Rezension: Sarah Pinborough - Die Bürde des Blutes

10.6.11

Titel: Die Bürde des Blutes
Autorin: Sarah Pinborough
Reihe: The Dog-Faced Gods # 1
Genre: Krimi/Thriller (Mystery)
Verlag: Otherworld (Januar 2011)
ISBN: 978-3-8000-9535-3
Klappenbroschur, 479 Seiten
Preis: 16,95 €
Bezugsquelle: Otherworld

Die Welt nach der Finanzkrise. Alle Staaten stehen am Rande des Bankrotts und werden nur noch durch ein transnationales Konsortium, das einfach "Die Bank" genannt wird, am Leben erhalten. Cass Jones muss in dieser Welt Morde aufklären: die Taten eines Serienkillers, der sich "der Fliegenmann" nennt; den Tod zweier Schuljungen, die ins Kreuzfeuer eines Bandenkrieges geraten; den Selbstmord seines eigenen Bruders Christian, der zuvor noch Frau und Kind tötet. Christian war Angestellter Der Bank. Bald muss Cass Jones begreifen, dass alle Morde zusammenhängen - nicht nur miteinander und mit dem Zustand der Welt, sondern vor allem auch mit ihm selbst. Eine verstörende Spurensuche in seiner eigenen Vergangenheit beginnt.
Zur Autorin:
Sarah Pinborough wurde 1972 in Buckinghamshire geboren und lebt heute nur ein paar Meilen von ihrem Geburtsort entfernt, nachdem sie in ihrer Kindheit die Welt bereist hat (ihr Vater war Diplomat). Mit acht Jahren packte sie ihren Koffer und verließ den Mittleren Osten, um dann zehn Jahre in einem Internat zu verbringen. Die Erinnerungen an diese Zeit geben ihr viel Material für ihre Mysterythriller und Horrorgeschichten.

Rezension:
London in naher Zukunft: Cass Jones ist Detective Inspector und hat momentan alle Hände voll zu tun, denn es geht ein Serienkiller, der sich selbst "der Fliegenmann" nennt, um. Vier Frauen hat der Killer schon auf dem Gewissen, die er jedesmal mit einem in Blut geschriebenen Schriftzug und diversen angeordneten Fliegeneiern hinterlässt. Auch in dem Mord an zwei Schuljungen muss Cass Jones ermitteln, die anscheinend in eine Art Bandenkrieg hineingeraten sind und erschossen wurden.

Ferner macht ihm der angebliche Selbstmord seines Bruders Christian, der auch seine Frau und seinen Sohn mit in den Tod nimmt, schwer zu schaffen. Schon bald taucht ein Name auf, der in all diese Geschehnisse verwickelt zu sein scheint: Castor Bright. Doch dieser ist wie "der Fliegenmann" ein Phantom, das nicht zu greifen ist. Doch diese beiden Personen sind es, die Cass Jones auf die entscheidende Spur führen, die ihn tief in seine eigene Vergangenheit führt...

Cass Jones ist nicht der typische Ermittler. Seit bei einem Undercover-Einsatz vor einigen Jahren viel schiefgelaufen ist, ist er ständig im Zweifel mit sich selbst. Er nimmt hin und wieder Kokain, hat seine Frau in der Vergangenheit mit seiner mittlerweile toten Schwägerin betrogen und wird von Unterweltgrößen geschmiert, was aber für den ganzen Polizeiapparat gilt. Trotz dieser Schwächen ist Cass Jones mir während des Lesens sympathisch geworden, da er seine vergangenen Fehler wiedergutmachen will und alles daran setzt, den Strippenzieher dieser Morde zur Rechenschaft zu ziehen.

"Die Bürde des Blutes" ist aus der neutralen Sicht in Vergangenheitsform geschrieben. Zeitlich einzuordnen ist der Roman in naher Zukunft, da von der Finanzkrise gesprochen wird und diese einige Jahre zurückliegt. Eine genaue Jahreszahl wurde allerdings nicht angegeben. Die einzelnen Kapitel berichten meist über Cass, eingestreut werden kürzere Kapitel, die über den Fliegenmann berichten. Wer dieser ist und was es mit Castor Bright auf sich hat, wird erst relativ spät klar und hier fließen dann auch ein paar fantastische und mystische Elemente in die Geschichte mit ein, die aber nicht zu sehr überwiegen, aber für die Handlung doch recht wichtig sind.

Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, bleibt das Ende ein wenig offen gehalten. Der Kriminalfall an sich wurde jedoch gelöst. Der nächste Band wird im September 2011 erscheinen und den Titel "Die Farben der Finsternis" tragen. Ich freue mich bereits darauf!

Zur Gestaltung des Buchs: Das vom Grundton helle Cover zeigt eine ganze Schar Fliegen, die teilweise wie der blutrote Buchtitel selbst in Spotlackoptik hervorgehoben wurden. Im ebenso blutroten Innenteil der hinteren Buchklappe findet man den Schriftzug "Nichts ist heilig", der im Roman eine Rolle spielt. Sehr gelungen!

Fazit: "Die Bürde des Blutes" ist kein typischer Thriller: Viele Puzzleteile warten darauf, vom Leser zusammengesetzt zu werden und das wird mit einer spannenden und fesselnden Geschichte belohnt, die definitiv die Neugier auf den nächsten Band weckt.

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