Rezension: Christiane Gref - Im Bann der Engel

20.5.11

Titel: Im Bann der Engel
Autorin: Christiane Gref
Genre: Erotische Fantasy/Steampunk
Verlag: Elysion (März 2011)
ISBN: 978-3-942602-08-2
Broschiert, 220 Seiten
Preis: 12,90 €
Leseprobe

In der abgelegenen Kleinstadt Cravesbury arbeitet die Wissenschaftlerin Elena Winterstone an einem geheimen Forschungsprojekt. Doch der Erfolg lässt auf sich warten. Bis Elena hinter das Geheimnis ihrer Auftraggeberin, Madame Hazard, komt. Erst dann gelingt es ihr schließlich, mechanische Engel zu erschaffen.
Schon bald muss Elena erkennen, dass ihre Schöpfungen zu einer Gefahr für Cravesbury werden. Trotzdem ist Madame Hazard nicht gewillt, ihre Experimente aufzugeben. Im Gegenteil. Verletzt und beunruhigt durch das offene Misstrauen der Stadtbewohner zwingt sie Elena dazu, Todesengel als ihre persönliche Schutzlegion zu erschaffen.
Ausgerechnet in einem dieser tödlichen Engel, dem anziehenden Amenatos, findet Elena einen Verbündeten. Gemeinsam mit ihm setzt die Wissenschaftlerin nun alles daran, ihre eigene Schöpfung unschädlich zu machen.
Zur Autorin:
Christiane Gref wurde 1975 geboren und lebt mit ihrer Familie in Hanau. Die Autorin, die seit 2005 Texte veröffentlicht, wurde 2008 mit dem 4. Platz des Deutschen Phantastikpreises für ihre Kurzgeschichte ausgezeichnet. 2010 ist ihr erster historischer Roman "Das Meisterstück" erschienen.

Rezension:
Da der Klappentext schon ausreichend von der Handlung erzählt, möchte ich sie nicht näher ausführen, das würde dann doch zuviel davon verraten. Die Figur der Elena Winterstone fand ich interessant geschildert, da sie sich in der Geschichte von der überzeugten Forscherin, die Männer, allen voran Straftäter, in Engel mithilfe eines okkulten Ritus in Engel transformiert, in eine totale Gegnerin dessen verwandelt. Als sie herausfindet, dass ihre Chefin Madame Hazard eine Art Todesengelarmee plant, die sie vor dem Hass der Bürger von Cravesbury schützen soll, wird erst ihre wahre Stärke deutlich.

Madame Hazard, die Initiatorin dieses Unternehmens, blieb mir hingegen während des Romans zu blass gehalten. Man weiß lediglich, dass sie sich während ihren Besuchen in der Fabrik in Männerkleidung und schweren Stiefeln kleidet, was wohl sehr außergewöhnlich ist, sich ansonsten in teuren und ausgefallenen Kleidern zeigt und sehr viel Zeit mit Liebesspielen, ob mit Männern oder Frauen, verbringt. Sophia, ihre Zofe, von der ich mir auch mehr Potential erhofft hatte, stellte für mich nur eine Art Lückenfüllerin dar, um diverse erotische Szenen einzubauen, die oftmals auch sehr zur Sache gehen.

Für einen Steampunkroman, wie "Im Bann der Engel" auf dem Titel beworben wird, haben mir diese Szenen zu sehr gefehlt. Es wird zwar von einigen mechanischen Geräten und sogenannten Dampfmobilen erzählt, nur wurden diese zu wenig ausgeleuchtet, wie es für einen Roman dieses Genres passend wäre. Auch die sogenannte Verwandlung der Männer in Engel wird nur angeschnitten, man erfährt zwar, dass es dafür einen okkulten Ritus gibt, den mehrere Personen zusammen ausführen müssen, aber detaillierter hätte diese Ausführung ruhig sein können. Desweiteren hat mir eine ungefähre Zeitangabe, wann die Geschichte spielt, gefehlt.

Man sollte daher als Leser nicht zuviel Steampunk in der Geschichte erwarten. "Im Bann der Engel" wartet hingegen mit einer unterhaltsamen, in manchen Teilen auch düsteren Geschichte auf, die durch diverse erotische Szenen, die recht passend in die Handlung eingebunden wurden, aufgelockert wird. Ob es eine Fortsetzung geben wird, steht noch nicht fest, aber da mir das Ende ein wenig offen vorkam, kann das gut möglich sein.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover der etwas hochformatigeren Broschur ist in verschiedenen Rottönen gehalten. Zu sehen sind verschiedene Zahnräder in diversen Größen, ein metallener Flügel und eine nackte Frau. Diese, der Buchtitel und Autorenname wurden in Spotlackoptik hervorgehoben.

Fazit: "Im Bann der Engel" weiß durchaus, Spannung zu erzeugen und zu unterhalten - nur blieben mir der Steampunk-Aspekt und die Figuren der Madame Hazard und Sophia einfach zu blass. In dieser Hinsicht hätte man mehr daraus machen können.

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