Rezension: Anke Höhl-Kayser - Ronar

29.3.11

Titel: Ronar
Autorin: Anke Höhl-Kayser
Reihe: Ronar # 1
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Verlag: Books on Demand (Juli 2009)
ISBN: 978-3-8370-5260-2
Broschiert, 256 Seiten
Preis: 16,80 €

Der Weg in den Nebelwald führt den zwölfjährigen Ronar zugleich tief in sein Inneres. Als Fremder und Verrückter galt er in der Familie des Schmieds, in der er als Findelkind aufwuchs. Nun bricht er auf, seine Ziehschwester zu suchen, die von finsteren Reitern entführt wurde. Im Reich der Elthen wird er bereits erwartet. Zwei mächtige Kräfte beginnen um ihn zu ringen: der weise Athanian, der ihn führt und beschützt, und Elaran, der Schwarze König, der ihn unwiderstehlich anzieht.
Ronar entdeckt die Verlockungen der Macht und die dunkle Kraft seines Zorns. Im Erlernen der Zauberkunst wächst er über sich hinaus, aber verliert auch die Kontrolle über sich. Bevor er das Rätsel seiner Herkunft lösen und den Ort seiner Bestimmung finden kann, muss er viele Gefahren bestehen und sich der größten aller Herausforderungen stellen: seinem eigenen Ich.
Zur Autorin:
Anke Höhl-Kayser, geboren 1962, studierte Literaturwissenschaften in den Fächern Anglistik, Skandinavistik, Amerikanistik und Germanistik. Ihr Magisterexamen machte sie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und dem Berner Sennenhund der Familie, Baloo, in Wuppertal. Bei BoD ist auch ihr Gedichtband Stille wird hörbar wie ein Flüstern erschienen.

Rezension:
Der 12-jährige Ronar wächst als Findelkind in der Familie des Dorfschmieds auf, seine Eltern haben ihn als Baby ausgesetzt. In der Familie wird er schlecht behandelt, keiner versteht ihn richtig, er wird als billige Arbeitskraft ausgenutzt und ihm haftet ein Außenseiterdasein an. Als seine Ziehschwester Irith eines Tages von unheimlichen Reitern entführt wird, zögert Ronar nicht lange: Er macht sich auf den Weg, sie zu suchen und landet dabei im unheimlichen Nebelwald.

Schon bald findet er einen Weggefährten, der sich als der Elthenherrscher Athanian herausstellt. Die Elthen sind ein sagenumwobenes Zaubervolk und keine fantastischen Sagengestalten, wie Ronar bisher dachte. Ronar und Athanian kommen dem Entführer Iriths recht zügig auf die Spur: Elaran, der schwarze König, ist der Übeltäter. Und dieser führt nichts Gutes im Schilde. Schon bald fühlt sich Ronar von ihm unwiderstehlich angezogen, vergisst seine Herkunft und wendet sich dem Bösen zu...

Ronar hat mir als Protagonist der Geschichte sehr gut gefallen. Ein 12-jähriger Junge, der mit viel Mut loszieht, um seine Ziehschwester zu suchen, kann einfach nur sympathisch sein. Die Schilderung, wie sich der gutherzige und teilweise naive Junge in einen zornigen, die Macht genießenden jungen Mann wandelt, ist von Anke Höhl-Kayser sehr bildhaft und nachvollziehbar aufs Papier gebracht.

Auch Ronars Konflikt kann man als Leser gut verstehen: Kann er doch mithilfe der schwarzen Magie ein ganz neues Leben anfangen und ist nicht mehr nur der naive kleine Junge, den man rumkommandieren kann. Er wird zum allerersten Mal in seinem Leben ernst genommen, manche fürchten sich sogar vor ihm. Diese völlig neue Situation kostet Ronar anfangs aus, ohne zu bemerken, wie sehr sie ihn vom Wesen her ins Negative verändert, doch zu guter Letzt besinnt er sich auf sein wahres Ich und der Roman zeigt auf, wie man sich aus solch einem Konflikt befreien kann.

Im Oktober 2010 ist ein zweiter Teil um Ronar erschienen, "Ronar - Zwei Welten", der ein Jahr nach "Ronar" spielt. Athanian wird von einer mysteriösen Krankheit ereilt und nur Ronars Vater scheint ihn davon heilen zu können. Ich bin gespannt, wie es mit Ronar und seinen Freunden weitergehen wird.

Zur Gestaltung des Buchs: Auf dem schwarz gehaltenen Cover zeichnen sich vor einem gelben Vollmond die Umrisse einer Burg (der Haupthandlungsort des Buches) ab. Gestaltet wurde das gut zur Geschichte passende Umschlagbild von Noëlle-Magali Wörheide.

Fazit: "Ronar" zeigt lehr- und bildhaft auf, wie leicht beeinflussbar der Mensch doch sein kann und wie schwierig es ist, solchen Versuchungen zu widerstehen - nicht nur für jugendliche Leser geeignet.

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