Rezension: Jutta Wilke - Holundermond

12.5.11

Titel: Holundermond
Autorin: Jutta Wilke
Genre: Kinder-/Jugendbuch (ab 10 Jahren)
Verlag: Coppenrath (Januar 2011)
ISBN: 978-3-8157-5305-7
Gebunden, 320 Seiten
Preis: 14,95 €
Website zum Buch, Leseprobe

Wie verwunschen wirkt das alte Kloster im sanften Licht des Mondes. Doch Nele ahnt, dass hinter seinen dicken Mauern ein Geheimnis lauert, das eng mit dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters verknüpft ist.
Entschlossen, das Rätsel zu lösen, stellt sie sich zusammen mit ihrem Freund Flavio den dunklen Kräften des Klosters entgegen.
Zur Autorin:
Über zwölf Jahre war Jutta Wilke selbstständige Anwältin für Familienrecht. Nach der Geburt ihres vierten Kindes hängte die heute fünffache Mutter ihre Robe an den Nagel, um sich ganz ihrer Großfamilie widmen zu können. Als dann auch der jüngste Spross einen Kindergartenplatz ergattern konnte, beschloss Jutta Wilke, noch einmal ganz neu durchzustarten und endlich das zu machen, wovon sie ihr Leben lang geträumt hatte: Kinderbuchautorin werden. "Holundermond" ist ihr erster Roman.

Rezension:
Die Eltern der 12-jährigen Nele trennen sich. Ihr Vater Jan wollte eigentlich zusammen mit ihr die Sommerferien verbringen, doch macht dies ein plötzlicher Auftrag, der ihn ereilt, zunichte. Doch Nele versteckt sich heimlich in Jans Auto und er ist nicht gerade begeistert, als er sie entdeckt. In Wien, ihrem Zielort, will sich Jan mit Dr. Holzer, einem Kunsthistoriker, treffen, denn in letzter Zeit verschwinden immer wieder wertvolle Gegenstände aus Kirchen.

Kaum in Wien angekommen, lernt Nele dort die Pensionswirtin Viviane, den Jungen Flavio, dessen Vater ein Eiscafé im nahegelegenen Kloster betreibt, und auch Dr. Holzer kennen, der ihr von Anfang an unsympathisch ist. Als Jan sich mit Dr. Holzer im Kloster trifft, kommt er von diesem Treffen nicht wieder und bleibt verschwunden. Nele und Flavio machen sich auf, Jan wiederzufinden und auch den Fall um die gestohlenen Kunstwerke zu lösen...

Die Protagonistin Nele empfand ich als recht anstrengend. In manchen Fällen altklug, benimmt sie sich dann wieder kindisch, wenn sie ihren Willen nicht bekommt. Am Anfang der Geschichte hatte sie mir deutlich besser gefallen als im späteren Verlauf, denn zu anfangs wird ihre Gefühls- und Gedankenwelt sehr anschaulich und nachvollziehbar anhand der Trennung ihrer Eltern dargestellt.

Flavio, den sie in Wien kennenlernt, ist ein äußerst sympathischer Charakter. Ein 14-jähriger Junge, dem das Herz auf der Zunge liegt und der keinem Abenteuer aus dem Weg geht und neugierig jeder Spur folgt, wenn auch in manchen Fällen etwas unüberlegt. Dr. Holzer wiederum ist der Bösewicht der Geschichte, das wird schon sehr schnell klar. Was allerdings seine Motivation angeht, wird dies zum Glück erst Stück für Stück aufgeklärt.

"Holundermond" wird aus der neutralen Perspektive erzählt. So richtig spannend und mitreißend wird die Geschichte allerdings erst um die Mitte des Buches. Der Prolog z.B., der sehr mysteriös anmutet, spielt dann erst eine wichtige Rolle, vorher kann man ihn nicht richtig deuten. Dies könnte für die angepeilte Zielgruppe ab 10 Jahren allerdings etwas verwirrend anmuten, da man erst bis zur Mitte des Buches lesen muss, um den Prolog auch wirklich zu verstehen.

Nachdem allerdings die Geschichte dann so richtig in Fahrt kommt, geht es Schlag auf Schlag: Das Geheimnis um das Verschwinden der Kunstgegenstände wird gelöst, der Prolog wird verständlich und es driftet sogar etwas in Richtung Mystery ab. Dieses Element miteinzubauen fand ich zwar recht interessant, doch wurde dieser Umstand meiner Meinung nach von den Protagonisten zu leicht und ohne großartiges Hinterfragen hingenommen, was aber die jüngere Leserschaft nicht allzu sehr irritieren dürfte.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in mehreren übergehenden Gelbtönen gehalten. Im Hintergrund sieht man einen großen Vollmond, das Kloster, einen knorrigen alten Baum, dessen Astspitzen in den Buchtitel "Holundermond" übergehen und einen Jungen und ein Mädchen, die auf das Kloster zulaufen.

Fazit: "Holundermond" bietet spannende Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren. Eine Mischung aus Detektivgeschichte, Abenteuer, Spannung und ein bisschen Mystery-Anteil wird der angesprochenen Zielgruppe mit Sicherheit eine spannende Lesezeit bescheren.

2 Kommentare

  1. HI :) Schöne Rezi! Aber ich bin etwas skeptisch von dem Satz: Bietet Kindern ab zehn Jahren...! :D Ich fühle mich mit meinen "alten" 26 Jahren nun nicht mehr ganz als Kind..;) Kannst du es trotzdem empfehlen?

    LG
    -----------------------------------
    www.ThrillerOnline.de
    Jeden Montag neuer Lesestoff

    AntwortenLöschen
  2. @Ayanea: Empfehlen möchte ich es auf alle Fälle! Ich bezog mich halt auf die angesprochene Leserzielgruppe, weil das ein oder andere als erwachsener Leser doch zu vorhersehbar ist, was ich aber als normal empfinde :)

    AntwortenLöschen

Beliebte Beiträge