Rezension: Frances G. Hill - Sturm im Elfenland

16.6.11

Titel: Sturm im Elfenland
Autorin: Frances G. Hill
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: arsEdition (Februar 2011)
ISBN: 978-3-7607-6373-6
Gebunden, 464 Seiten
Preis: 19,95 €
Bezugsquelle: arsEdition

Im Elfenland herrscht Unruhe. Seit König Auberon die Ausübung von Magie verboten hat, regt sich im ganzen Reich Widerstand. Das Leben der jungen Elfe Alana verläuft jedoch unbeschwert - bis eines Tages unerwarteter Besuch auf das Gut ihres Vaters kommt. Die Eltern ihres Cousins Ivaylo wurden als Aufrührer verurteilt und verbannt, darum soll der junge Elf nun in Alanas Familie eine neue Heimat finden. Ivaylo ist still und verschlossen; doch bald erkennt nicht nur Alana, dass der geheimnisvolle Junge in den alten magischen Künsten bewandert ist. Was ist das Geheimnis des Sternensteins, den Ivaylo bei sich trägt? Und warum öffnen sich plötzlich überall im Elfenland gefährliche Dämonentore? Tiefer und tiefer gerät Alana in einen Strudel mysteriöser Ereignisse...Doch wie kann sie ihren Gefühlen trauen, wenn sie dabei ist, sich in einen Verräter zu verlieben?
Zur Autorin:
Frances G. Hill stammt aus Neuseeland, wo sie als jüngste von fünf Töchtern auf einer Schaf-Farm aufwuchs. Mit acht Jahren verfasste sie ihre erste Kurzgeschichte und im Alter von 16 Jahren ihren ersten Roman, der von einem New Yorker Verlagshaus veröffentlicht wurde. Heute lebt Frances G. Hill mit ihrer Familie und drei rot getigerten Katzen auf Long Island, wo sie Romane schreibt und in ihrer Freizeit Antiquitäten restauriert.

Rezension:
Der junge Elf Ivaylo wird nach der Verbannung seiner Eltern, die der Rebellion bezichtigt werden, unter die Fittiche des Zauberers und der rechten Hand des Königs Auberon, Munir, genommen. Er bringt Ivaylo zu seiner Tante Daina und seinem Onkel Gondiar, die sich seiner annehmen. Seiner Cousine Alana ist er anfangs sehr unsympathisch, da sich plötzlich alles um den Neuankömmling dreht und er recht wortkarg und desinteressiert an seinen Verwandten ist.

Doch schon bald stellt sich heraus, dass Ivaylo magische Fähigkeiten zu haben scheint. Er weiht Alana in das Geheimnis um die Sternensteine ein, die von Zwergenhand hergestellt wurden und sehr viel Magie in sich bergen. Doch ist Magie nach einem Gesetzeserlass des Königs Auberon strengstens verboten! Aber diese ist nötig, um den sich überall öffnenden Dämonentoren Einhalt zu gebieten und bald weiß Alana nicht einmal mehr, wem sie überhaupt noch vertrauen kann...

Da ich gerne mal Ausflüge in die Fantasywelt unternehme, konnte ich mich gleich von Beginn an gut in dieser neuen Welt, die Frances G. Hill (übrigens ein Pseudonym der Autorin Susanne Gerdom) hier zeichnet, zurechtfinden. Alana war für mich die wahre Heldin dieses Buches. Zu anfangs ist sie noch recht unzufrieden mit sich, da sie keinerlei magische Fähigkeiten zu haben scheint, im Gegensatz zu ihrem Bruder Aindru, der gute Ansätze zu einem Heiler entwickelt. Doch als sie selbst einen Sternenstein erhält, den ihr der Zwergenschmied Sverre anfertigt, kann sie plötzlich Dinge voraussehen und ist damit die prädestinierte Hilfe im Kampf gegen die Dämonentore.

Die anfängliche Abneigung, die Alana gegen Ivaylo hegt, legt sich, sobald sie das Geheimnis um den Sternenstein teilen und entwickelt sich zart zu einer glaubwürdigen Romanze, die jedoch nicht zuviel Raum einnimmt. Die Geschichte ist insgesamt recht düster und mysteriös gehalten, so dass man sich nicht unbedingt mit einem Jugendbuch konfrontiert fühlt, man könnte es schon fast in High-Fantasy einordnen. Wer hinter der Öffnung der Dämonentore steckt, wird durch zahlreiche Verwicklungen und geschickt eingestreute Irrwege recht spät sichtbar.

Gut gefallen hat mir, dass auch die Zwerge einen recht hohen Part in der Handlung innehaben, denn für diese Gattung habe ich ein echtes Faible! Auch die Perspektivwechsel in der Erzählung finde ich gelungen. Einerseits wird aus der Sicht der 3. Person berichtet, was sich mit kürzeren Abschnitten, die aus der Sicht Munirs erzählt werden, abwechselt. Unterscheiden kann man dies prima, indem die aus Munirs Sicht erzählten Abschnitte in kursiver Schrift gedruckt wurden.

Auch sehr passend ist der Schreibstil der Autorin: Bildhaft, blumig und detailreich lässt sie das Elfenland vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen, wie es sich meiner Meinung nach für einen Fantasyroman auch gehört. "Sturm im Elfenland" bietet alles, was ein gut durchdachtes Fantasybuch braucht: Spannung, Geheimnisse, Magie, Verrat und einen kleinen Schuss Romanze. Ich kann es Freunden dieses Genres, ob jung oder alt, nur empfehlen!

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt (wieder einmal) ein Mädchengesicht, was ja immer noch in Mode zu sein scheint. Trotzdem überzeugt es durch eine tolle Türkisfarbe und passend gestalteten Ornamenten, die wie die Haarsträhnen des Mädchens und dem Buchtitel im Licht glänzen. Die Kapitelanfänge werden ebenfalls von Ornamenten eingeleitet. Sehr hübsch anzuschauen!

Fazit: "Sturm im Elfenland" ist nicht nur jugendlichen Lesern zu empfehlen. Als Erwachsene hatte ich sehr schöne Lesestunden und bin und war fasziniert von dieser Welt, die die Autorin erschaffen hat. Elfen UND Zwerge - was will man mehr?

2 Kommentare

  1. Eine gelungene Rezension, der ich total zustimmen muss! Traumhaftes Buch!!
    Liebe Grüße,

    Charlousie

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  2. " Sturm im Elfenland " ist eines meiner Lieblingsbücher:)))

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