Rezension: Corina Bomann - Der Lilienpakt

7.4.11

Titel: Der Lilienpakt
Autorin: Corina Bomann
Genre: Jugendbuch/Historisch (ab 14 Jahren)
Verlag: Ueberreuter (Januar 2011)
ISBN: 978-3-8000-5601-9
Gebunden, 368 Seiten
Preis: 12,95 €
Leseprobe

Frankreich 1643: Die siebzehnjährige Christine muss den Mord an ihrer Familie miterleben und befindet sich seitdem auf der Flucht. Ein Schmied nimmt sie nur widerwillig auf, denn er hat Angst vor dem Geheimbund "Schwarze Lilie", der anscheinend etwas mit dem Mord zu tun hat. Als der Musketier d'Athos in Christines Leben tritt, scheint sie ihrem Ziel, die Mörder zu finden, ein Stück näher: Gemeinsam mit seinen Kameraden Porthos und Aramitz will d'Athos die Schuldigen entlarven. Auch Jules, der Sohn des Schmieds, schließt sich ihnen an, für den Christine mehr als bloß Freundschaft empfindet. Doch die Gefahr, in der sie schwebt, ist noch nicht gebannt...
Zur Autorin:
Die in Norddeutschland lebende Schriftstellerin wurde 1974 in Parchim geboren. Nachdem sie elf Jahre lang im medizinischen Bereich tätig war, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und widmet sich nun ganz dem Schreiben. Am liebsten verfasst sie historische Romane für Jugendliche und Erwachsene.

Rezension:
Die Protagonistin Christine wächst behütet auf dem Schloss ihrer Familie, der d'Autrevilles, auf. Sie ist aber nicht die typische junge Frau ihrer Zeit, interessiert sich nicht sonderlich für in ihren Augen langweilige Näharbeiten und denkt noch nicht übers Heiraten nach. Vielmehr nimmt sie Fechtunterricht bei Maître Nancy, dem Lehrer ihrer drei Brüder Bertrand, Roland und Antoine.

Doch als sie mitansehen muss, wie ihre gesamte Familie und die Bediensteten von mysteriösen Männern umgebracht werden, stellt sich ihr bisheriges Leben vollkommen auf den Kopf. Sie erhält Unterschlupf bei dem Schmied Garos und hat nur einen Gedanken: Sie muss die Mörder ihrer Familie finden! Unterstützt in ihrer Suche wird sie von den drei Musketieren Porthos, Aramitz und d'Athos, bei dem sie, getarnt als Junge, als Diener anheuert. Wird Christine die Mörder ihrer Familie aufspüren und mithilfe der Musketiere zur Strecke bringen können oder wird ihre Tarnung frühzeitig auffliegen?

Corina Bomann konnte mich mit "Der Lilienpakt" völlig überzeugen. Ihr Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, es kommen keine zu detaillierten Beschreibungen vor, wie man es sonst aus Büchern dieses Genres kennt. Zwar werden einige Fechtszenen ausführlich beschrieben, doch nie so, dass man sich als Leser langweilt oder mit Fachbegriffen, die man erst nachschlagen müsste, überhäuft wird.

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Christine geschrieben, das bewirkt, dass man sich gut in diesen Charakter hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen kann. Auch ist Christine eine recht tiefgehende Protagonistin: Einerseits ist sie für ihre Zeit emanzipiert, fechtet für ihr Leben gern und meidet auch die Konfrontation im Kampf nicht. Andererseits vermisst sie ihre Familie und der Verlust, ihre Trauer und auch die aufkeimende erste Liebe zu Jules machen sie nur umso glaubwürdiger.

Die berühmten Musketiere an sich, die man aus Dumas' Roman und zahlreichen Verfilmungen kennt, spielen nur eine Nebenrolle. Sehr interessant zu lesen ist hierzu das Nachwort von Corina Bomann, das Näheres über diese berühmten Männer preisgibt, z.B. war mir vorher nicht bekannt, dass Athos, Porthos und Aramitz Cousins waren. Ich habe die Lektüre sehr genossen und auf jeden Fall eine neue Autorin für mich entdeckt.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Buchcover ziert ein Gemälde einer Frau. Von ihr sieht man allerdings nur die Hände, wobei in die rechte Hand nachträglich eine dunkelrote Lilie in Spotlackoptik eingearbeitet wurde. Auch der Buchtitel wurde in dieser Optik hervorgehoben. Auf den Vorsatzblättern und am Ende des Buches ist eine doppelseitige Karte von Paris zu Christines Zeit abgedruckt, die wichtige Handlungsorte des Romans aufzeigt. Die Karte wurde von Joseph Koó gestaltet.

Fazit: "Der Lilienpakt" bietet alles, was ein historischer Roman, der in erster Linie jugendliche Leser ansprechen soll, haben muss: Spannung, erste Liebe und jede Menge Intrigen angesiedelt in einer interessanten Zeitepoche garniert mit Personen, die teilweise real gelebt haben.

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