Rezension: Ulrike Rylance - Villa des Schweigens

17.6.11

Titel: Villa des Schweigens
Autorin: Ulrike Rylance
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: dtv (Februar 2011)
ISBN: 978-3-423-78249-4
Broschiert, 240 Seiten
Preis: 6,95 €
Bezugsquelle: Ulrike Rylance
Leseprobe

Ein WG-Zimmer in einer riesigen alten Villa - was für Nina zunächst nach großem Abenteuer und jeder Menge Spaß klingt, wird schon bald zum reinsten Horror. Es verschwinden Dinge aus ihrem Zimmer und sie fühlt sich permanent beobachtet. Spätestens als die Freundin ihres Mitbewohners nach einer Party tot im Flur liegt, weiß Nina, dass sie in allerhöchster Gefahr schwebt...
Zur Autorin:
Ulrike Rylance, geboren 1968, studierte Anglistik und Germanistik in Leipzig und London. Sie arbeitete während des Studiums als Assistant Teacher in Wales und in Manchester. Nach dem Studium lebte sie zehn Jahre in London und arbeitete als Deutschlehrerin für Kinder und Erwachsene. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Seattle/USA.

Rezension:
Die 17-jährige Nina Bachmann, die ursprünglich aus einem kleinen Dorf stammt, macht während der Sommerferien ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei in der Großstadt Leipzig. Um nicht länger bei ihrer Tante Franziska und deren nervtötenden Zwillingen wohnen zu müssen, sucht sie ein preisgünstiges WG-Zimmer. Dies findet sich auch schnell und Nina zieht in die Villa von Julius, die er sich mit seinen Mitbewohnern Claire, Stefan und Benjamin teilt. Doch schon bald gehen merkwürdige Dinge vor: Nina, kaum dort eingezogen, bekommt kleine Geschenke in ihr Zimmer gelegt, Schokolade und Liebesgedichte in Haiku-Form.

Doch dabei bleibt es nicht, denn eines Nachts findet sie ihren geliebten Gecko Billy tot auf einem Ameisenhaufen im Garten auf. Und es kommt noch schlimmer: Stefans Freundin Lauren, die zwar nicht in der WG wohnte, aber sich fast täglich dort aufhielt, wird nach einer veranstalteten Party von Nina tot im Treppenaufgang gefunden. Doch wer ist für den Tod von Lauren verantwortlich? Nina beginnt Fragen zu stellen, doch das bringt sie in schwerwiegende Gefahr...

Ulrike Rylance ist mit ihrem Krimi "Villa des Schweigens" ein spannendes und fesselndes Jugendbuch gelungen. Es wird aus der Sicht von Nina erzählt und somit ist man hautnah dabei, wenn sie sich die Frage stellt, wer ihr die Geschenke in ihrem Zimmer hinterlässt und vor allem wer für den Tod von Lauren verantwortlich ist. Ninas Perspektive wechselt sich in kleinen Abschnitten in kursiver Form mit den Gedankengängen des vermeintlichen Täters ab, der es scheinbar von Beginn an auf sie abgesehen hat.

Die einzelnen Mitbewohner sind nicht nur Nebendarsteller, vielmehr hat jeder von ihnen seine eigene kleine Geschichte, die nach und nach aufgedeckt wird und somit für noch mehr Spannung und Rätsel sorgen, denn in irgendeiner Form machen sich alle verdächtig. Daher bleibt doch bis zum Schluss unklar, wer für den Tod von Lauren verantwortlich ist und warum und von welcher Person die kleinen Aufmerksamkeiten für Nina sind.

"Villa des Schweigens" ist ein spannender Krimi, der einlädt, mitzurätseln und eine gut dosierte Portion Spannung bietet. Ich hoffe auf noch mehr solcher tollen Bücher von Ulrike Rylance.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist recht mysteriös und passend zur Geschichte mit den sich verzweigenden Efeuranken und einer Hand, den man keiner direkten Person zuordnen kann, die nach dem Griff einer roten, alten Tür greift, gestaltet.

Fazit: "Villa des Schweigens" ist ein spannender Jugendkrimi, der aber nicht nur von Jugendlichen gelesen werden kann. Viele kleine Hinweise, die sich zum Ende hin schlüssig zusammenfügen, unterhalten den Leser bis auf die letzte Seite.

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