Rezension: Gord Rollo - Amputiert

10.5.11

Titel: Amputiert
Autor: Gord Rollo
Genre: Thriller/Horror
Verlag: Otherworld (Januar 2011)
ISBN: 978-3-8000-9538-4
Broschiert, 336 Seiten
Preis: 14,95 €

Michael Fox ist im Begriff, Selbstmord zu begehen, als ihm ein Fremder zwei Millionen Dollar anbietet. Alles, was er dafür will, ist Fox' rechter Arm. Doch das ist erst der Anfang. Die Pläne des geheimnisvollen Chirurgen gehen weit über einen schlichten Arm hinaus. Und Fox ist nicht der einzige "Spender". Gefangen hinter den Türen des Operationssaals muss Fox feststellen, dass er einem Wahnsinnigen in die Falle gegangen ist ... und es kein Entrinnen gibt.
Zum Autor:
Gord Rollo wurde 1967 in Schottland geboren. 1971 wanderte seine Familie nach Kanada aus und ließ sich in Dunnville, Ontario, nieder. Am Sheridan College in Oakville, Ontario, studierte er Betriebswirtschaft, Hauptfach Marketing. Zu schreiben begann er bereits in sehr jungen Jahren, ermutigt von seinem talentierten Vater. Er ist Mitglied der Horror Writer's Association. Sein Hauptinteresse gilt Horror und Science-Fiction, in letzter Zeit widmet er sich auch dem Verfassen von Filmdrehbüchern.

Rezension:
Michael Fox ist seit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes bei einem Autounfall auf der schiefen Bahn und lebt als Obdachloser. Seine Tochter, die den Unfall überlebt hat, hat sich von ihm abgewandt und lebt seitdem bei ihrer Tante. Da Michael keinen anderen Ausweg aus seinem unwürdigen Dasein weiß, will er sich vor einen Zug werfen. Doch kurz bevor dies geschehen kann, bekommt er das Angebot seines Lebens: Ein Mann bietet ihm zwei Millionen Dollar im Gegenzug zu seinem rechten Arm.

Trotz einiger Bedenken geht Michael auf den Deal ein, denn er hofft, mit dem Geld nicht nur sich sondern auch die Beziehung zu seiner Tochter retten zu können. Doch kaum auf dem Anwesen von Dr. Marshall angekommen, stellt Michael fest, dass er nicht der einzige ist, den man geködert hat. Denn noch mehr Männer sind bereit, verschiedene Gliedmaßen an den Doktor zu verkaufen. Und bald beginnt ein lebendig gewordener Albtraum für die Männer, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint...

Michael Fox als Protagonist des Romans ist ein typischer Anti-Held. Er lebt in der Gosse und fristet sein Dasein. Als er das verlockende Angebot bekommt, kann man als Leser gut nachvollziehen, wie sehr ihn dieses reizt, denn es würde ihm ermöglichen, alles Dagewesene hinter sich zu lassen und seine Situation deutlich zu verbessern. Seine Entwicklung vom mitleiderregenden Obdachlosen zum wahren Helden gestaltet sich langsam aber stetig und wird authentisch und fesselnd geschildert.

Die Figur des Dr. Nathan Marshall, der zu Beginn an noch den Eindruck einer Koryphäe seines Fachs macht, sich aber mehr und mehr als wahnsinniger Wissenschaftler herauskristallisiert, wirkt ebenso angsteinflößend wie seine rechte Hand Drake, ein Schlägertyp, der fieser nicht sein könnte.

Gord Rollo nimmt in seinem Werk "Amputiert" kein Blatt vor den Mund. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte besser die Hände von diesem Roman lassen. Das Thema an sich ist nicht neu, denn wer kennt nicht "Frankenstein", die Kreatur, die aus verschiedenen Körperteilen neu erfunden wurde.

"Amputiert" wird aus der Sicht von Michael Fox erzählt, so dass der Leser nicht anders kann, als hautnah bei jeder noch so hartgesottenen Szene dabei zu sein und mit ihm mitzufiebern, ob er es schaffen wird, aus den Händen Dr. Marshalls zu entkommen. Doch ist "Amputiert" nicht nur eine reine Aneinanderreihung von brutalen, mitunter ekelerregenden Szenen sondern wechseln sich diese immer mal wieder auch mit ruhigeren Teilen ab, die zum Nachdenken anregen. Die Sprache ist recht einfach gehalten und die 42 Kapitel recht kurz. Unterteilt sind diese noch jeweils in 5 Teile, "Die Brücke", "Das Angebot", "Die Burg", "Das Monster" und "Das Ende".

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in verschiedenen Grautönen gehalten. Der Buchtitel in blutrot wurde in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Amputiert" ist nichts für schwache Nerven. Gord Rollo erinnert mich mit seinem Buch an die Werke Richard Laymons. Also Achtung: Wer einen schwachen Magen hat, sollte dieses Buch lieber nicht in die Hände nehmen. Fans von blutigen und mitunter sehr hartgesottenen Szenen werden daran sicherlich ihre Freude haben.

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