Rezension: Edith Kneifl - Stadt der Schmerzen

17.6.11

Titel: Stadt der Schmerzen
Autorin: Edith Kneifl
Reihe: Katharina Kafka #2
Genre: Krimi
Verlag: Haymon (März 2011)
ISBN: 978-3-85218-681-8
Gebunden, 240 Seiten
Preis: 19,90 €
Bezugsquelle: Haymon
andere Titel dieser Reihe: Schön tot

Familiäre Verpflichtungen führen Orlando, Transvestit mit einem Faible für den Sisi-Look, und Katharina Kafka nach Florenz. Was als entspannter Kurztrip geplant war, entwickelt sich rasch zu einem mörderischen Inferno von Dante'schen Ausmaßen: Wenige Stunden nach ihrer Ankunft taucht die übel zugerichtete Leiche eines Cousins von Orlando auf, und statt in Ruhe dem Sightseeing und Einkaufsbummeln zu frönen, werden Katharina und Orlando immer weiter in die Mordermittlungen hineingezogen. Je tiefer sie in der Familiengeschichte wühlen, desto mehr unappetitliche Details tauchen auf: Mädchenhandel, Schlepperwesen, Diebstahl und Handel mit gefälschten Parfüms - es scheint kaum ein kriminelles Geschäft zu geben, in dem die ehrenwerte Florentiner Familie Pazzini nicht ihre Finger hat...
Zur Autorin:
Edith Kneifl, geboren 1954 in Wels, lebt und arbeitet als Psychoanalytikerin und Schriftstellerin in Wien. Zahlreiche Auszeichnungen, erhielt u.a. 1992 als erste Frau den Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman des Jahres. Übersetzungen in mehrere Sprachen. ROMY 2003 für die Verfilmung des Romans Ende der Vorstellung (Regie: Wolfgang Murnberger). 14 Kriminalromane und ca. 50 Kurzgeschichten.

Rezension:
Katharina Kafka, studierte Historikerin und momentan Kellnerin in einem Wiener Caféhaus, reist zusammen mit ihrem Freund, dem schwulen Orlando, der sich gerne in Frauenkleidern zeigt und dem es insbesondere der Sisi-Look angetan hat, nach Florenz zur Beerdigung von Orlandos Vater. Kaum dort angekommen, wird die Leiche von Riccardo, einem Cousin Orlandos, in einem Kühlhaus aufgefunden.

Katharina und Orlando beschließen, gemeinsam in diesem Fall zu ermitteln. Was dann so alles ans Tageslicht kommt hat es in sich, denn die Familie Pazzini hat es wirklich faustdick hinter den Ohren und da ist der Handel mit gefälschten Parfüms noch das kleinste Übel...

"Stadt der Schmerzen" ist bereits der zweite Fall des sehr ungewöhnlichen Ermittlerduos Katharina und Orlando. Da ich den ersten Teil nicht gelesen habe, kann ich guten Gewissens sagen, dass kein Vorwissen dessen nötig ist, was ich sehr begrüße.

Die beiden Hauptcharaktere haben mich gut unterhalten und könnten unterschiedlicher nicht sein: Katharina ist neugierig, was sie zur perfekten Ermittlerin macht und immer leicht genervt von ihrem Freund Orlando, der sie dauernd vom Rauchen abbringen will, stets unpünktlich zu Treffen erscheint und sie mit seinem Mode- und Schminkfimmel öfter auf die Palme bringt. Orlando selbst kommt etwas naiv daher und bei ihm bedient sich die Autorin auch an ein paar typischen Klischees, die aber nicht allzu sehr ins Gewicht fallen.

"Stadt der Schmerzen" lebt nicht nur von dem sehr verwickelten Mord an Riccardo und dessen Aufklärung, sondern auch von den spritzigen Dialogen zwischen Katharina und Orlando und vielen eingeflochtenen historischen Begebenheiten, die sich in Florenz zugetragen haben, die aber gut dosiert sind, sodass man nebenbei noch einiges Wissenswertes über diese Stadt erfährt.

Der Roman bietet eine sehr ausgewogene Mixtur aus Spannung und Unterhaltung - und ich hoffe, zukünftig noch mehr von diesem originellen Ermittlerduo lesen zu dürfen!

Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem Cover ist eine Statue zu sehen, im Hintergrund erstreckt sich schemenhaft die Stadt Florenz. Sehr gut gefallen haben mir die Schwarz-Weiß-Fotos von Lorenzo Carlmagno zwischen den einzelnen Teilen, in die der Roman aufgeteilt ist, die die Atmosphäre von Florenz einfangen und die Stimmung des Romans widergeben.

Fazit: Ein spannender Florenz-Krimi mit einem ungewöhnlichen und erfrischenden Ermittlerduo, von dem ich gerne noch mehr lesen würde.

2 Kommentare

  1. (Wieder mal) eine tolle Rezension, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Buch etwas für mich ist...

    LG, Sabine

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  2. Liebe Sabine, leider konnte ich keine Leseprobe finden, sonst hätte ich sie verlinkt und du hättest mal reinschnuppern können. Die Protagonisten sind unterhaltsam, der Fall an sich etwas verwickelt und man erfährt am Rande viel über die Geschichte von Florenz, was ich auch interessant fand.
    viele Grüße und dir ein tolles Wochenende :)

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