Rezension: Anne Plichota & Cendrine Wolf - Oksa Pollock. Die Unverhoffte

1.4.11

Titel: Oksa Pollock. Die Unverhoffte
Autorinnen: Anne Plichota & Cendrine Wolf
Reihe: Oksa Pollock # 1
Genre: Kinder-/Jugendbuch (ab 12 Jahren)
Verlag: Oetinger (März 2011)
ISBN: 978-3-7891-4502-5
Gebunden, 592 Seiten
Preis: 19,95 €
Website zum Buch, Leseprobe

Oksa Pollock ist nicht begeistert, als ihre Eltern beschließen, von Paris nach London zu ziehen. Gut, dass ihr Freund Gus und seine Familie mit von der Partie sind, und sie gemeinsam in die neue Schule kommen. So muss Oksa die Bosheiten des unsympathischen Klassenlehrers McGraw nicht allein aushalten. Doch dann passieren merkwürdige Dinge – auf ihrer Handfläche lodert ein Feuerball, sie kann frei schweben und um ihren Nabel bildet sich ein sternförmiges Mal. Erst jetzt erfährt Oksa von ihrer wahren Herkunft und Bestimmung: Sie ist die "Unverhoffte", die das verschwundene Land Edefia retten soll, aus dem ihre Familie einst vertrieben wurde. Doch auch Lehrer McGraw scheint eine Verbindung zu Edefia zu haben...
Zu den Autorinnen:
Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportlehrerausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben.

Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor auch sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei in Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet.

Rezension:
Die 12-jährige Oksa Pollock zieht zusammen mit ihren Eltern Pavel und Marie und ihrer Großmutter Dragomira von Paris nach London, wo ihr Vater zusammen mit seinem alten Freund Pierre Bellanger ein Restaurant eröffnen möchte. Oksa fällt der Umzug nicht leicht, muss sie doch an eine andere Schule gehen und neue Freunde finden. Aber zum Glück zieht ihr Freund Gustave, genannt Gus, der Sohn der Bellangers, auch mit nach London.

Schon am ersten Schultag bekommt Oksa einige Probleme: Ihr Klassenlehrer McGraw ist ein richtiges Scheusal, das seine Schüler triezt wo er nur kann und da ist da auch noch ein Neuntklässler, der Oksa sehr einschüchtert und sie bedroht. An diesem Abend findet Oksa zu alledem noch heraus, dass sie magische Fähigkeiten hat. Sie kann Feuerbälle aus ihren Handflächen schießen lassen und in der Luft schweben. Im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Fähigkeiten hinzu und Oksa wird von ihrer Familie in ihr Geheimnis eingeweiht.

Sie ist die "Unverhoffte", die das sagenhafte Land Edefia, aus dem ihre Familie väterlicherseits stammt, wiederfinden und retten soll. Ihre Großmutter Dragomira hat ihr dieses Erbe weitergegeben und Oksa wird alsbald von ihrer Familie näher in ihre Fähigkeiten eingeführt und vertieft ihre Kenntnisse. Wird Oksa das verantwortungsvolle Erbe der "Unverhofften" antreten und ihm gerecht werden? Und wer genau verbirgt sich hinter dem mysteriösen und furchteinflößenden Lehrer McGraw?

Schon von der ersten Seite an wird man in die ungewöhnliche Welt von Oksa Pollock hineinkatapultiert. Oksa, die 12-, später 13-jährige Protagonistin, ist ein glaubhafter weiblicher Charakter, der sich dem Alter entsprechend verhält. Zwar empfand ich, dass sie ihre neugewonnenen magischen Fähigkeiten anfänglich zu wenig hinterfragt und sie einfach als gegeben hinnimmt, doch sollte man gerade als erwachsener Leser hier ein Auge zudrücken, da es sich um ein Kinder- und Jugendbuch handelt.

Auch Gus, Oksas bester Freund, hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Er ist sich immer etwas unsicher und glaubt, mit Oksas Fähigkeiten nicht mithalten zu können und kommt sich in vielen Situationen recht nutzlos vor. Auf die zahlreichen fantastischen Wesen möchte ich nicht näher eingehen, da es zu viele abzudecken gäbe. Doch haben mir hier die "Plemplems" am besten gefallen. Ihre recht komische Sprache und Art und Weise sich auszudrücken war sehr erfrischend und hielt den einen oder anderen Lacher bereit.

Die Geschichte selbst wird aus der Sicht der dritten Person erzählt. Anne Plichota und Cendrine Wolf wählen eine leichte, verständliche Sprache, die trotzdem nicht zu kindgerecht ist, so dass auch der erwachsene Leser Spaß daran hat. Mir hat der Ausflug in Oksas Welt gut gefallen, ich fühlte mich allzeit gut unterhalten und die vielen wirklich originellen Geschöpfe brachten eine gewisse Auflockerung in die spannende Geschichte. Ein schöner Auftakt zu einer neuen Serie, die hoffentlich bald bei uns fortgeführt wird!

In Frankreich sind bereits Band 2, "La forêt des égarés", und Band 3, "Le Coeur des deux mondes", erschienen. Im Ganzen sind, soweit ich informiert bin, 5 Bände geplant. Wann Band 2 ins Deutsche übersetzt werden wird, steht noch nicht fest.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover ist im Großteil in der Farbe Blau gehalten. Im Hintergrund sieht man einige dunkelfarbigere Blumenornamente, im Vordergrund Oksa, gezeichnet im Comic-Stil, die einen kleinen Feuerball auf ihrer Handfläche hält. Der Buchtitel "Oksa Pollock" erinnert vom Design her an züngelnde Flammen. Ein gelungenes Cover, das voll und ganz auf die Zielgruppe setzt.

Fazit: "Oksa Pollock. Die Unverhoffte" entführt in eine neue Welt, die durch ihre liebenswerten, originellen und fantasievollen Charaktere junge und erwachsene Leser zugleich zu unterhalten weiß.

5 Kommentare

  1. Ich lese es ja auch gerade und hoffe, bald meine Rezension online zu stellen. Bisher gefällt mir das Buch aber auch sehr! :-)

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  2. Ich muss zugeben, ich bin extrem skeptisch. Die Beschreibung erinnert mich einfach zu sehr an Harry Potter, allein in deiner REzension tauchen schon so viele Parallen auf: Das Mal, der "böse" Lehrer ...

    Liebe Grüße,
    Olga

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  3. @Pero: Dann bin ich mal auf deine abschließende Meinung gespannt ;)

    @Olga: Es gibt gewisse Parallelen, die ich in der Rezension jetzt nicht aufgeführt habe, weil diese bereits so oft genannt wurden und mir das beim Lesen des Buches nicht wirklich negativ aufgefallen ist. Ich sage es mal so: wenn man etwas mit Harry Potter vergleichen will, dann findet man momentan sehr oft Parallelen. z.B. auch bei der House of Night-Reihe...Magie, Schule/Internat. Auch würde ich die "Oksa"-Reihe etwas jüngeren Lesern empfehlen. Harry Potter wird ja zum Ende hin eher düsterer und für schon etwas ältere Leser geeignet. Oksa könnte ich mir gut als eine Art Einsteiger-Roman, bevor man sich an Harry Potter "wagt", vorstellen.

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  4. Hm, man sollte natürlich nicht, die Bücher auf Teufel komm raus mit anderen zu vergleichen. Schließlich gibt es nichts, was es bereits nicht gibt. Dennoch: Ich kenne Harry Potter nur flüchtig, aber auch bei einem schnellen Durchlesen deiner Rezension musste ich sofort daran denken. Daher meine Skepsis (verstärkt durch den Umstand, dass der Verlag so massiv für den Roman wirbt - da scheine ich mich ebenfalls schnell dagegen zu verschließen)

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  5. @Olga: Was die massive Werbung des Buchs angeht, ist mir das auch vor dem Lesen etwas sauer aufgestoßen, denn immerhin wurden ja an die 5000 Freiexemplare an die sog. Lesebotschafter rausgehauen. Das hat mich stark verwundert und war mir in diesem Ausmaß auch neu.
    Was Harry Potter angeht, ich habe alle Bücher gelesen und ich liebe sie wirklich, auch wenn ich nicht alle Bücher gleich gut fand. Vielleicht ist es ein Fehler, aber ich vergleiche nie Bücher mit anderen bereits erschienenen, sondern gehe immer ohne jedwede Vorabbeurteilung oder Parallelvergleiche ans Lesen. Natürlich ist und war Harry Potter der "Urvater" in diesem Bereich und meiner Meinung nach wird da auch so schnell keine andere Buchreihe mithalten können, auch wenn noch so viele Autoren versuchen, (immer noch) auf diesen Zug aufzuspringen ;)

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