Rezension: Beate Teresa Hanika - Nirgendwo in Berlin

21.4.11

Titel: Nirgendwo in Berlin
Autorin: Beate Teresa Hanika
Genre: Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Fischer Schatzinsel (März 2011)
ISBN: 978-3-596-85405-9
Gebunden, 272 Seiten
Preis: 13,95 €

Neue Stadt, neue Freunde? Fehlanzeige.
Berlin ist riesig, und Greta kennt hier niemanden. Es wird bestimmt gut, hat ihre Mutter ihr versprochen. Du wirst neue Freunde finden, und bis die Schule wieder anfängt, wirst du hier nicht mehr wegwollen. Aber die einzige Freundin, die Greta findet, trifft sie in einem Chat. Na super, dafür muss man ja wohl nicht nach Berlin ziehen, die kann ja sonst wo wohnen...Doch dann ist das Mädchen plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Und Greta hat das sichere Gefühl: Ihr ist etwas zugestoßen. Und zwar hier in der Nähe - irgendwo, nirgendwo in Berlin.
Zur Autorin:
Beate Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, ist Fotografin. Ab 1997 arbeitete sie mehrere Jahre als Model in verschiedenen europäischen Städten. Bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt sie Geschichten und Gedichte. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen Ort in der Nähe von Regensburg. Ihr erster Roman "Rotkäppchen muss weinen" wurde u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Hans-im-Glück-Preis ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Außerdem ist bei den Fischer Verlagen ihr Roman "Erzähl mir von der Liebe" erschienen.

Rezension:
Die 15-jährige Greta zieht nach der Trennung ihrer Eltern mit ihrer Mutter vom beschaulichen Land in die Metropole Berlin, wo ihre Mutter eine Stellung als Zeitungsredakteurin gefunden hat. Da noch Sommerferien sind, langweilt sich Greta recht schnell. Ihr fehlen ihre Freunde und neue zu finden ist gar nicht so einfach. Bald lernt sie die 13-jährige Cindy kennen, die im gleichen Haus wohnt und für ihr Leben gerne chattet.

Durch Cindy animiert, meldet auch Greta sich im Chatroom an und lernt dort Pampolina kennen, ein Mädchen, dessen Eltern sich auch gerade getrennt haben. Die beiden "freunden" sich an, denn sie haben viele Gemeinsamkeiten. Doch dann meldet sich Pampolina auf einmal nicht mehr, nachdem sie sich mit einem Fremden, den sie im Chat kennengelernt hat, treffen wollte. Greta kommt der Verdacht, dass ihr etwas zugestoßen sein muss und versucht zusammen mit Cindy herauszufinden, was mit Pampolina geschehen ist...

Mit "Nirgendwo in Berlin" ist Beate Teresa Hanika mit ihrem dritten Roman ein spannendes und zeitgleich auch tiefgründiges Jugendbuch gelungen. Erzählt wird es aus der Ich-Perspektive von Greta in Gegenwartsform. In Greta kann sich der Leser sofort hineinversetzen, ihre Gefühls- und Gedankenwelt sind authentisch dem Alter entsprechend geschildert und man fühlt mit ihr, wenn sie wehmütig an ihre Freunde zurückdenkt und sich von der Mutter alleingelassen fühlt, die ganz in ihrem neuen Beruf aufgeht.

Gretas Sichtweise und Erzählung wird unterbrochen von kurzen, meist nur eine Seite langen Kapiteln, die von einem gewissen Parzival handeln, der sehr mysteriös und unheimlich erscheint. Leider war mir nur allzu schnell klar, wer hinter Parzival steckt. Das trübte zwar die Spannung ein wenig, doch nichtsdestotrotz hat mir "Nirgendwo in Berlin" gut gefallen, zumal das Buch noch mit einem Ende aufwartet, das Gänsehaut bereitet. Auch versteht es die Autorin wieder einmal, Gefühle und Sehnsüchte der Protagonistin gekonnt zu schildern, ohne in einer gewissen Kitschigkeit zu enden.

"Nirgendwo in Berlin" ist ein Roman, der Spannung und die Gefühls- und Gedankenwelt und den Alltag eines 15-jährigen Mädchens, das sich in eine neue Umgebung eingliedern und neue Freunde finden möchte, authentisch und glaubhaft miteinander verwebt. Beate Teresa Hanika ist für mich eine nach wie vor lesenswerte junge Autorin, deren Bücher ich uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist in drei verschiedenen Farbtönen, weiss, einem hellen blau und grün gehalten. Im Hintergrund ist die hellblaue Silhouette von Berlin mit dem Fernsehturm am Alexanderplatz zu sehen, im Vordergrund ein Mädchen, das die Augen geschlossen hat.

Fazit: Mit "Nirgendwo in Berlin" hat es Beate Teresa Hanika geschafft, eine glaubwürdige Mischung aus Jugendkrimi und Alltag eines 15-jährigen Mädchens zu schildern, mit dem sich vor allem weibliche junge Leserinnen gut unterhalten fühlen werden.

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