Rezension: Elke Schwab - Galgentod auf der Teufelsburg

12.8.11

Titel: Galgentod auf der Teufelsburg
Autorin: Elke Schwab
Genre: Krimi/Regionalkrimi
Reihe: Kommissar Kullmann # 8
Verlag: Conte (Juli 2011)
ISBN: 978-3-941657-39-7
Broschiert, 320 Seiten
Preis: 12,90 €
Bezugsquelle: Conte
andere Titel dieser Reihe: Ein ganz klarer Fall, Kullmanns letzter Fall, Großeinsatz, Angstfalle, Tod am Litermont, Hetzjagd am Grünen See, Das Skelett vom Bliesgau
Leseprobe

Ein toter Lehrer in einem Saarlouiser Gymnasium. In der Aula, vor den Augen aller Schüler und deren Handykameras. Diskretion unmöglich. Jürgen Schnur und sein Team stehen vor einem Fall, der Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Schweigsame Lehrer, störrische Schüler und die verführerische Mirna erschweren die Ermittlungen. Ein zweiter Todesfall auf der Teufelsburg erhöht den Druck auf die Polizisten. Was hat es mit dem unscheinbaren Fred Recktenwald auf sich, der auf der Teufelsburg als Fremdenführer arbeitet? Tote Lehrer, gefräßige Krähen, alte Rachegefühle und weibliche Reize stellen Jürgen Schnur, Erik Tenes und die "Neue", Andrea Westrich, vor einen nervenaufreibenden, scheinbar unlösbaren Fall. Aber auf Kullmann ist Verlass.
Zur Autorin:
Elke Schwab, 1964 in Saarbrücken geboren und im Saarland aufgewachsen, ist eine waschechte Saarländerin. Seit dem zwölften Lebensjahr gehört das Schreiben zu ihren großen Leidenschaften. Die erfolgreiche Krimiautorin ist Mitglied in der Autorenvereinigung "Sisters in Crime".

Rezension:
Der von den Schülern verhasste Lehrer Bertram Andernach wird frühmorgens im Lichterhof des Gymnasiums baumelnd tot aufgefunden. Ein Fall für Jürgen Schnur und sein Team, die bei ihren Ermittlungen feststellen müssen, dass Andernach seine Schüler schikanierte und bloßstellte, wo er nur konnte, was die Tätersuche sehr schwierig gestaltet.

Als dann auch noch die Leiche der Geschichtslehrerin Mathilde Graufuchs, die sich genauso wie Andernach bei ihren Schülern unbeliebt machte, auf der nahegelegenen Teufelsburg gefunden wird, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Ein scheinbares Motiv ist schnell gefunden, denn viele Schüler hatten unter den beiden Lehrern zu leiden und einige rasselten durch sie sogar durch ihre Abschlussprüfung. Doch wer hat die Taten nun begangen? Der Fremdenführer Fred Recktenwald, der ein Einsiedlerleben führt und selbst in seiner Jugend unter Andernach und Graufuchs zu leiden hatte, rückt immer mehr als Verdächtiger ins Blickfeld der Polizei. Doch ist er wirklich der Täter?

Mit "Galgentod auf der Teufelsburg" knüpft Elke Schwab an ihre mich immer wieder begeisternden spannenden Regionalkrimis mühelos an. Das Ermittlerteam um Jürgen Schnur bekommt dieses Mal Verstärkung durch Andrea Westrich, die frischen Wind in die Gruppe bringt und auch Kriminalkommissar a.D. Kullmann hat wieder einen Auftritt, wenn auch eher am Rande und nur telefonisch. Doch ist er es, der Jürgen Schnur in seinen Ermittlungen, in denen er nicht so richtig vorankommt, den entscheidenden Tipp geben kann.

Die Handlung lebt auch in Elke Schwabs neuestem Werk von seinen zum Teil herrlich skurrilen und sonderbaren Figuren, was aber den eigentlichen Kriminalfall nicht ins Abseits rückt, sondern eher noch unterstützt, denn verdächtig ist im Grunde genommen jeder. Durch einzelne geschickt gesetzte Puzzlestücke der Autorin wird lange nicht klar, wer denn nun der Täter ist und welches genaue Motiv er hat. Und gerade das macht diesen Regionalkrimi aus: Eine gewisse Spannung bis zum Ende gemischt mit privaten Einblicken in die einzelnen Personen und Ermittler und auch fundierte geschichtliche Informationen zum Schauplatz der Teufelsburg lassen keine Langeweile aufkommen.

Die Lösung des Falls ist gut, glaubhaft und auch nicht zu übereilt gelungen, auch wenn ich mir einen größeren Auftritt des schon liebgewonnenen Kullmann gewünscht hätte. Das erhoffe ich mir dann einfach mal für den nächsten Fall, auf den der Leser hoffentlich nicht zu lange warten muss. "Galgentod auf der Teufelsburg" konnte mich, wie bereits seine Vorgänger, wiederum begeistern, denn Elke Schwab versteht es, einen spannenden Kriminalfall mit einer guten Mischung an Lokalkolorit und verschrobenen Personen zu einer unterhaltsamen Lektüre zu mixen.

Zur Gestaltung des Buchs: Der Cover-Hintergrund ist in einem dunklen Lila gehalten, auf dem ein Teil der Teufelsburg, ein wichtiger Handlungsort im Roman, abgebildet ist.

Fazit: "Galgentod auf der Teufelsburg" konnte mich wie seine Vorgänger erneut begeistern. Spannung, Lokalkolorit und skurrile Figuren garantieren einen kurzweiligen Lesenachmittag.

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