Rezension: Michele Jaffe - Wer schön sein will, muss sterben

29.7.11

Titel: Wer schön sein will, muss sterben
Autorin: Michele Jaffe
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Fischer FJB (14.07.2011)
ISBN: 978-3-8414-2120-3
Gebunden, 448 Seiten
Preis: 16,95 €
Bezugsquelle: Fischer FJB
Leseprobe

In der einen Minute gehörst du zu den beliebtesten Mädchen deiner Schule, bist mit dem heißesten Typen der Stadt zusammen und tanzt auf der coolsten Party des Jahres - in der anderen liegst du halbtot in einem dornigen Rosenstrauch. Du wachst auf und kannst dich an nichts erinnern. So geht es der 16-jährigen Jane, die nach einem Unfall mit Fahrerflucht im Krankenhaus wach wird. Doch während der zahlreichen Besuche von Familie und Freunden kommt die grausame Erinnerung zurück - Stück für Stück. Jemand wollte sie töten - aber wer?
Zur Autorin:
Michele Jaffe ist in Los Angeles, Kalifornien, aufgewachsen. Sie hat in Harvard studiert und im Fach Vergleichende Literaturwissenschaft promoviert. Danach wollte sie eigentlich FBI-Agentin werden, ist dann aber doch beim Schreiben gelandet. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Las Vegas.

Rezension:
Die 16-jährige Jane Freeman hat alles, was ein weiblicher Teenager in diesem Alter sich wünscht: Sie ist an ihrer Schule äußerst beliebt, hat zwei beste Freundinnen und ist mit dem coolsten Jungen überhaupt zusammen. Doch während einer Party passiert etwas Unfassbares: Jane wird von einem Auto angefahren und mit schwersten Verletzungen in einem Rosenstrauch gefunden, der Fahrer des Wagens ist geflüchtet.

Im Krankenhaus versucht Jane, Stück für Stück diese Nacht zu rekonstruieren und schon bald wird klar, dass sie mit Absicht angefahren wurde, sie sollte sterben. Auch ihre Freunde benehmen sich allesamt sehr merkwürdig. Doch warum? Und wer hat es auf sie abgesehen?

"Wer schön sein will, muss sterben" beginnt mit einem Prolog, in dem gerade Janes Unfall geschehen ist. Bereits von Anfang an wird der Leser somit in das Geschehen gesogen und Michele Jaffe versteht es gekonnt, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Denn der Leser weiß auch nur das, was Jane weiß. Man ist ihr in keinster Weise einen Schritt voraus, sondern puzzelt mit ihr die einzelnen Steine dieses Abends langsam aber sicher zusammen.

So werden in Rückblenden Janes nähere Freunde unter die Lupe genommen und man erfährt, dass Jane in der Vergangenheit nicht nur das nette Mädchen von nebenan, sondern auch ein recht verwöhnter und oberflächlicher Teenager war. Für sie war es selbstverständlich, beliebt zu sein. Ihr Verhalten gegenüber ihrem Freund David, der ein ziemliches Ekel ist, konnte ich nicht ganz nachvollziehen: Sie versucht, ihm alles rechtzumachen und muss sich sogar rechtfertigen, wenn sie sich mit ihren Freundinnen trifft.

Ihr wahrer Charakter wird erst nach dem Unfall im Krankenhaus sichtbar, denn es steckt viel mehr in Jane, als man zu anfangs noch denkt. Nur das Verhältnis zu ihrer Mutter ist äußerst gespannt, doch kann man dies aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte nachvollziehen. Die Suche nach dem Täter, der Jane töten wollte und auch nach dem Unfall immer noch will, wird von Michele Jaffe äußerst spannend geschildert. Denn es wird nach und nach klar, dass in irgendeiner Form jeder von Janes Freunden etwas damit zu tun haben könnte und man wird mehrmals von der Autorin aufs Glatteis geführt, bis schlussendlich die stimmige Lösung präsentiert wird.

Man sollte sich übrigens von dem kleinen Aufdruck "Psychothriller" auf dem Cover nicht abschrecken lassen: Die Geschichte ist zwar spannend, aber es fließt in keinster Weise Blut oder gar werden gewaltsame Szenen geschildert. Daher halte ich die Altersempfehlung ab 14 Jahren für angemessen. Michele Jaffe konnte mich mit ihrem Roman definitiv begeistern, von solchen Büchern würde ich mir gerne mehr wünschen!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in bräunlichen Herbsttönen gehalten. Am unteren Ende wird eine Rose angedeutet und ein Kussmund ziert den Buchtitel, der sich in Weiß vom Untergrund abhebt.

Fazit: Spannung bis zum Ende - Michele Jaffe versteht es, ihre Leser immer wieder aufs Glatteis zu führen, bis die verblüffende Lösung präsentiert wird. Ein Jugendthriller at its best!

4 Kommentare

  1. Sehr schöne Rezension. Das Buch klingt ja mega toll. Kommt sofort auf die Wunschliste. Liebe Grüße, Diti

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  2. @Diti: Dankeschön :) Ich sag nur zwei Worte: Unbedingt lesen! ;)

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  3. Huhu Kerstin!
    Eine schöne Rezension. Ich war ebenso begeistert, obwohl ich sonst schwerlich bei Thrillern zu begeistern bin! Also muss er ja gut sein. ;)
    Das Cover finde ich schön, weil es zum Inhalt passt...
    Schönen Samstag wünsche ich dir noch,
    Charlousie

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  4. @Charlousie: Danke :) Na, das will ja dann was heißen, wenn du auch so begeistert davon bist, wo du ja sonst nicht so sehr auf Thriller stehst :) Übrigens hatte ich gestern irgendwo gelesen (ich glaub bei The Story Siren), dass von Michele Jaffe bald ein neues Buch erscheinen wird (und hoffentlich auch bei uns übersetzt werden wird!) :)

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