Rezension: Patrick Carman - Atherton. Das Haus der Macht

26.7.11

Titel: Atherton. Das Haus der Macht
Autor: Patrick Carman
Reihe: Atherton # 1
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Kosmos (09. Juni 2011)
ISBN: 978-3-440-12815-2
Gebunden, 347 Seiten
Preis: 16,95 €
Bezugsquelle: Kosmos

Ein Planet - drei Ebenen: Die Highlands, Heimat der Herrscher über das Wasser, Tabletop, Welt der arbeitenden Bauern und Edgars Zuhause, die Flatlands, unbewohnbare Wüste bevölkert von grausamen Monstern. Zwischen den Ebenen darf es keinen Kontakt der Siedler geben. Doch Edgar muss sich dem widersetzen. Er ist auf der Suche, wonach weiß er selbst nicht genau. Durch seine Kletterkünste kann er die Felsen überwinden und zwischen den Ebenen wechseln. Dabei macht er eine unglaubliche Entdeckung. Die Highlands sinken auf Tabletop herab! Wird Atherton untergehen? Um seine Welt zu retten, muss Edgar sein Leben riskieren...
Zum Autor:
Patrick Carman ist ein sehr erfolgreicher amerikanischer Autor, dessen Fantasy-Trilogie "Lands of Elyon" lange einen festen Platz auf der New York Times Bestseller-Liste hatte. Carman lebt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Nordwesten der USA. In Deutschland ist er bekannt für seine Reihe "Skeleton Creek".

Rezension:
Der Planet Atherton, auf dem der 11-jährige Edgar lebt, entstand, nachdem die Erde als unbewohnbar und als "Dunkler Planet" in die Geschichte einging. Gut 100 Jahre ist das nun her. Atherton ist in drei Ebenen eingeteilt: Auf der höchsten Ebene befinden sich die Highlands, dort leben die mächtigen Herrscher, die die Wasserzufuhr von ganz Atherton einteilen. In der Mitte liegt Tabletop, Edgars Zuhause, dort leben die Menschen eine Art Sklavendasein. Unter einem harten Regime eines Aufsehers müssen sie bäuerliche Arbeiten verrichten, deren Ertrag nur den Highlands zugute kommt. Am unteren Ende liegen die Flatlands, eine Wüstenlandschaft, in der niemand zu leben scheint außer seltsamen und gefährlichen Kreaturen, die sich vom Abfall der anderen Ebenen ernähren, die über die Abhänge geworfen werden.

Eines Tages findet Edgar während einer seiner zahlreichen Erkundungstouren in den Felsen ein mysteriöses Buch. Da er nie zu lesen und schreiben gelernt hat (wie alle Bewohner Tabletops), versucht er sein Glück in den Highlands, um dort jemanden zu finden, der ihm das Buch vorliest. Dort macht er die Bekanntschaft von Samuel, einem gleichaltrigen Jungen. Was die beiden herausfinden, bringt sie in tödliche Gefahr und auch Atherton selbst wird gefährlich, denn die Highlands beginnen, sich langsam aber sicher auf Tabletop hinabzusenken...

"Das Haus der Macht" ist der Auftakt zur "Atherton"-Trilogie. Patrick Carman, der vielen Lesern durch seine "Skeleton Creek"-Reihe bekannt sein dürfte, hat mit dem Planeten Atherton eine spannende und neue Welt erschaffen, die dem Leser sehr bildhaft vor Augen geführt wird. Im Großen und Ganzen geht es um das nicht wirklich neue Thema der Klassengesellschaft: Arm gegen Reich, die Mächtigen wollen immer mehr Macht gegenüber den Ärmeren ausüben und sie ausbeuten.

Edgar, der Protagonist des Buches, war mir von Anfang an sympathisch. Er ist ein Junge, der vieles hinterfragt, wissen möchte, wo er herkommt und sich gegen die eingefahrenen Strukturen auflehnt. Er ist mutig und zielstrebig in seinem Tun und zeigt nur in seltensten Fällen seine Ängste. Die 9-jährige Isabel, die mit Edgar auf Tabletop lebt und arbeitet, kam mir hingegen von ihrem Charakter, Handeln und Denken her älter vor, was etwas unglaubwürdig war.

Patrick Carmans Schreibstil ist sehr bildhaft und detailliert, man kann sich Atherton und die einzelnen Ebenen, so wie er sie beschreibt, sehr gut vorstellen. Auch die Spannung kommt definitiv nicht zu kurz, denn nach einer kurzen Einführung in Edgars Welt baut sie sich langsam aber sicher auf und hält bis zum Ende der Geschichte hin, die (leider) in einem sehr argen Cliffhanger endet.

So bleibt nichts anderes übrig, als auf den nächsten Teil der Reihe zu warten, der im Januar 2012 unter dem Titel "Die Flüsse des Feuers" erscheinen wird. Die ersten beiden Kapitel hiervon wurden im Anhang abgedruckt und es scheint genauso spannend weiterzugehen. Außerdem findet man dort noch ein kleines Glossar mit Erklärungen zu verschiedenen Begriffen aus dem Buch, einem Interview mit dem Autoren und verschiedenen Zahlencodes, die man auf der Website www.drhardingsbrain.com entschlüsseln kann, um dort noch mehr über die Welt Athertons zu erfahren, was ich sehr interessant fand.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist hauptsächlich in einem dunklen Grün gehalten. In der Mitte, in einem ovalen Rahmen eingefasst, erkennt man den Planeten Atherton mit seinen drei Ebenen. Links und rechts davon sind kleinere Bleistiftzeichnungen zu sehen. Der ovale Rahmen und der Buchtitel sind in Spotlackoptik hervorgehoben. Erwähnenswert sind zusätzlich die toll gezeichneten, ganzseitigen Illustrationen, die über das ganze Buch verstreut sind und anschaulich wichtige Gegenstände erklären. Ein beigefarbenes Lesebändchen ebenso beigefügt.

Fazit: Ein spannender Auftakt zu einer Trilogie, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befasst: Umwelt, Klassengesellschaft, aber auch Freundschaft und Zusammenhalt - ich bin sehr gespannt, wie es mit Edgar und seinen Freunden und Feinden weitergehen wird und das nicht nur wegen des groben Cliffhangers am Ende!

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