Rezension: Thomas Thiemeyer - Der gläserne Fluch

22.6.11

Titel: Der gläserne Fluch
Autor: Thomas Thiemeyer
Reihe: Chroniken der Weltensucher # 3
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Loewe (Juni 2011)
ISBN: 978-3-7855-6577-3
Gebunden, 480 Seiten
Preis: 17,90 €
Bezugsquelle: Loewe
Website zur Reihe, Leseprobe
andere Titel dieser Reihe: Die Stadt der Regenfresser, Der Palast des Poseidon

Auf dem Gipfel des Bandiagara-Massivs in Französisch-Sudan, dem heutigen Mali, entdeckt der Völkerkundler Richard Bellheim im Oktober des Jahres 1893 die seit Jahrhunderten verlassene Stadt der Tellem. Die Hauptstadt eines Volkes, das einst aus der Sahara in diese Gegend gekommen war und das - so sagt man - über erstaunliche astronomische Kenntnisse verfügte. Zurück in Berlin hält Bellheim wenige Wochen später einen Vortrag an der Universität, zu dem auch Carl Friedrich von Humboldt geladen ist. Doch Richard Bellheim erkennt seinen alten Studienfreund nicht mehr. Seit er aus Afrika zurückgekehrt ist, ist er vergesslich und völlig wesensverändert - und er scheint Glas zu essen. Bellheims Ehefrau Gertrud bittet Humboldt nachzuforschen, was ihrem Mann in Afrika widerfahren sein kann. Und so machen Humboldt, Oskar, Charlotte und Eliza aufs Neue die Pachacútec, ihr Luftschiff, klar, um dem Geheimnis des gläsernen Fluches auf die Spur zu kommen.
Zum Autor:
Thomas Thiemeyer studierte Kunst und Geologie in Köln und arbeitete mehrere Jahre als selbstständiger Illustrator und Künstler. 2004 erschien sein Debütroman Medusa, der erste einer Reihe von sehr erfolgreichen Wissenschaftsthrillern für Erwachsene. Alle seine Romane wurden zu Bestsellern und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Thomas Thiemeyer lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Stuttgart. Chroniken der Weltensucher ist seine erste Reihe für Jugendliche.

Rezension:
Nachdem Carl Friedrich von Humboldt und seine Freunde Abenteuer in Südamerika und den Weiten des Meeres bestanden haben, führt sie ihre neue Mission nach Afrika, genauer gesagt nach Französisch-Sudan, dem heutigen Mali. Von dort ist Humboldts alter Studienkollege, Richard Bellheim, von einer Expedition zurückgekehrt, aber er hat sich sehr verändert. Er erkennt seine alten Freunde nicht mehr, wirkt rastlos und scheint Glas zu essen. Seine Frau Gertrud bittet von Humboldt, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen und als ein sehr merkwürdiger Vorfall am Silvesterabend im Hause Bellheims geschieht, steht für Humboldt fest, dass er dies seinem alten Freund schuldig ist.

Somit macht er sich zusammen mit Oskar, den er mittlerweile adoptiert hat, Charlotte, Eliza und Wilma, der kleinen Kiwidame, mit der Pachacútec, ihrem Luftschiff, auf die Reise in das ferne Land. Aber auch ein Bösewicht ist auf dem Weg dorthin, der es auf den gläsernen Fluch abgesehen hat, aber in weitaus anderen Interessen. Somit läuft alles auf eine Konfrontation hinaus, in der aber auch alte Bekannte des Forscherteams ihren Auftritt haben und neue Freunde gewonnen werden können.

Mit dem dritten Band der "Chroniken der Weltensucher"-Reihe erging es mir wie mit seinen Vorgängern auch: In zwei Tagen war das Buch ausgelesen und das Abenteuer leider wieder viel zu schnell vorbei. Auch dieser Teil steht seinen Vorgängern in nichts nach: Eine sehr gut dosierte Mischung aus Abenteuer, etwas Fantasy und Spannung weiß nach wie vor zu fesseln.

Die bereits bekannten Charaktere entwickeln sich stetig weiter: von Humboldt sorgt sich mittlerweile nicht nur um Erfindungen oder seinen Ruf, sondern entwickelt sich immer mehr zum Familienersatz für Oskar und auch Charlotte. Oskar ist mittlerweile ein junger Mann, der kaum noch etwas mit seiner Vergangenheit als Taschendieb auf den Berliner Straßen gemein hat und Charlotte (mittlerweile mein Lieblingscharakter) beginnt, sich gegen ihre Mutter aufzulehnen. Auch die zwischenmenschlichen Gefühle kommen in diesem Buch mehr zum Tragen.

Die Geschichte um den gläsernen Fluch ist zwar das klassische Gut gegen Böse, doch konnten mich die Charaktere und auch der Schreibstil von Thomas Thiemeyer wieder für sich einnehmen. Denn eins versteht der Autor: Er beherrscht die Kunst, die Schauplätze klar und deutlich vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen. Und genau so sollte es meiner Meinung nach bei einem guten Abenteuerbuch auch sein! Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf ein Wiedersehen mit von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und Wilma, denn ich fühle mich nach drei Bänden, die ich mit ihnen verbringen durfte, mittlerweile bei ihnen wie zu Hause.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover reiht sich wunderbar zu seinen Vorgängern ein. Eine wirklich tolle Gestaltung mit einem Innenmotiv, das Oskar am Steuer der Pachacútec zeigt, und das Thomas Thiemeyer selbst gestaltet hat, wie übrigens auch die auf den Vorsatzseiten abgedruckte doppelseitige Karte von den Tafelbergen von Bandiagara, die sich nochmals am Ende des Buchs wiederfindet. Anhängend findet sich wiederum eine "Encyclopedia Humboldtica", in der interessante Schauplätze, Personen und Begriffe aus dem Buch ausführlicher beschrieben werden, was man schon aus den ersten beiden Bänden kennt. Ein Lesebändchen in einem dunklen Lila rundet die schöne Gestaltung ab.

Fazit: Mit "Der gläserne Fluch" gelingt es Thomas Thiemeyer, nahtlos an "Die Stadt der Regenfresser" und "Der Palast des Poseidon" anzuknüpfen. Genauso spannend und abenteuerlich - mit Protagonisten, die einem als Leser bereits wie alte Bekannte vorkommen und man auf ein baldiges Wiedersehen/-lesen hofft!

1 Kommentare

  1. Allein das Cover ist ja schon ein Hingucker, dieses Buch muss einfach auf meine Merkliste, erst recht wenn es so spannend ist wie berichtet.

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