Rezension: Maryrose Wood - Die Poison Diaries

16.6.11

Titel: Die Poison Diaries
Autorin: Maryrose Wood
Reihe: Poison Diaries # 1
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahren)
Verlag: Fischer FJB (Juni 2011)
ISBN: 978-3-8414-2124-1
Gebunden, 272 Seiten
Preis: 14,95 €
Bezugsquelle: Fischer FJB

Um 1800: Jessamine lebt mit ihrem Vater in einer verlassenen Kapelle im Norden Englands. Sie führen ein stilles, von Jahreszeiten geprägtes Leben. Jessamines Vater ist Botaniker, seine Leidenschaft sind Heil- und Giftpflanzen. In einem verborgenen Giftgarten züchtet er mächtige tödliche Gewächse, sorgsam darauf bedacht, seine Tochter von der Gefahr fernzuhalten. Als eines Tages Weed auftaucht, ein rätselhafter Fremder mit absinthgrünen Augen, verfällt Jessamine ihm sofort. Doch kaum haben die beiden zueinander gefunden, wird das Mädchen sterbenskrank. Was ist Weeds dunkles Geheimnis? Ist er ihre Rettung oder bringt er den Tod?
Zur Autorin:
Maryrose Wood wuchs auf Long Island auf. Sie arbeitete viele Jahre am Theater, ehe sie ihren ersten Roman schrieb. "Die Poison Diaries" ist das erste Werk, das auf Deutsch erscheint. Die Trilogie entstand nach einer Idee der Herzogin von Northumberland. Maryrose Wood lebt mit ihren zwei Kindern, zwei Katzen und einem kleinen Hund in New York.
Jane Northumberland ist die Ehefrau des zwölften Herzogs von Northumberland und lebt auf Alnwick Castle, auch bekannt als das "Windsor des Nordens". Auf dem Gelände von Alnwick Castle hat die Herzogin wunderschöne öffentliche Gärten angelegt, wie zum Beispiel den berühmten Gift- und Apothekergarten.

Rezension:
Die 16-jährige Jessamine Luxton lebt Anfang des 19. Jahrhunderts zusammen mit ihrem Vater Thomas in Nordengland. Thomas interessiert sich sehr für Heil- und insbesondere Giftpflanzen, die er auch bei seinen Patienten zur Heilung von Krankheiten einsetzt. Hierfür hat er mit großer Liebe einen eigenen Giftgarten angelegt, zu dem Jessamine keinen Zugang hat, denn er hält sie für noch nicht alt genug um mit diesen Pflanzen umzugehen. Da Thomas sehr oft tagelang unterwegs ist, ist Jessamines Leben recht eintönig und einsam.

Bis eines Tages der junge Weed bei den beiden einzieht. Von Anfang an fühlt sich Jessamine zu diesem verschlossenen, mysteriösen Jungen hingezogen. Sie verlieben sich ineinander und wollen sogar heiraten, doch dann wird Jessamine sterbenskrank. Wird Weed sie vor dem Tod retten können?

Jessamine wird am Anfang des Buches wie ein kleines Kind von ihrem Vater behandelt, doch ist sie von ihren Gedanken und auch ihrer liebevollen Umgangsweise mit den Pflanzen, die ihr Vater ihrer Obhut überlässt, schon sehr reif und pflichtbewusst. Einzig ihre Hals-über-Kopf-Verliebtheit in Weed konnte ich nicht ganz so gut nachvollziehen, aber ist sie durchaus verständlich, wenn man bedenkt, dass sie die meiste Zeit allein auf sich gestellt verbringen muss und somit glücklich ist, jemanden zu finden, der sie versteht und sie als gleichgestellte Person behandelt.

Ihr Vater Thomas ist ein Heilkundiger, der sehr viel über die heilenden Kräfte von Pflanzen weiß. Doch wird er während der Handlung nach und nach unsympathischer und egoistisch Jessamine gegenüber, obwohl er sich auf der anderen Seite sehr für seine Mitmenschen einsetzt, indem er ihnen mit seinen gezüchteten Heil- und Giftpflanzen hilft, wo die Ärzte dieser Zeit eher versagen.

Weed ist der interessanteste Charakter des Buches. Mysteriös und geheimnisvoll kommt er anfangs daher. Seine besondere Verbindung zu den Pflanzen tritt schnell hervor, denn er sträubt sich, jegliches Gemüse oder Obst zu essen. Später stellt sich heraus, dass er eine ganz besondere Gabe hat, die Thomas gerne für seine eigenen Zwecke ausnutzen möchte.

Es dauert recht lange, bis "Die Poison Diaries" an Fahrt aufnehmen. Zum Anfang wird viel über den Tagesablauf der beiden Luxtons berichtet, man erfährt einiges über die Pflanzen, die sie züchten und den Umgang damit. Erst als Weed bei ihnen einzieht, ändert sich die bis dahin eher gemächliche Geschichte. Richtig spannend wird es als Jessamine sterbenskrank wird, dann kommen auch fantastische Elemente in der Handlung zum Tragen und mich erinnerte das Buch an eine Märchengeschichte. Der Schreibstil ist ein wenig umständlich, doch angepasst an die Zeit, in der das Buch spielt.

Erzählt wird gut die Hälfte des Buches aus der Ich-Perspektive von Jessamine, die durch ihre Tagebucheinträge am Kapitelanfang ergänzt wird, was sich später ändert, denn dann wird aus Weeds Sicht berichtet, was mir sehr gut gefallen hat, denn auf diese Art kommt man beiden Charakteren und ihren Gedanken noch näher und lernt auch seine Sicht der Dinge detaillierter kennen. Mir hat "Die Poison Diaries" gut gefallen und ich fand es interessant, Pflanzen in den Mittelpunkt der Geschichte zu rücken. Das Ende des Buches ist nicht unbedingt als befriedigend anzusehen und da es sich um den Auftaktband einer Trilogie handelt, wird es spannend sein zu erfahren, wie es mit Jessamine und Weed weitergehen wird. Der zweite Band "Nightshade" wird im Oktober 2011 in englischer Sprache veröffentlicht, ein deutscher Termin ist noch nicht bekannt.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist vorwiegend in einem grün-türkisen Farbton gehalten, auf dem ein Mädchenkopf zu sehen ist, der nahtlos im oberen Teil in angedeutete Bäume übergeht. Verziert wird es durch goldfarbene Ornamente, im gleichen Ton ist der Buchtitel gestaltet. Am unteren Buchschnitt verläuft eine dunkle Blumenranke, was ich für eine besonders schöne Idee halte. Auch die einzelnen Kapitel beginnen mit einem Rankenornament und einzelne Abschnitte werden mit einer kleinen Blume unterteilt.

Fazit: Trotz eines behäbigen Starts bietet "Die Poison Diaries" eine spannende und eigenwillige Geschichte, die dem Leser die doch etwas ungewöhnliche Thematik von Heil- und Giftpflanzen näherbringt und zu unterhalten weiß. Dank des gewöhnungsbedürftigen Endes macht es neugierig auf den nächsten Teil der Trilogie.

2 Kommentare

  1. Hey :)

    habe eben deine Rezi zum zweiten Band gesichtet und musste erst mal die Rezi zum ersten Band lesen :) das Buch scheint gut zu sein, erinnert mich im ersten Moment an "Die Alchimistin". In wie weit die beiden wirklich Ähnlichkeit haben kann ich noch nicht sagen :)

    Vielen Dank für deine gute Rezi.

    LG
    Tau

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  2. Ich liebe deine Rezensionen, und ich liebe Jugendbücher. Danke für diesen Tipp,die Poison Diaries kommen sofort auf meine Einkaufsliste

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