Rezension: Sara Grant - Neva

12.4.11

Titel: Neva
Autorin: Sara Grant
Genre: Jugendbuch/Dystopie (ab 12 Jahren)
Verlag: PAN (März 2011)
ISBN: 978-3-426-28348-6
Gebunden, 352 Seiten
Preis: 16,99 €
Leseprobe

Die 16-jährige Neva hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf: Warum wird ihr Heimatland von einer undurchdringbaren Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet? Warum verschwinden immer wieder Menschen spurlos? Und was ist mit ihrer Großmutter geschehen, die eines Tages nicht mehr nach Hause kam? Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sanna beschließt Neva, Antworten zu verlangen und nicht mehr brav alle Gesetze und Regeln zu befolgen. Doch dabei verliebt sie sich nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss - sondern gerät auch in tödliche Gefahr...
Zur Autorin:
Sara Grant wurde 1968 in Indiana/USA geboren, wo sie Journalistik und Psychologie studierte, bevor sie ihrem Mann nach London folgte. Dort arbeitet sie seit ihrem Universitätsabschluss in "Creative and Life Writing" bei einer Literaturagentur.

Rezension:
Die 16-jährige Neva Adams lebt in Heimatland, einem autoritären Staat, der durch eine undurchdringliche Energiekuppel vom Rest der Welt abgeschottet ist. Strenge Gesetze sollen desweiteren für Ordnung und Sicherheit sorgen, die Regierung überwacht ihre Bürger und Freiheit des Einzelnen zählt nicht. Sogar das Aussehen der Menschen hat sich nach und nach angepasst, so dass sie sich fast ähneln wie ein Ei dem anderen.

Viele Jugendliche, wie Neva selbst, haben sich aus Protest Tätowierungen eingeritzt, um sich von anderen zu unterscheiden und sich dadurch gegen die Regierung und ihre scharfen Gesetze aufzulehnen. Neva merkt mehr und mehr, dass Heimatland nicht das ist, was die Regierenden den Bewohnern weiszumachen versuchen. Als immer mehr Menschen spurlos verschwinden, beginnt Neva Antworten zu suchen, die sie in höchste Gefahr bringen. Hals über Kopf verliebt sie sich auch noch in Braydon, den Freund ihrer besten Freundin Sanna. Wird Neva es schaffen, aus Heimatland zu fliehen und ihre Großmutter wiedertreffen, die auch eines Tages verschwunden ist, sich aber mit einem Brief bei Neva meldet und sie bittet, zu flüchten und zu ihr zu kommen?

Dystopien sind im Moment ja sehr angesagt und da ich dieses Genre sehr gerne lese, war ich auf die Geschichte von Neva gespannt. Man wird als Leser recht schnell in Nevas Welt, Heimatland, eingeführt, das einen zerrütteten Eindruck macht und eine Art Endzeitstimmung baut sich beim Lesen der Geschichte auf. Neva als Protagonistin war mir von Beginn an sympathisch, denn sie hinterfragt vieles und lässt sich auch von Polizeischergen der Regierung nicht einschüchtern.

Zu ihrer Freundin Sanna hat sie eine innige Beziehung, sie verstehen sich ohne viele Worte, bis Neva sich in ihren Freund Braydon verliebt. Diese Romanze allerdings konnte ich nicht wirklich nachvollziehen, da sie sich nicht langsam aufbaut, sondern Knall auf Fall, was mir etwas zu weit hergeholt erschien. Ethan, mit dem Neva noch zu Beginn des Buches zusammen ist, erscheint äußerst blass, doch wird er zum Ende hin noch entscheidend zur Geschichte beitragen. Noch zu erwähnen ist Nevas Vater, der einen hohen Posten in der Regierung im Ressort für Altgeschichte innehat. Auch er wird am Ende noch eine Schlüsselrolle spielen.

Die Geschichte selbst wird aus der Sicht Nevas erzählt. Die Sprache ist flüssig und verständlich zu lesen, so dass die Seiten nur so fliegen. Leider blieben am Ende des Buches einige Fragen offen, was ich sehr bedauere, denn eine Fortsetzung ist von der Autorin Sara Grant leider nicht geplant. "Neva" hat mich gut unterhalten und besonders Einsteiger, die das Genre Dystopie kennenlernen möchten, sind mit diesem Buch gut beraten.

Zur Gestaltung des Buchs: Der Schutzumschlag ist recht schlicht gehalten. Man sieht das Profil eines Mädchens mit geschlossenen Augen. Der Buchtitel ist in Grau gehalten und in Spotlackoptik hervorgehoben, genau wie die abgebildete dunkle Schneeflocke, mit der auch jeder Kapitelanfang verziert ist und die für Neva ein besonderes Symbol darstellt.

Fazit: "Neva" ist ein weiterer unterhaltsamer Roman aus der Dystopie-Kategorie, der besonders für Einsteiger, die dieses Genre kennenlernen möchten, empfehlenswert ist.

6 Kommentare

  1. Schöne Rezension hast du da wieder geschrieben, liebe Kerstin. :)

    "Neva" steht schon auf meinem Wunschzettel, genau wie dein aktuelles Buch. ;-)

    LG, Sabine

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  2. Neva lese ich gerade. Bin auf der Seite 218

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  3. @Olga: Und wie findest du es bisher?

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  4. Heute bin ich mit dem Buch fertig geworden. Dass viele Fragen offen bleiben - das fand ich übrigens nicht. Das meiste kann man sich dazudenken, ich habe die Geschichte als gut abgeschlossen empfunden.
    Meinen Gesamteindruck werde ich demnächst in meinem Blog posten, um es kurz zu sagen: So la la. Der Hintergrund ist interessant, der Schreibstil flüssig. Viele Aspekte werden jedoch leider nur angerissen, so dass ich die Darstellung etwas zu oberflächlich empfand. Die im Klappentext versprochene Liebesgeschichte hat mich sehr enttäuscht, denn es wurde nur behauptet, wie sehr Neva sich von dem Typen angezogen fühlt und wie viele Vorwürfe sie sich macht, aber mitfühlen konnte ich das alles nicht. Braydon ist mMn überhaupt die blasseste Figur von allen: Ein Name, nichts dahinter.
    Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. "Die Auswahl" ist um längen besser, wer das Buch nicht kennt, sollte lieber da zugreifen.

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  5. @Olga: Ehrlich gesagt, mag ich recht offen gehaltene Enden nicht und das war mMn hier etwas der Fall. Natürlich kann man sich ungefähr ausmalen, was mit Neva weiter passiert nach dem Ende des Buchs, aber ich mag immer mehr Klarheit ;) "Die Auswahl" fand ich auch definitiv besser, aber wie ich schon erwähnte, halte ich "Neva" für Leser, die das Genre kennenlernen möchten, für einen recht guten Einstieg. Ich freue mich auf deinen Blog-Post mit deiner abschließenden Meinung :)

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