Rezension: Bernhard Aichner - Für immer tot

16.8.11

Titel: Für immer tot
Autor: Bernhard Aichner
Reihe: Max Broll # 2
Genre: Krimi/Regionalkrimi
Verlag: Haymon (03.08.2011)
ISBN: 978-3-85218-882-9
Broschiert, 240 Seiten
Preis: 12,95 €
Bezugsquelle: Haymon
andere Titel dieser Reihe: Die Schöne und der Tod

Um sie herum ist alles dunkel, ein Handy ist ihre einzige Verbindung zur Außenwelt, zur Polizei und zu ihrem Stiefsohn, dem Totengräber Max Broll. Ihre letzte Erinnerung: Ein Mann ist in ihre Wohnung eingedrungen, hat sie überwältigt, in eine Kiste gepfercht und irgendwo im Wald vergraben. Und sie erinnert sich auch, wer der Mann war: Leopold Wagner, der "Kindermacher". Das Problem ist nur: Wagner kann es nicht gewesen sein, denn er sitzt seit achtzehn Jahren hinter Gittern.
Zum Autor:
Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Mehrere Literaturpreise und -stipendien. Veröffentlicht Romane (zuletzt: Schnee kommt (2009)), Hörspiele und Theaterstücke. Sein Krimi-Debüt gab Bernhard Aichner bei HaymonTB mit dem ersten Max-Broll-Krimi Die Schöne und der Tod (2010).

Rezension:
Max Broll, ehemaliger Journalist, hat das Erbe seines verstorbenen Vaters angetreten und seine Stelle als Totengräber in einem kleinen Dorf übernommen. Er führt eine glückliche Beziehung mit Hanni, einer Würstlverkäuferin, und geht ganz in seinem nicht alltäglichen Beruf auf, bis eines Tages seine Stiefmutter Tilda, Chefinspektorin der hiesigen Polizei, entführt und an einem unbekannten Ort lebendig in einer Kiste vergraben wird.

Zusammen mit seinem Freund, dem ehemaligen Fußballprofi Johann Baroni, macht sich Max auf, den Täter zu finden. Denn Tilda scheint genau zu wissen, wer ihr das angetan hat: Leopold Wagner. Doch Wagner sitzt seit Jahren hinter Gittern. Wie sollte er zu so einer Tat in der Lage sein? Diese Frage und ein weiterer Mord macht Max und Johann schwer zu schaffen...

"Für immer tot" ist der zweite Krimi von Bernhard Aichner, der mit dem Totengräber Max Broll einen sehr ungewöhnlichen Ermittler aufs Papier bringt. Da ich den ersten Teil "Die Schöne und der Tod" nicht gelesen habe, kann ich leider keine Parallelen ziehen, doch war es nicht schwer, den einzelnen Personen zu folgen und somit sind glücklicherweise keine Vorkenntnisse aus dem ersten Band zwingend nötig.

Etwas schwer tat ich mich anfangs mit den Dialogen zwischen Max und seinem Freund Baroni, denn die wörtliche Rede ist nicht, wie man es normalerweise kennt, mit Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern nur durch Bindestriche angedeutet. Doch ist man erst einmal im Lesefluss, gewöhnt man sich recht schnell daran.

Der Charakter des Max Broll hat mir gut gefallen, er wirkt sympathisch und man fiebert automatisch mit ihm mit, als er sich auf die Suche nach seiner geliebten Stiefmutter macht und er weiß, dass ihm nur wenig Zeit bleibt, sie noch lebend zu finden. Seine nicht sehr konservativen Ermittlungsmethoden zusammen mit seinem Freund Baroni werden sehr skurril dargestellt, was auch den eher schwarzen Humor nicht zu kurz kommen lässt, aber auch traurige Szenen weiß Bernhard Aichner gekonnt und nachvollziehbar darzustellen.

Kurze und knackige Sätze sorgen dafür, dass die Geschichte ohne großes Drum und Dran aufs Wesentliche reduziert wird und keine Längen entstehen. Ein gehöriger Schuss Lokalkolorit und interessante und auf die ein oder andere Art skurrile Nebenfiguren tun ihr Weiteres. "Für immer tot" ist ein österreichischer (Regional)Krimi, der mich dank seiner originellen Figuren gut unterhalten hat, und ich bin gespannt auf weitere Fälle von Max Broll und Johann Baroni.

Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Cover sind man einen Gesichtsausschnitt einer toten Frau, der mit einer Art Folie überzogen ist (diese Folie spielt auch im Roman eine nicht unerhebliche Rolle!).

Fazit: "Für immer tot" ist ein Krimi, der zwar mehr von seinen ungewöhnlichen Protagonisten lebt als vom eigentlichen Kriminalfall, der aber dank dieser Figuren, einem guten Schuss Lokalkolorit und recht schwarzen Humors und Sarkasmus gut zu unterhalten versteht.

2 Kommentare

  1. Hallo Kerstin,

    (Wie immer) eine wunderbare Rezension. :)
    Mich haben die Dialoge in der Aufzählungsform auch gestört, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran...

    LG,
    Sabine

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  2. @Sabine: (Wie immer) dankeschön ;) Ja, das war anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, aber es gibt wirklich Schlimmeres :)

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