Rezension: Barnabas Miller & Jordan Orlando - Seven Souls. Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen

1.7.11

Titel: Seven Souls. Sieben Gründe, Mary Shayne zu hassen
Autoren: Barnabas Miller & Jordan Orlando
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Arena (Juni 2011)
ISBN: 978-3-401-06448-2
Gebunden, 416 Seiten
Preis: 16,99 €
Bezugsquelle: Arena

Mary war nicht nur das beliebteste und hübscheste Mädchen der Schule, sondern auch das am meisten gehasste - und deshalb musste sie sterben. Aber ihr Tod ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang. Ein Fluch sorgt dafür, dass sie den Tag, an dem sie starb, immer wieder erleben muss. Aus der Perspektive ihrer sieben Freunde lernt sie eine ganz andere Mary Shayne kennen. Und bekommt sieben Mal vor Augen geführt, dass jeder gute Gründe hatte, sie zu hassen.
Zu den Autoren:
Barnabas Miller hat bereits etliche Bücher für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene geschrieben. Außerdem komponiert und produziert er Musik für Spielfilme und Fernsehsendungen. Er lebt in New York, zusammen mit seiner Frau Heidi, der Katze Ted und dem Hund Zooey.
Jordan Orlando veröffentlichte seinen ersten Roman noch vor seinem 21. Geburtstag. Neben dem Schreiben widmet er sich der Gestaltung von Webseiten und arbeitet als Werbegrafiker und im Bereich "digitales Kino". Er lebt in New York.

Rezension:
Die 17-jährige Mary Shayne hat alles, was man sich erträumen kann. Sie führt ein Leben in Saus und Braus, hat reiche Freunde und ist das beliebteste Mädchen auf der Schule, obwohl sie sich eigentlich auf Kosten ihrer Freunde durchs Leben schnorrt. An ihrem Geburtstag wacht sie mit einem gehörigen Kater im Bett eines Möbelladens auf und das ausgerechnet im Schaufenster! Doch wie ist sie dorthin gekommen? Nicht nur diese Frage beschäftigt Mary, auch ihre Freunde verhalten sich ihr gegenüber merkwürdig: Keiner denkt an ihren Geburtstag und zu allem Übel macht auch noch ihr Freund Patrick mit ihr Schluss.

Um auf andere Gedanken zu kommen, stimmt Mary einem Date mit Dylan zu, dem besten Freund ihrer Schwester Ellen. Kaum im Restaurant angekommen, erhält sie einen Anruf von Patrick, dass sie ihre restlichen Sachen aus der Hotelsuite, in der er wohnt, abholen soll. Sie fährt mit Dylan zusammen dorthin, doch wartet hier zu ihrer Überraschung eine Riesenfete auf sie! Mary atmet auf, doch nicht lange, denn dann bekommt sie einen SMS-Hilferuf ihrer Freundin Joon, die anscheinend in dicken Schwierigkeiten steckt, und Mary macht sich auf, sie zu suchen...und damit fängt der Albtraum ihres Lebens erst richtig an!

"Seven Souls" hat mich zu Beginn an recht verwirrt, denn ich konnte mir viele Geschehnisse um Mary einfach nicht erklären. Warum wird sie in einem Möbelladen wach und kann sich nur schemenhaft an den vorigen Abend erinnern? Dies ist nur eine der Fragen, die sich erst zum Ende hin wie kleine Puzzlesteine stimmig zu einem Ganzen zusammenfügen. Leider empfand ich den Anfang des Romans als etwas zu behäbig, es braucht seine Zeit, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt. Doch hat man die ersten 100 Seiten gelesen, steigt die Spannung merklich an und man möchte unbedingt erfahren wie es weitergeht. Vor allem, als Mary in die einzelnen Personen hineinkatapultiert wird, erfährt man nach und nach einzelne Rätselauflösungen, die dieses Buch so interessant und spannend machen.

Mary ist anfänglich ein sehr unsympathischer Charakter. Von Haus aus nicht sehr betucht, lässt sie sich von ihren Upper Class-Freunden mit Kleidern und feucht-fröhlichen Partys aushalten und empfindet das als Selbstverständlichkeit. Erst als sie in die einzelnen beteiligten 7 Personen hineinkatapultiert wird, erkennt sie, wie verletzend, selbstsüchtig und scheinheilig sie ist/war. Denn jede Person, die näher mit ihr zu tun hatte, hatte gute Gründe, sie zu hassen, und diese Gründe werden vom Autorenduo Miller/Orlando sehr anschaulich und nachvollziehbar in Rückblenden dargestellt.

Gewisse Fantasyelemente kommen auch zum Tragen, denn wie man in der Kurzbeschreibung schon erfahren kann, handelt "Seven Souls" auch von einem Fluch, der auf Mary lastet. Gelungen fand ich, dass gerade dieser Fluch ihr erst die Augen auf ihr bisheriges Leben und ihr Verhalten öffnet, ohne zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger darauf einzugehen. In einigen Szenen geht es für ein Jugendbuch recht drastisch zu, daher halte ich die Altersempfehlung ab 14 Jahren als angebracht.

Ich kann "Seven Souls" nur empfehlen. Es besticht durch eine gut durchdachte Geschichte, die sozusagen von hinten nach vorne aufgerollt wird, jeder Menge Action und Spannung, vieler kleiner Rätsel, die man zusammen mit Mary löst und einem verblüffenden Ende, mit dem ich nicht gerechnet hätte.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt eine schemenhafte weibliche Figur vor einem weißen Hintergrund, im Vordergrund umhüllt von Rauch. Eine hübsche Gestaltung, die auch stimmig zum Thema des Buchs passt.

Fazit: "Seven Souls" ist ein spannender Mix aus Action, ein wenig Fantasy, verletzten Gefühlen und auch Rache - viele einzelne Puzzlesteine gilt es zusammenzufügen, die ein verblüffendes Ende ergeben und das Buch in einen wahren Pageturner verwandeln.

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