia und Iason dennoch zueinander finden?

Kim Winter ist mit "Sternenschimmer" eine sehr vielseitige und vielschichtige Dystopie gelungen. Mia als Protagonistin war mir von Beginn an sympathisch. Man lernt sie sehr gut anhand der Schilderungen ihres schulischen und privaten Alltags kennen und vergisst beim Lesen fast, dass die Geschichte in der fernen Zukunft spielt, da sich der Alltag nicht sehr großartig von unserem heutigen Leben unterscheidet.

Die Schilderungen, die Kim Winter über die Zukunft sehr zahlreich, bildhaft und detailliert mit in den Roman einfließen lässt, machen nachdenklich. Denn man könnte sich genau so eine Zukunft durchaus vorstellen, wenn Klimawandel und Umweltkatastrophen überhand nehmen und nicht vorher von der Weltbevölkerung die Reißleine gezogen wird.

Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz, wie schon der Klappentext verrät. Mia und Iason könnten vom Charakter her unterschiedlicher nicht sein, doch werden sie während der Handlung immer mehr zu einer Einheit, die sich ohne viele Worte versteht. Originell und neu empfand ich die Idee der Autorin, dass alle Loduuner mit einem Sinn geboren werden. Auch wenn sich dahinter ein trauriger Aspekt abzeichnet, denn sobald ein Loduuner seinen Sinn erfüllt hat, muss er sterben.

Dieser Aspekt lässt den Leser automatisch mit Mia und Iason mitfiebern und -zittern, denn man bangt, ob sich ihre Liebe wirklich erfüllen wird. Kim Winter konnte mich mit "Sternenschimmer" vollends überzeugen. Diese Dystopie vereint alles, was ein Buch dieses Genres braucht: Gelungene Schilderungen der zukünftigen Erde, sympathische und überzeugende Protagonisten, eine gefühlvolle Liebesbeziehung und auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Obwohl der Roman in sich abgeschlossen ist, ist eine Fortsetzung bereits geplant, denn die Autorin schreibt gerade am zweiten Band. Wann dieser erscheinen wird, steht allerdings noch nicht fest. Ich freue mich aber bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit Mia und Iason!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover wurde von Maria-Franziska Löhr, die viele wahrscheinlich durch ihre ebenso gelungene Covergestaltung der "Splitterherz"-Reihe von Bettina Belitz kennen, gestaltet. Es zeigt den Planeten Erde und die Stadt, in der Mia lebt und die sich auf kleinstem Raum befindet. Der Buchtitel, der aus einzelnen kleinen Sternen besteht, wurde in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Sternenschimmer" überzeugt durch seine Vielschichtigkeit: Überzeugende Zukunftsschilderungen, das Leben von verschiedenen Kulturen miteinander und eine Liebe, die scheinbar keine Erfüllung finden kann, können vollends überzeugen.

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Kerstin,

    "Sternenschimmer" hab ich mir jetzt auch endlich zugelegt und nach deiner schönen Rezension freue ich mich schon sehr auf dieses Buch. :)

    Schöne blogfreie Tage!

    LG, Sabine

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  2. @Sabine: Hoffentlich gefällt es dir genauso gut :) Schön werden die Tage eher nicht, eher anstrengend...es steht die Beerdigung der Mutter meines Freundes an und wir werden anfangen, das Haus zu räumen und das bei diesen hohen Temperaturen...

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