Rezension: Bettina Belitz - Scherbenmond

21.3.11

Titel: Scherbenmond
Autorin: Bettina Belitz
Reihe: Splitterherz # 2
Genre: Jugendbuch/Junge Erwachsene
Verlag: script5 (Januar 2011)
ISBN: 978-3-8390-0122-6
Gebunden, 688 Seiten
Preis: 19,95 €
Scherbenmond-Blog
andere Titel dieser Reihe: Splitterherz

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen. Um auf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum...
Zur Autorin:
Bettina Belitz, geboren 1973 in Heidelberg, verliebte sich schon früh in die Magie der Buchstaben. Lesen allein genügte ihr bald nicht mehr - nein, es mussten eigene Geschichten aufs Papier fließen. Nach dem Studium arbeitete Bettina Belitz als Journalistin, bis sie ihre Leidenschaft aus Jugendtagen zum Beruf machte. Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald und lässt sich von der Natur und dem Wetter zu ihren Romanen inspirieren.

Rezension:
Seit Colin Ellie verlassen hat, schlägt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Der kalte, nicht enden wollende Winter tut sein Übriges dazu und nicht nur das: Ellie macht sich auch große Sorgen um den Verbleib ihres Vaters, der seit Monaten spurlos verschwunden ist. Dieser hat Ellie und ihrer Mutter allerdings eine merkwürdige Nachricht hinterlassen. Ellie soll ihren Bruder Paul, der in Hamburg lebt, zurück nach Hause holen.

Ellie macht sich also auf den Weg, doch Paul hat sich sehr zum Negativen hin verändert. Er wirkt kraftlos, ohne jeden Antrieb und sein Medizinstudium hat er aufgegeben. Stattdessen arbeitet er nun in einer Galerie bei seinem Freund François. François ist Ellie von Anfang an sehr unsympathisch und bald findet sie auch heraus, warum. Auch Colin sieht sie wieder. Doch was den beiden noch bevorsteht, hätten sie sich nicht in ihren schlimmsten Träumen auszumalen gewagt...

Da mir "Splitterherz" letztes Jahr sehr gut gefallen hatte, war ich nun ganz gespannt auf die Fortsetzung und hatte auch große Erwartungen an diesen Band. In "Scherbenmond" wechselt der Hauptschauplatz vom beschaulichen Westerwaldörtchen, in dem Ellie lebt, in die Großstadt Hamburg, Pauls Wohnort. Denn um Paul geht es eigentlich in diesem Buch, denn Ellie soll ihn zurück nach Hause bringen.

Ellie war bereits in "Splitterherz" ein recht anstrengender und eigener Charakter, in "Scherbenmond" toppt sie das alles allerdings noch. Ihr zu folgen bleibt anstrengend, ihre oftmals zickige Art, ihre Arroganz und ihr vermeintliches Wissen, das andere nicht haben, nervt zusehends. Für ihr Alter wirkt sie wie ein pubertierendes junges Mädchen, das manches Mal sogar zu Pöbeleien neigt. Dieses Verhalten konnte ich sehr oft nicht richtig nachvollziehen und ernst nehmen.

Colin taucht erst spät in der Geschichte auf und leider blieb er für mich dieses Mal recht blass. Seine Begegnungen mit Ellie sind zwar auf den ersten Blick romantisch geschildert, aber ihr Miteinander, ihre Umgangsform und -sprache ließ mich nicht unbedingt in dem Glauben zurück, es hier mit einem verliebten Paar zu tun zu haben. Gut gefallen hingegen hat mir der Charakter von Tillmann, der bereits in "Splitterherz" mit dabei war, und der sich sehr gut weiterentwickelt hat. Ihm merkt man an, dass er durch die Geschehnisse gereift und erwachsener geworden ist, was ich bei Ellie vermisst habe.

"Scherbenmond" bleibt für mich eine mittelmäßige Fortsetzung. Auf 688 Seiten hätte ich mir zu Anfang mehr Spannung gewünscht, da sich die ersten 200 Seiten relativ gelangweilt lesen. Trotz allem bin ich auf den abschließenden Band, der im Januar 2012 erscheinen soll, aber noch keinen Titel hat, gespannt, denn ich möchte gerne wissen, wie die Geschichte um Colin und Ellie ausgeht und mehr über den Verbleib von Ellies Vater erfahren.

Zur Gestaltung des Buchs: Der Schutzumschlag ist bereits wie sein Vorgänger ein Kunstwerk und wiederum von Maria-Franziska Löhr gestaltet, die dafür ein wirkliches Händchen hat! Einzelne Objekte wie Buchtitel, Herzchen und Schmetterling sind in Spotlackoptik hervorgehoben, jedes Kapitel beginnt mit einer Überschrift, um die sich einzelne Federn legen. Ein schwarzes Lesebändchen rundet diese schöne Gestaltung ab.

Fazit: "Scherbenmond" kann leider nicht so sehr begeistern wie "Splitterherz" - das liegt vor allem an der unsympathischen Protagonistin, die oftmals nur nervt. Ich hoffe sehr auf eine Wandlung ihrerseits im letzten Teil der Trilogie.

1 Kommentare

  1. Hallo Kerstin!
    Wieder eine schöne Rezension. Dieses Buch subbt bei mir noch herum, aber die meisten haben es schlechter als "Splitterherz" bewertet. Bin echt schon gespannt...

    Liebe Grüße, Sabine

    AntwortenLöschen

Beliebte Beiträge

Instagram